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Weihnachts­bra­ten­preiss­kat

Hallo meine liebe Landpom­mer­an­zen und Landpom­mer­anz­in­nen!

Mein Name ist Gunnar Roß und ich bin zurück! „BACK WITH A BANG!“, wie der Angel­sachse sagt. Sie werden sich vielleicht wundern, wo ich all die Jahre steckte. Ich werde es Ihnen verra­ten: Ich war ausge­wan­dert und betrieb eine kleine Alpaka­farm in der perua­ni­schen Selva. Meine Träume haben sich zerschla­gen (Frau weg, Alpakas weg, Privat­in­sol­venz) und so bin ich zurück in Deutsch­land und muß jeden Cent dreimal umdre­hen. Da mir der Herr Amtsvor­ste­her für jeden Beitrag 20 Cent zahlt, habe ich mich entschlos­sen, gelegent­lich etwas für diese kapri­ziöse Kolum­nen­kanz­lei namens Börde­be­hörde zu schrei­ben.

Gestern nun hab ich alle Super­märkte des Landkrei­ses abgeklap­pert um nach lusti­gen Fundstü­cken Ausschau zu halten. Dabei bin ich auf die schöne Wortschöp­fung Weihnachts­bra­ten­preiss­kat gesto­ßen, die unbedingt in die Liste der Bedroh­ten Worte aufge­nom­men werden sollte. Ganz fabel­haft! Fabulös fabel­haft! Ein Kleinod! Wenn man der veran­stal­ten­den Gaststätte Richter weiter folgt, landet man irgend­wann beim PDF-Download der Speise­karte. Das ist der Grund, warum ich mittler­weile weiß, dass die Wirts­leute Richter „Doppelte Kraft­brühe wie sie Oma Hanna kochte, mit Eigelb“ oder auch „Bregen­wurst auf Grünkohl“ für den hungri­gen Wanders­mann bereit­hal­ten.

Guten Appetit und bis bald mal wieder! Vielleicht sehen wir uns beim Weihnachts­bra­ten­preiss­kat, meine lieben Zebra­fin­ken?!

Ihr


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Gewin­nen!

Ich habe aufge­räumt. Alle Peppone-Tonträger sind sortiert, inven­tu­ri­siert (Hallo S.!), und katalo­gi­siert. Zu Weihnach­ten veran­stal­ten wir drüben auf Facebook gerade ein ordent­li­ches Gewinn­spiel, in dem es jede Menge LPs, CDs, ein Shirt und einen Sack Kartof­fel abzustau­ben gibt. Wer mitma­chen möchte, aber kein Facebook nutzt, kann sich natür­lich auch hier melden…


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Knusp­rig!

Knusp­rig. Ein tolles Wort! Knusp­rig als Aggre­gat­zu­stand. Eine tolle Sache! Knusp­rig glänzt der Fisch im Tupf, morgen gibt es Gugel­hupf! Beim China­im­biss­mann meines Vertrau­ens, der neben­bei bemerkt Unmen­gen an Glutamat einsetzt, ist jedes einzelne verdammte Fisch­ge­richt knusp­rig. Ein Dummer­chen, wer da nicht zulangt…


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Jacky und die Tanzbären

by Torsten on 1. Dezember 2017 · 0 comments

in Musik

Taadaa! Das neue offizi­elle Video zu „Jacky’s Only Happy When She’s Up on the Stage“. Ich find’s großar­tig und sehr lustig. Beson­ders die unvor­teil­hafte geklei­dete Band als Backing-Dancer; Boz Boorer bewegt sich, wie auch ich mich bewegen würde – wie ein Tanzbär mit zwei Gläsern Pfeffi zuviel. Gute Unter­hal­tung!


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Amigos für immer!

by Torsten on 28. November 2017 · 0 comments

in Kraut und Rüben

Danke an … Du weißt schon wen. ? Im Amigo-Fanshop sind übrigens aktuell die origi­nal Hemden der beiden Dampf­plau­der­poe­ten und kusche­lige Tages­de­cken zu erste­hen. Weihnach­ten naht!

