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Delikat und exquisit: The Indelicates!

by Torsten on 28. August 2008 · 1 comment

in Musik

Nein, heute geht es nicht um den „Deli“ und den „Ex“, die beiden Nobel­la­den­ket­ten der vollkom­men zu Recht unter­ge­gan­ge­nen DDR, heute geht es mal wieder um Musik.
Bis vor ein paar Tagen dachte ich, das engli­sche „indeli­cate“ stünde für „ungenieß­bar“, „nicht schmack­haft“ oder irgend­et­was in diese Richtung. Mein Wörter­buch hat mich eines besse­ren belehrt: „indeli­cate“ bedeu­tet so in etwa „ohne Feinge­fühl“ oder auch „schroff“.

Nun, ich weiß nicht, ob die Bandmit­glie­der der Indeli­ca­tes von Natur aus zur Schroff­heit neigen; ihrer Musik jeden­falls ist mangeln­des Feinge­fühl nicht vorzu­wer­fen.

The Indeli­ca­tes sind eine briti­sche Indie-Band, die sich musika­lisch zwischen Folk, Punk und Noise­rock bewegt und vor allem für ihre zynischen Texte bekannt ist.

Gegrün­det wurde die Band 2005 von dem Songwri­ter und Ex-Comedian Simon Clayton und der Sänge­rin und Pianis­tin Julia Clark Lowes, einem ehema­li­gen Mitglied der Pipet­tes. Die beiden bilden das Zentrum der Band und firmie­ren auf deren Veröf­fent­li­chun­gen als Julia and Simon Indeli­cate. Sie nutzen die Band auch, um ihre Aktivi­tä­ten als Solis­ten zu präsen­tie­ren. Inzwi­schen hat sich um sie herum jedoch ein stabi­les Line-up entwi­ckelt. Die Band hat in Großbri­tan­nien und Deutsch­land mehrere Singles und EPs veröf­fent­licht.

Unter anderem das schöne „Sixteen“, das neben einer wohlfei­len Melodie auch durch einen charmant-bösartigen Text zu überzeu­gen weiß, Jugend­li­che aufge­paßt:

„Let’s go to town and switch the magazi­nes
Drink milks­hakes until we’re sick
Oh, oh, it’ll be so funny
Oh, oh, it’ll be so funny

Drop ace drum and bass feat. Hitler and Chair­man Mao
If we don’t do it now then someone else will
Oh, oh, it’ll be so funny
Oh, oh, it’s the power not the money

This scene is the scene to be seen in
Not that the scene is what we’d be seen with
We just wanna be sixteen
Sixteen
Even though we’re twenty three“

Auch ganz fein und auch ganz schön zynisch ist „Julia, we don’t live in the 60s“ das durch ein tolles Video und einen bitter­bö­sen Text begeis­tert:

„And people die when towers fall
I’ve tried but I hardly even care at all
I’ve seen you angry

and I’ve seen you cry
Life goes fitfully flitting by
And I would love to climb a barri­cade
Like every other boy you know
But the wars at home have been betrayed
By too many boys on barri­ca­des

We’ve never had it so good
Never had it so good
We’ve never had it so good,
Life is sweet.“

Noch dazu haben die Indeli­ca­tes einen Sinn für überaus unter­halt­sa­mes Merchan­di­sing, und schei­nen auch durch Livequa­li­tä­ten überzeu­gen zu können. Also, keine falsche Zurück­hal­tung, mit Speck fängt man Mäusen, die Axt im Haus erspart die Ketten­säge und eine günstige Gelegen­heit eine Indelicates-CD zu kaufen steht vielleicht morgen schon vor der Tür. Zusam­men mit dem Wurst­mo­bil.

Ich freu mich schon auf mein Wochen­ende.

Gute Nacht.

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1 Vero August 30, 2008 um 02:18 Uhr

Nein, nein, nein, nein, nein, nein und nochmals nein! Nur DELICATE sind die wahren Helden! Mit „Senti­men­tal when drunk“ und „If only you could taste like Bourbon“. Hat zwar überhaupt nix mit briti­schem Indie zu tun, aber ist phäno­me­nal gut. Unbedingt mal reinhö­ren :mrgreen:

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