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Die Sache mit der Paprika

by Torsten on 1. Februar 2008 · 2 comments

in Kraut und Rüben

Kaffee, Kaffee, Kaffee. Der Champa­gner des kleinen Mannes, das Lebens­eli­xier der gemei­nen Börde­bau­ern, die einzige Existenz­be­rech­ti­gung der Börde­be­hörde! Spülen wir den Streß der Woche mit einer heißen Tasse goldi­gem Vergnü­gen die Kehle hinun­ter und läuten zwischen Speise­röhre und Magen­ein­gang das Wochen­ende ein. Klimbim, Klimbim, viele Grüße aus Hondu­ras!

Ich habe Rumpel­stilz­chen getrof­fen. Bei Penny am Gemüse­stand. Ehrlich. Rumpel­stilz­chen, ein kleiner, geschätzt 70-Jähriger Kauz, wühlte mißmu­tig aber entschlos­sen im Papri­ka­sor­ti­ment. Sein emsiges Treiben wurde von steti­gem Kopfschüt­teln beglei­tet, offen­sicht­lich galt das Schüt­teln seines Hauptes der Quali­tät der Paprika.

Rumpel­stilz­chen – in Unkennt­nis seines echten Namens und in Anbetracht der Physio­gno­mie des Mannes muß ich ihn weiter­hin so nennen – begann, eine der wenig schönen aber prakti­schen 3er-Packungen ampel­far­be­ner Paprika durch brachia­les Aufrei­ßen zu entwei­hen. Anschlie­ßend griff er behende ins Fach mit der losen roten Paprika, um quali­ta­tiv hochwer­ti­ge­ren Ersatz zum Austausch zu finden.  Quasi ein kosten­lo­ses Update auf Paprika 2.0: Fürs gleiche Geld die bessere Ware. Nachdem er ein anspre­chen­des Exemplar gefun­den hatte, versuchte er unter großen Mühen selbige wieder in den Plastik­schlauch zu stopfen. Soll ja echt ausse­hen an der Kasse, nicht das noch jemand denkt … von wegen Schum­me­lei und so … ihr wißt schon. Rumpel­stilz­chen ließ sich auch von meinem höflich formu­lier­ten „Dürfte ich mal ganz kurz an die Paprika?“ nicht aus der Ruhe bringen, machte mir kurz Platz um sein Teufels­werk anschlie­ßend mit unver­min­der­tem Starr­sinn fortzu­set­zen.

Vermut­lich reicht die karge Rente gerade so zum Überle­ben, meinen Segen hatte der gute Mann jeden­falls, auch und gerade weil er sich überhaupt nichts dabei dachte und einfach machte, machte, machte. Wenn ihr also das nächste Mal Paprika kaufen geht, denkt daran: Es könnte immer schlim­mer kommen.

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1 zora Februar 2, 2008 um 11:34 Uhr

von den alten lernen heißt überle­ben lernen!
deshalb: bildet banden! arm in arm mit opa körtge gegen wucher und infla­tion! baut selbst­schuss­an­la­gen in jeden rolla­tor und besetzt luxus-altenheime! hortet munition und rheuma­salbe – we are the next genera­tion!!!

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