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Der Novem­ber brachte ein Monster hervor und sein Name ist „Low In High School“. 5 gute Songs und 7 viel weniger gute – darauf läßt sich das neue Morrissey-Album wunder­bar herun­ter­bre­chen. Ich wußte nach den ersten Durch­läu­fen nicht mehr, ob ich lieber in Tränen ausbre­chen oder kopfschüt­telnd die Dorfstraße herun­ter­lau­fen sollte. Dazu das jetzt schon „legen­däre“ Inter­view im SPIEGEL von letzter Woche; es fällt in Zeiten wie diesen nicht leicht, nicht am Meister zu zweifeln. Aber seine ganzen kruden Aussa­gen zum Weltge­sche­hen mal außen vor gelas­sen – wir widmen uns den Songs in der Einzel­kri­tik, verlie­ren einige Worte zum Album allge­mein und schlie­ßen mit den techni­schen Details. Los geht’s:

© Ein Scheiß­foto, aber ich hatte gerade nichts besse­res…

My Love, I’d Do Anything for You
Ein breit­bei­nig rocken­der, maßlos aufge­pimp­ter Krawall­bro­cken zum Auftakt. Da wollte jemand viel, für meinen Geschmack ein bißchen zuviel. Erinnert an die Eröff­nung auf „Years Of Refusal“, die mit „Something Is Squee­zing My Skull“ ähnlich rabiat ausfiel. Die ersten Zeilen des Albums lauten also „Teach your kids to recognize and despise all the propa­ganda, filte­red down by the dead echelons mainstream media“. Ich bin ja ein großer Freund des Alleshin­ter­fra­gens, aber das hier klingt mir dann doch eine Spur zu sehr nach „Lügen­presse“. Da war der Meister früher weniger eindeu­tig und ließ immer Raum für Inter­pre­ta­tio­nen. Hier klingt’s textlich genauso krawal­lig wie es das musika­lisch tut. 610

I Wish You Lonely
Schon besser, es klingt wieder nach Morris­sey. Viel mehr fällt mir dazu aller­dings auch nicht ein. 710

Jacky’s Only Happy When She’s Up on the Stage
Noch besser. Morris­sey strei­tet ja hartnä­ckig ab, das es sich bei diesem Song um eine Analo­gie auf den Brexit handelt. Was hanebü­chen ist, denn der Zusam­men­hang ist offen­sicht­lich; es passt einfach alles. Eine schöne Nummer, weniger brachial als die ersten beiden, einer der Höhepunkte des Albums. 810

Home Is a Question Mark
… gleich gefolgt vom absolu­ten Höhepunkt des Albums. Ein wunder­schö­ner Song. Aller­dings klingen die Strei­cher ein wenig synthe­tisch. Es gibt übrigens einen übrig­ge­blie­be­nen Titel aus den Quarry-Sessions von 2004 und der heißt … taaada­aaaa! … „Home Is A Question Mark“. Die Songwriter-Credits zu dieser Version verwei­sen aller­dings auf das aktuelle Bandmit­glied Mando Lopez statt auf Alain Whyte, der für einen Großteil der Quarry-Songs die Co-Writer-Credits hält. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… bei der Klasse der Nummer würde es mich nicht wundern, wenn sie tatsäch­lich ein Überbleib­sel aus Quarry-Zeiten ist. Nur Alain Whyte wird’s genau wissen… 910

Spent the Day in Bed
Die Vorab-Single, die mich schon zweifelnd zurück­ließ. Hier zeigen sich erstma­lig die Tingel­tan­gel­te­den­zen, auf die wir im weite­ren Verlauf des Albums noch öfter stoßen werden. Früher hätte sich der Text zum Song wie eine schöne Verwei­ge­rungs­hymne gelesen; in Zeiten wie diesen klabaustert er schon an der Grenze zur eingangs erwähn­ten Lügen­presse dahin. Musika­lisch ganz nett, ganz entspannt, tut nicht weiter weh, ist aller­dings auch nicht schlecht. Wobei mich die „No Bus, No Boss, No Rain, No Train“-Zeilen in ihrer infan­ti­len Billig­rei­mig­keit fürch­ter­lich an „Ill In Sevill … Gaga In Malaga“ aus dem Bullfigh­ter auf „World Peace Is None Of Your Business“ erinnern. 710

I Bury the Living
Die guten Momente des Albums sind hier bereits vorbei. Ab jetzt wird’s wirr. In diesem Song versucht sich Morris­sey an einer Nick Cave-schen Variante zum Thema Milita­ris­mus, Krieg, Solda­ten­le­ben. Bis 5:17 min funktio­niert das einiger­ma­ßen, dann kommt der grauen­hafte „It’s funny how the War goes on without our John!“-Teil, den ich einfach nur schreck­lich finde. 510

In Your Lap
Eine uninspierte Ballade zum Arabi­schen Frühling, vorge­tra­gen am alten Klimper­kla­vier von Johan­nes Heesters. 210

The Girl from Tel-Aviv Who Wouldn’t Kneel
Ich hatte nach den ersten live darge­bo­te­nen neuen Songs den Eindruck, das Album würde in Richtung ChaChaCha-Arab-Pop-Flamenco-Weltmusik gehen. Dieser Titel bestä­tigt meine Einschät­zung. Erneut furcht­ba­res Geklim­per auf dem Klavier. 410

All the Young People Must Fall in Love
Jetzt sind wir wieder bei den vorhin erwähn­ten Tingel­tan­gel­ten­den­zen. Ein rundum misslun­ge­ner Song, mit viel Tamtam, Handclaps und einem schreck­li­chen Refrain. Weil mir der Teil bis zum ersten Chorus gefällt, vergebe ich 210 Punkte.

When You Open Your Legs
… und weiter geht’s mit „Songwri­ting nach Zahlen“, so kommt mir die Veran­stal­tung hier nämlich langsam vor. Dieser Song klingt wie die Kopie der Kopie von einem mittel­mä­ßi­gen Morrissey-Song – „Songwri­ting nach Zahlen“ eben. Das ist mir erstma­lig bei „Ringlea­der Of The Tormen­tors“ aufge­fal­len, auch dort waren viele Songs nur schlechte Kopien von alten Morrissey-Songs. Komplett überflüs­sige Nummer. 110

Who Will Protect Us from the Police?
Es geht wieder ein wenig aufwärts. Bei den ersten Durch­läu­fen hat mir dieser Song überhaupt nix gegeben, inzwi­schen ist er einiger­ma­ßen hörbar. Dennoch will mir partout nicht viel dazu einfal­len. 510

Israel
Eine rundum mißlun­gene Schmon­zette. Ich habe keine Meinung zum Konflikt zwischen Israel und Paläs­tina; nur für den Fall, das mir jemand unter­stel­len möchte, dass ich den Song deshalb nicht mag. 110

Das macht insge­samt nach Adam, dem Riesen, 57 Punkte; was wiederum in der Gesamt­wer­tung 4.75÷10 Punkten macht. Ein mittel­mä­ßi­ges Album. 6 oder 7 Songs als EP hätten für mich gereicht, der Rest ist überflüs­si­ges und enttäu­schen­des Füll- und Blend­werk.

Zu den eingangs erwähn­ten techni­schen Details noch ein paar Anmer­kun­gen: Ich habe mir die LP zweimal gekauft. Einmal die „limitierte“ LP in grün und die reguläre Pressung in trans­pa­ren­tem Vinyl. Die Laufzeit beträgt ca. 27 Minuten je Seite, was viel zu lang ist. Bekannt­lich nimmt die Sound­qua­li­tät von Vinyl ab einer Laufzeit von ca. 20 Minuten je Seite (12″, 33 13 RPM) drama­tisch ab. So auch bei diesen Pressun­gen, die voller Clicks und Pops sind, und außer­dem extrem leise. Auch das ist der Physik und dem aufgrund der übermä­ßi­gen Laufzeit gerin­gen Rillen­ab­stand geschul­det. „Low In High School“ hätte als Doppel-LP erschei­nen müssen. Vergleicht man die LPs mit der CD-Pressung, fällt ein deutlich druck­vol­ler und basslas­ti­ger Sound auf letzte­rer auf. Die Aufma­chung ist ordent­lich: Solides Gatefold (über das Cover­mo­tiv lässt sich treff­lich strei­ten), bedruckte Innen­hül­len, insge­samt ein schönes Layout; auch wenn die Typo sehr nach Hamburg-Mannheimer Reloa­ded aussieht. Das Album ist außer­dem in vier weite­ren Farben sowie als 7″-Box erschie­nen. Die habe ich mir aller­dings gespart… gut so, denn letzt­end­lich zählt die Musik und nicht das Medium.

Wie es mit Morris­sey weiter­geht, steht in den Sternen. Ich wünsche mir irgend­wann nochmal ein richtig gutes Album, mit richtig gutem Songwri­ting der alten Mozza-Schule. Ob es jemals soweit kommen wird, ist im Moment mehr als fraglich. Außer­dem wünsche ich mir, das sich unsere alte Manchester-Gurke mit Kommen­ta­ren zum Weltge­sche­hen ein wenig zurück­hält und einfach das macht, was er am besten kann bzw. konnte: Tolle Songs mit tollen Texten schrei­ben und jene mit seinem einzig­ar­ten Schmelz in der Stimme vortra­gen. Ich geh‘ jetzt Viva Hate, You Are The Quarry oder sogar Bona Drag hören und erinnere mich an tollere Zeiten… 😉

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