web analytics

Willkommen in der Zukunft

by Torsten on 6. Februar 2008 · 3 comments

in Kraut und Rüben, Politik

Aus der Magde­bur­ger Volks­stimme von heute:

vs_pc001168367550966661.jpg

Aschers­le­ben – Es war ein Bild, das an längst vergan­ge­nes Schlan­ge­ste­hen zu DDR-Zeiten erinnerte. In Zweier- und Dreier­rei­hen standen hunderte Menschen bis weit um die Hausecke in der Otto-Arndt-Straße in Aschers­le­ben (Salzland­kreis). Ihr Ziel : ein Termin beim Arzt. Es war die erste Sprech­stunde von Augen­arzt Dr. Detlev Hoffmann – einem 64-jährigen gebür­ti­gen Hallen­ser, der aus dem Ruhestand in Hessen zurück in den Osten gekom­men war und sich gleich am ersten Arbeits­tag nicht vor Patien­ten retten konnte. Ab 5 Uhr, drei Stunden vor Sprech­stun­den­be­ginn, standen die Ersten an, bis zum Montag­abend blieb eine Schlange. “ Das habe ich mein ganzes Leben nicht erlebt „, sagte Hoffmann, der selbst die Pausen ausfal­len ließ. Mehr als zwei Jahre musste Aschers­le­ben ohne einen Augen­arzt auskom­men, der auch Kassen­pa­ti­en­ten behan­delt. Im Herbst 2007 verwies die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung ( KV ) die Patien­ten zur ambulan­ten Behand­lung an die Univer­si­täts­kli­nik Halle. Auf Initia­tive des Landtags­ab­ge­ord­ne­ten Detlef Gürth ( CDU ) konnte Hoffmann von KV und Stadt gewon­nen werden. In Sachsen-Anhalt war die Zahl der Augen­ärzte inner­halb von zehn Jahren von 174 auf 154 gesun­ken. “ 14 Prozent sind bereits älter als 60 Jahre, im Jahr 2011 werden es 32 Prozent sein „, so Dr. Michael Diestel­horst von der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung. Zurzeit gibt es Gesprä­che, wie der Mangel in ebenfalls beson­ders betrof­fe­nen Regio­nen wie Magde­burg, Hettstedt und Zerbst entspannt werden kann.

So sieht also unsere Zukunft aus: Mit Minimal­rente in der Tasche beim Arzt Schlange stehen und auf dem Rückweg im Penny die Paprika tauschen. Ist das Wegbre­chen von elemen­ta­ren Versor­gungs­struk­tu­ren im ländli­chen Raum das erste Zeichen der Selbst­auf­lö­sung? Werden wir im Alter nur noch zu Wunder­hei­lern gehen? Sollte ich mich als Wunder­hei­ler selbstän­dig machen? Sehe ich apoka­lyp­ti­sche Tenden­zen, wo keine sind? Sollte ich den Grauen Panthern beitre­ten? Rein präven­tiv, was meint ihr?

Wir müssen Dryland finden.

{ 3 comments… read them below or add one }

1 Bruce Baxter März 2, 2008 um 08:36 Uhr

„Die Grauen“ wollen sich auflö­sen (http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1398175/default.aspx/seniorenpartei-steht-vor-der-aufloesung.html).
Es ist schon erstaun­lich, dass eine stetig wachsende Bevöl­ke­rungs­gruppe keine Lobby in der politi­schen Landschaft hat. Knut bekommt einszueins-Betreuung und im Pflege­heim versorgt eine Pflege­kraft im Nacht­dienst 50 Patien­ten.

Gruß Bruce

Antworten

2 Torsten März 2, 2008 um 16:13 Uhr

Der Knut-Vergleich ist hervor­ra­gend, Bruce. Du kommst ja aus der Branche, also mach bitte, das rasch alles gut wird. 😉

Antworten

3 Torsten März 2, 2008 um 16:14 Uhr

NACHTRAG. Vielleicht sollten wir ‚ne Senio­ren­par­tei gründen, recht­zei­tige Bildung von Inter­es­sens­ge­mein­schaf­ten schützt vor Unbill im Alter!

Antworten

Kommentar verfassen

Previous post:

Next post: