Meine Abschlußprüfung im Fach „Maschinenschreiben“. 6718 Anschläge in 45 Minuten. Wie die Anschläge ausgezählt wurden, kann ich nicht mehr sagen. Vermutlich wird’s aber von Hand passiert sein. 23 Fehler. Note 2. Die Fehlerdifferenz (21+1=23) erklärt sich folgendermaßen: Perfide und demütigend wie das System nun mal war , mußten wir unsere Arbeiten selbst korrekturlesen. Jeder nicht entdeckte Fehler zählte doppelt und so wurden aus 21 plus einem Fehler insgesamt 23.
Geschrieben wurde blind. Das heißt nicht, daß ich eine Augenbinde oder Sonnenbrille trug. Die elektrische Schreibmaschine war über der Tastatur mit einem selbstgezimmerten Holzkasten abgedeckt, so daß man die Hände quasi ins Dunkle steckte. Der Lärmpegel der Tipperei war bei ca. 20 Prüflingen in einem vielleicht 30 m2 großen Raum übrigens beträchtlich.
Das Berufsbild des Schriftsetzers (heute: Mediengestalter) hat sich in den letzten 20 Jahren komplett gewandelt, aber die Schnelltipperei kommt mir immer noch sehr zugute. Das Mantra eines jeden Schnellschreibers lautet übrigens asdf jklö, denn das ist die Ausgangsposition der 8 Finger. Der rechte Daumen liegt dabei auf der Leertaste, während der linke praktisch seinen Dauerurlaub im FDGB-Heim (heute: Heart’s Fear Hostel) verbringt.
Falls jemand den ganzen Text lesen möchte, den gibt’s hier (1, 2).
Als ich heute nach der Bedienungsanleitung für einen Sat-Receiver suchte, fand ich etwas viel Besseres. Nämlich gesammelte Unterlagen aus meiner frühesten Sturm- und Drang-, respektive Berufszeit. Hier eine schöne Perle zum Einstieg, so ich mich traue, folgt noch mehr…
Ich habe keine Ahnung, worum es sich bei der „Buchstabenzählertabelle“ handelt(e). Und falls unsere lieben westdeutschen Verwandten Leser nicht wissen, was das Neuererwesen war, das erläutert Wikipedia ganz treffend.
In Albanien gibt es Frauen, die aufgrund eines uralten Ritus in einer männlichen Identität leben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einige nehmen die Position verstorbener Brüder oder Väter ein. Andere entscheiden sich in einer archaischen Gesellschaft, in der Frauen traditionell eine untergeordnete Rolle spielen, bewusst für das privilegierte Leben in einer männlichen Rolle. Solange der Schwur der ewigen Jungfrauenschaft eingehalten wird, akzeptiert die Gesellschaft dies.
Diese so genannten „geschworenen Jungfrauen“, in der Landessprache „Burrnesha“ genannt, werden in den Familien geachtet und erhalten den Status von Männern. Sie leisten Männerarbeit, kleiden und verhalten sich wie Männer. Die „Sworn Virgins“ füllen ihre Rolle so perfekt aus, dass sie im Laufe der Zeit außerhalb der Familie nicht mehr als Frauen erkannt werden. Nicht nur ihre innere Einstellung ändert sich, auch ihre Physiognomie. Mit den Jahren geht die Frau in ihnen verloren. Diese Tradition ist das einzig bekannte Beispiel für einen institutionalisierten Geschlechter-Rollenwechsel in Europa. (unter teilweiser Verwendung dieser Quelle)
Die 1977 in Bulgarien geborene und in Hamburg lebende Fotografin Pepa Hristova hat die „Sworn Virgins“ in Albanien fotografiert.
Wenn SIE kommen und bei euch klingeln, holt sicherheitshalber schnell die Pixelbalken raus … Gut ist, daß SIE mit den Großstädten anfangen, und davon sind im Osten meines Wissens nur Leipzig und Dresden betroffen. Aber eines Tages werden SIE ganz sicher auch bis nach Groppendorf, Schackensleben und Ackendorf vordringen und dann bin ich gewappnet, weil vorgewarnt.
Einer meiner Alltime-Faves und einer der besten Scherben-Texte überhaupt. Umso erstaunlicher, wenn man weiß, wie er entstanden ist:
Alle Songs auf dem Album IV wurden mit Hilfe von Tarot-Karten geschrieben. Das so genannte „Tarot-Geheimnis“ wurde erst Jahre nach Frontmann Rio Reisers Tod gelüftet, weil befürchtet wurde, die Magie der innovativen und manchmal sehr andersartigen Songs würde dadurch verloren gehen. Eigentlich alle Texte strotzen vor Bildern und Metaphern, kaum etwas ist eindeutig. (Quelle) „Jenseits von Eden“ entstand aus zusammengeworfenen Textbausteinen, welche die Mitglieder auf Zetteln in einen Kasten warfen, anschließend zogen und miteinander kombinierten.
Alle Sonntagmorgen-Songs als kostenloser on-demand-Free-Filesharing-Hokuspokus zum unverbindlichen Reinhören, Reinschauen und Reinsetzen hier!
Mitte September erscheint im Verlag Das Neue Berlin der Bildband Plaste und Elaste - Leuchtreklame in der DDR. Das Buch gewährt einen großartigen Einblick in die beinahe ins Vergessene geratene Kunst der Lichtwerbung. Hier gibt’s ein paar Einblicke:
Wenn es Nacht wurde in der DDR, war es nicht nur dunkel - mancherorts erstrahlten in bunten Neonlettern Werbebotschaften. Nicht nur das einzelne Produkt, sondern die volkseigene Industrie als solche wurde gepriesen oder Losungen in Bild und Buchstaben gebannt: Auf der Autobahn leuchtete dem Autofahrer »Plaste und Elaste aus Schkopau« entgegen, »Mehr lesen, wissen, können« stand am Gebäude des Kommissions- und Großbuchhandels, »Tradition und Fortschritt für modernes Wohnen« am Möbelkombinat. Goethes »Mein Leipzig lob ich mir« grüßte die Besucher der Messestadt, »Trink Margonwasser, prickelnd frisch« wurde den Dresdnern empfohlen, blubbernde Zierfische lockten in die Zoohandlung in der Frankfurter Allee. Nach 1990 ging das Licht aus. Leuchtreklame, notfalls in Einzelbuchstaben, wurde zum begehrten Sammlerobjekt, manche fand sogar den Weg ins Museum. In diesem Bildband sind die schönsten und originellsten Leuchtreklamen von einst abgebildet. Noch einmal erstrahlen sie in ihrem unverkennbaren Design. (Aus dem Amazon-Promotext)
Der Bildband hat 128 Seiten und kostet 14,95 EUR. Hier der Link zum Buch bei Amazon.