web analytics

Die X-Akten – Teil 3

by Torsten on 2. August 2008 · 5 comments

in Amtliche Bekanntmachungen, Träume in Technicolor

Während draußen der Sturm der Gerech­tig­keit tobt, der Regen wie wild an die Behör­den­fens­ter prasselt, und die tiefschwarze Nacht einzig durch das elektrisch-ekstatische Zucken der am Himmel bersten­den Blitze erhellt wird, sitzen die Behör­den­mit­ar­bei­ter beim Kaffee­kränz­chen und halten Maulaf­fen feil. Bei einer Tasse gülde­nen Glücks und einem Stück Apfel­torte dazu läßt es sich eben aushal­ten.

Wir haben sie, Freunde. Wir! haben! sie!

Die X-Akten Teil 3 sind einge­trof­fen. Direkt aus dem Geheim­ar­chiv der Börde­be­hörde, von Motten zerfres­sen und vom Zahn der Zeit zernagt, aber immer­hin: Wir haben sie. Drama­ti­sche Dokumente dreis­ter Dusse­lig­keit, fotogra­fi­sche Belege des kompro­mit­tie­ren­den Wahnsinns, einzig­ar­tige Zeitzeu­gen zwiespäl­ti­ger Zerwürf­nisse! Verdammt nochmal!

Lassen Sie sich also diesen kleinen aber feinen und insge­hei­men Einblick in den inners­ten Zirkel unserer Schaf­fens­stätte nicht entge­gen, werden Sie Teil des Ganzen, Einge­weih­ter unter Ahnungs­lo­sen, Wissen­der unter den Begie­ri­gen; ab heute gehören Sie dazu.

Alle Fotos sind durch Einfachklick vergrö­ßer­bar!


Ein Tisch. Ein Tisch? Nein, viel mehr als ein Tisch. Das Denk- und Kompe­tenz­zen­trum der Behörde. Hier entste­hen Tag für Tag aufs Neue die unglaub­lichs­ten Geschich­ten, Berichte und die wildes­ten Lügen. Hier schla­gen die Synap­sen Salto! Reduk­tion auf das Wesent­li­che, das ist das Stich­wort: Eine Pritsche für den geschun­de­nen Rücken, einen Tisch samt hübscher Decke und Stuhl für die Aus-den-Finger-Saugerei und ein Wasch­be­cken, um ab und an das müde Antlitz mit etwas Wasser in eine Frische­kur zu schicken. Was braucht ein Autor mehr, um glück­lich zu sein?

… richtig geraten, er braucht Feedback. Und Bandbreite. Zur Ermitt­lung der Bandbreite und der Leser­reich­weite werden in der Behörde nur die aller­neu­es­ten Metho­den benutzt. Das Foto zeigt Mitar­bei­ter Hannes R. bei der Berech­nung der Bandbreite für den vergan­ge­nen Juli. Er nutzt dabei ausschließ­lich seinen Kopf, eine Tafel und etwas Kreide. Allesamt Mittel, die sich schon seit den alten Ägyptern bewährt haben. Wer braucht Compu­ter?

… niemand braucht Compu­ter. Wir haben sie trotz­dem. Und zwar in großer Anzahl. Neben dem Röhren­mo­dell BB-TX303, hier gerade in der General­über­ho­lung durch Monteur Klaus-Jürgen K., stehen uns die moderns­ten und leistungs­fä­higs­ten Mikro­pro­zes­so­ren zur Verfü­gung. Wir sind für die Zukunft gerüs­tet und gewapp­net, mit Entschlos­sen­heit in den Herzen und Grütze im Kopf beschrei­ten wir zielstre­big und völlig frei von Zweifeln unseren Weg…

… und mit uns beschrei­ten diesen Weg noch viele viele Menschen mehr. Durch regel­mä­ßige Schulun­gen und Weiter­bil­dun­gen, werden die Mitar­bei­ter der Behörde stets und ständig auf den neues­ten Stand in puncto Blogge­rei gebracht. Unsere Schreib- und Rheto­rik­kurse unter dem Motto „Mindbow­ling für Fortge­schrit­tene“ erfah­ren einen regen Zulauf. Wir sind bereits auf Monate im voraus ausge­bucht, was uns auf die Idee brachte, bei allen Kursen grund­sätz­lich mindes­tens ein Fenster zu öffnen, damit das johlende Publi­kum außer­halb des Raumes ebenso die Möglich­keit hat, ein wenig zu lauschen und – vor allem – zu lernen…

Das sich die Wissens­ver­mitt­lung nicht ausschließ­lich auf den theore­ti­schen und inner-köpfischen Bereich erstreckt, beweist vorste­hen­des Foto. Ebenso wie ein verständ­li­cher Schreib­stil und formi­da­ble Inhalte, ist prakti­sches Wissen gefragt. Hier einige zukünf­tige Behör­den­mit­ar­bei­ter bei der Produk­tion von Miniatur-Atomkraftwerken für den im starken Wachs­tum befind­li­chen chine­si­schen Markt.

