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The Weakerthans live in Berlin

by Torsten on 6. Dezember 2007 · 3 comments

in Musik

Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin! Recht­zei­tig zum letzten Titel der vorletz­ten Vorband Jonas Goldbaum aus Austria einge­trof­fen; zu spät also, um wirklich ein Urteil über diese laut wikipe­dia „deutsch­spra­chige Gitar­ren­pop­combo“ treffen zu können. Danach House & Parish, die nach 2 Titeln noch inter­es­sant, nach dreien noch ganz annehm­bar, nach vieren jedoch schon ziemlich eintö­nig und verwech­sel­bar klangen. Durch­aus ambitio­nier­ter Indie­pop mit leider bestän­dig gleichem Beat, zurück­hal­ten­dem Gesang und einem Bassis­ten, der mich stark an Mitbe­woh­ner Spike aus „Notting Hill“ erinnerte. Irgend­wie ganz nett, aber mehr auch nicht. Bei Gelegen­heit werd ich mir die Band noch mal in der Konserve anhören, wirklich Lust dazu verspüre ich jedoch nicht. Das mutmaß­li­che Ziel der jungen Musikan­ten, nämlich alte Hörer zu begeis­tern und neue zu erschlie­ßen, hat sich somit zumin­dest meine Wenig­keit betref­fend nicht erfüllt. Dann endlich! endlich! endlich! die gelieb­ten, verehr­ten, einzig­ar­ti­gen, großar­ti­gen, zauber­haf­ten und wunder­ba­ren The Weakert­hans aus Winni­peg in Kanada. Unkun­dige werden jetzt eventu­ell Holzfäl­ler­rock in ebensol­chen Hemden erwar­ten – jedoch, weit gefehlt! Fantas­ti­sche (Indie-)Rockmusik im besten Sinne, die berühmt-berüchtigten drei Buchsta­ben (jene, die mit E begin­nen, mit O enden und das M in der Mitte haben) werde ich jetzt nicht in den Mund nehmen. Zuviel Schind­lu­der wurde schon mit diesem Wort getrie­ben, heutzu­tage ist ja alles XXX, sogar My Chemi­cal Romance und Xavier Naidoo. Ein fantas­ti­sches Set aus Recon­struc­tion Site, dem neuen Album Reunion Tour und dem göttli­chen Left and Leaving. Dazu ein Titel von Fallow, so mich meine Erinne­rung nicht trügt, eine Setlist habe ich aller­dings bis dato noch nicht im Netz gefun­den. Bei Gelegen­heit werde ich diese nachrei­chen. Die Band – inklu­sive Aushilfs­gi­tar­ris­ten – in aller­bes­ter Verfas­sung, John K. Samson wie immer beschei­den und ohne jeden Rockstar-Gestus, dennoch ein paar klitze­kleine super­schi­cke Gitar­ren­po­ser­ein­la­gen und Hits, Hits, Hits am laufen­den Band. Mein Gott, wie ich diese Band liebe. Die Bootleg­ger waren anschei­nend an diesem Abend alle verhin­dert oder ander­wei­tig unter­wegs; bisher jeden­falls ist leider noch kein Mitschnitt des Konzer­tes in den einschlä­gi­gen Quellen aufge­taucht. Fazit: 400 km für die verdammt beste Rockband dieses Plane­ten (plus 130 km morgend­li­chem Arbeits­weg in die andere Richtung), die komplette Übermü­dung äußerte sich in gefähr­li­chen, unbeab­sich­tig­ten Spurwech­seln auf der Autobahn und wurde mit reich­lich ARAL-Kaffee bekämpft. Dennoch blieb am Ende das gute Gefühl, zwischen Night Windows, Recon­struc­tion Site, der Katze Virtue und One Great City! genau am richti­gen Platz gewesen zu sein. Immer wieder gern, es war mir eine Ehre. Das Tourpla­kat bekommt einen Ehren­platz.

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1 Jule wäscht sich nie Dezember 5, 2008 um 13:17 Uhr

Schwind­ler, Schwind­ler!

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