In Ritas Hafenbar

von Torsten am 12. März 2008 · 1 Kommentar

in Kraut und Rüben

Gelegent­lich ist es an der Zeit, mit alther­ge­brachten Sitten und Gebräu­chen zu brechen und den Unvor­her­seh­bar­keiten des Lebens entschlos­senen Mutes ins Auge zu blicken. Die Routine ist der höchste Feind der Sponta­nität, sie hält letztere im Keller gefangen und prügelt mit der Peitsche der Berechen­bar­keit gnadenlos auf sie ein. Im Angesicht dieser Erkenntnis beschloß ich, meinen freitäg­li­chen Kneipen­abend in „Ritas Hafenbar“ auf Dienstag vorzu­ver­legen. Ehrlich gesagt, war dies nicht der einzige Grund:

Ich hatte ziemli­chen Durst.

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In der Spelunke - deren Innen­ein­rich­tung an eine Altbau­woh­nung im Buckau der 80iger Jahre erinnert - angekommen, gesellte ich mich zu meinen Trink­brü­dern und Spieß­ge­sellen, Holzbein-Horst und Schlitzer-Kalle. Sie hielten bereits ein mittels Wärmfla­sche vorge­heiztes Plätz­chen für mich frei, ein Service, den ich beispiels­weise in heutigen modernen Schnell­re­stau­rants beinahe körper­lich schmerz­haft vermisse. Bei meinem letzten Besuch in einer dieser urbanen Lokali­täten erntete meine diesbe­züg­liche Frage nach Platz­re­ser­vie­rung und -vorwär­mung nur verständ­nis­loses Kopfschüt­teln. Dabei geht nichts über einen gut gewärmten Platz, man sitzt sofort deutlich besser, das wohlige Gefühl des Heimisch­seins stellt sich bereits nach wenigen Sekunden ein. Ein kalter Sitzplatz hingegen ist nicht nur des Popos größter Feind sondern auch dem allge­meinen Wohlbe­finden abträg­lich. Und auf das Aller­schärfste anzuprangern!

Zurück zu Horst und Karl-Heinz. Wir bestellten je ein Herren­ge­deck samt Brathähn­chen und gerieten ins Plaudern, sprachen über die Widrig­keiten, die das Leben in großer Zahl für uns bereit­hält, über die Geschäfte und den Lauf derselben, über Familie, Bekannte, Verwandte und Trend­sport­arten, über dies und das, jenes und solches, kurzum: Wir redeten so daher. Als mir Horst und Karl-Heinz Neuig­keiten aus ihrem Geschäfts­leben berich­teten (die Art von Geschäften ist für diesen Beitrag nicht von Belang) gewann ich zuneh­mend den Eindruck, daß beide maßgeb­lich dafür verant­wort­lich sind, daß die Liste der Todsünden vom Vatikan gerade erst erwei­tert wurde. Eine dunkle Ahnung, das beide ihr Geld in eher dunklen Kanälen - hier meine ich nicht die zweifels­ohne ehren­werten Herren vom Abwas­ser­wesen - verdienen, hatte ich schon immer. Das ihre Kanäle jedoch so ausge­spro­chen dunkel sind, das sie von keinem Licht­strahl je erhellt werden, war auch mir neu. Gegeben­falls werde ich zu einem späteren Zeitpunkt ausführ­li­cher werden, ich bitte um Ihr Verständnis. Man weiß ja nie, wer so alles mitliest.

Nachdem wir also unser erstes Herren­ge­deck getrunken hatten und dazu übergingen, Brathähnchen-nagend Löcher in die Luft zu starren, flog mit einem kräftigen Rumms! die Türe auf und herein kam flotten Schrittes der dritte Schurke im Bunde: Unser so lange und so schmerz­lich vermisster Brotge­nosse Buletten-Bruno. Suchend blickten seine Augen aus tiefen Höhlen durch den Raum und als er uns erblickte erschallte sein kräftiger Bass mit einem „Na, ihr Lütten?! Buletten-Bruno ist wieder da!“ zu uns herüber…

[Fortset­zung folgt fielleicht]

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1 Alex März 14, 2008 um 16:52

jaaa fortset­zung!

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