Die Anstren­gun­gen des alltäg­li­chen Behör­den­le­bens erfor­dern natür­lich ihren Tribut. Und einen Ausgleich. Letze­rer findet seinen Ausdruck in einem großen Angebot an Spiel, Spaß und Erholung. Hier einige Nachwuchs­kräfte bei der Ausfüh­rung von „Stadt, Land, Fluß“. Ein Angebot, das jeden Abend aufs neue, für gute Laune und ausge­las­sene Heiter­keit sorgt.

Trifft der gemeine Passant einen unserer Behör­den­mit­ar­bei­ter in einer Innen­stadt seiner Wahl, so herrscht er ihn gelegent­lich an: „Ihr seid doch diese Compu­ter­hei­nis, Leute die den ganzen Tag vor der Kiste hocken und keine Ahnung vom echten Leben haben!?“. Nein, sind wir nicht. Wir sind auch dieje­ni­gen, die behende und beherzt zu Schub­karre, Schippe und Besen greifen, um die alte Tante Eiche vor der Börde­be­hörde von Laub, Unrat und wegge­wor­fe­nen Schokoriegel-Verpackungen zu befreien. Der erste Eindruck täuscht so oft!

Hier ein Foto das beweist: In der Börde­be­hörde gibt sich die Promi­nenz die Klinke in die Hand. Steven Patrick Morris­sey erklärt Behör­den­mit­ar­bei­ter Hans-Werner Z. sein Konzept der fleisch­lo­sen Ernäh­rung durch massi­ven Einsatz der Agrar­pöko­lo­me­trie.

Schach matt! Wer den ganzen Tag soviel denken muß, erholt sich gern mal bei einer Partie Schach für Schach-Ahnungslose! Ich jeden­falls habe vom Schach überhaupt keine Ahnung, ebenso­we­nig wie vom Spielen der Klari­nette, und deshalb möge dieses Foto bitte für sich selbst sprechen.

Soweit der dritte Einblick in die dunkels­ten Geheim­nisse der Börde­be­hörde. Behaup­ten Sie fortan nie mehr, Sie hätten von nichts gewußt!

Teil 1 der X-Akten liegt für die Nachzüg­ler hier bereit.
Teil 2 haben wir hier versteckt.


{ 5 comments… read them below or add one }

1 Andreas August 3, 2008 um 15:41 Uhr

😯

yeah mann diese behörde ist einfach phäno­me­nal … diese kader­schmiede geprägt von einsatz, spiel­witz und einer portion gepfleg­ten humors ist ein juwel von unschätz­ba­ren wert und ein pech das der arbeiter- und bauern­staat gegan­gen ist, in dieser arbeits­stube des guten witzes, wären genera­tio­nen von genies erblüht 🙂

mit einem hefti­gen salute­wün­sche ich einen guten start in die kommende woche
Andreas

Antworten

2 Jule wäscht sich nie August 3, 2008 um 20:54 Uhr

Sag mal ist der Hannes R. denn noch Jungge­selle? Wenn ja wärst du so nett ihm meine Adresse zu geben. Da würde ich mich freuen wie bolle. So ein landjunge wäre ideal für so ein stadt­mäd­chen wie mich.

sei gerüsst und bebol­lert

Antworten

3 Torsten August 3, 2008 um 23:18 Uhr

@ Andreas: Dinge ändern sich, Länder verschwin­den. Die Behörde jedoch wird auch weiter für die gute und gerechte Sache kämpfen! Und dabei blaue Kittel tragen! Salut! Auch Dir ‚ne schicke Woche.

@ Sandra Dee: An Deinen neuen „Künst­ler­na­men“ werde ich mich nie gewöh­nen, Bolli. Den Hannes frag ich morgen früh gleich, wenn er zum Dienst kommt. Soweit ich weiß, war er mal verhei­ra­tet, das ist aller­dings schon ‚ne Weile her. Ich glaube auch – kann da aber falsch liegen – das er im Moment solo ist. Ich werd ihn aber defini­tiv wie gesagt morgen früh fragen. Im Zweifels­fall hörst Du also wahrschein­lich spätes­tens morgen Mittag von ihm, ich geb ihm Deine Nummer. Viel Spaß und ‚ne glück­li­che Zukunft euch beiden …

Antworten

4 Jule wäscht sich nie August 4, 2008 um 02:34 Uhr

Ick dank dir herzilein..jetzt gehts bergauf.Heiraten kinder kriegen häuser bauen und volvos fahren..

Antworten

5 Torsten August 4, 2008 um 12:27 Uhr

Ich fürchte, da muß ich Dich enttäu­schen. Hannes ist Elektro­ni­ker, kein Häusle­bauer. Außer­dem fährt er einen rosti­gen Ford Granada, Baujahr 1982. Sieht saucool aus, schluckt aber ziemlich viel. Trotz­dem alles Gute für Euch!

Antworten

Kommentar verfassen

Previous post:

Next post: