Schleimkeim

by Torsten on 11. Juni 2008 · 3 comments

in Aufgelesen

Dieses Buch hab ich gerade in atemberaubender Rekordzeit gelesen und möchte es hiermit wärmstens empfehlen. An dieser Stelle herzlichen Dank an jemanden, der mir dieses Buch geliehen hat und weiß wer gemeint ist. 😉

Da die einzige Amazon-Kundenrezension genau das aussagt, was auch ich gesagt hätte, übernehme ich den Text einfach mal ganz schamlos.

„Satan, kannst du mir noch mal verzeihen:
Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest“

Ich kann mich erinnern, in den frühen 90ern den ersten Post-Anschluss DDR-Punk-Sampler „Sicher gibt es bessere Zeiten (…)“ als LP erworben zu haben, damals fiel mir eine Band durch ihren räudigen, derben Sound und den ungewöhnlichen Gesang besonders auf: Schleimkeim. Der Name war albern, die Texte simpel, die Musik primitiv, aber die Band hatte das gewisse Etwas und ließ die restlichen Bands auf diesem Sampler alt aussehen. Mit den Jahren hatte ich die Band und die Punkszene weitgehend aus den Augen verloren, bis ich vor kurzem anfing, mich mit Musikerbiographien zu befassen. Auf meiner Suche stieß ich dann auf dieses Werk und musste es sofort haben. Ich habe es in 1 1/2 Tagen verschlungen! Ähnlich wie in „Verschwende deine Jugend“ lässt man hier Weggefährten und andere Zeitzeugen zu Wort kommen, so entsteht ein vielschichtiges, insgesamt wenig schmeichelhaftes Portrait eines genialen, erfindungsreichen Künstlers, der stets mit dem Kopf durch die Wand ging und ohne Rücksicht auf andere oder sich selbst „sein Ding“ durchgezogen hat. Erwartungsgemäß fand die Geschichte des Dieter „Otze“ Ehrlich ein tragisches Ende, aber lest doch einfach selbst…

* Broschiert: 175 Seiten
* Verlag: Ventil; Auflage: 1 (März 2008)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3931555690
* ISBN-13: 978-3931555696

Quelle / Bei Amazon bestellen.

{ 3 comments… read them below or add one }

1 zora Juni 12, 2008 um 18:45

So war das. Damals. Schön wars und verrückt und wunderbar egal.
Heute ist die erste Generation in Reihenhausüberlebende und Drogentote zu unterteilen, die zweite macht „in Kunst“ oder „was Soziales (wenn sie nicht drogentot ist) und die dritte…nuja, schaun`mer mal…

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2 Torsten Juni 12, 2008 um 20:44

Die dritte Generation? „Die ist heiß, hungrig und hochmotiviert. Flexibel, spontan und qualifiziert. Teamfähig, unabhängig und belastbar. Denen ist heute egal, wo gestern noch Hass war.“ 😉

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3 Andreas Juni 16, 2008 um 11:22

Ha …
ich wollte schon schimpfen gerade … hatte nämlich dieses buch letztens bei ebay an der angel, aber dann bin ich mehrmals gnadenlos überboten worden … aber du hasts ja nur geborgt … glücklich, wer gute verleiher hat … ich wills auch noch lesen 🙂

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