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10 Platten für die Insel (Teil 4)

by Torsten on 8. September 2008 · 4 comments

in Musik

Teil 4 unserer kleinen Reihe „10 Alben für die Insel“!
Alle Artikel aus der Reihe sind hier abruf­bar.


Boxhamsters – Prinz Albert

1993 – Bad Moon (Indigo)

Winnie / Hütchen­spie­ler / Krazy / Falsche Kreuze / Hotzen­plotz
Schleich­fahrt / Konflikt / Eis / Süßwas­ser­ex­perte / ’76
Farben / Armenster­ben


Sommer 1993. Die bleierne Schwere der ausge­hen­den 80iger Jahre liegt noch immer wie ein dunkler Schat­ten auf den alten Teilen der gerade erst verei­nig­ten Republik. Elf Jahre Kanzler Kohl an der Spitze, das Volk verei­nigt in Trägheit, tiefschla­fend im Konsens­ses­sel aus Gemüt­lich­keit, Lange­weile und Zufrie­den­heit. Nur ein kleines Volk leistet Wider­stand: Aus den flachen Ebenen östlich der Elbe brechen die Urein­woh­ner zu neuen Ufern auf. Handstri­ch­ar­tig werden die Clubs im Westen genom­men.

Landauf, landab tönen die Klänge der Boxhams­ters durch die Jugend­zen­tren der Republik. Die Karawane der alten neuen Welt aus 80s Punk/HC, strik­tem linkem Selbst­ver­ständ­nis, Solikon­zer­ten und vegeta­ri­schem Catering hat keine Zeit um Luft zu holen, sie muß weiter­zie­hen. Das neue Land ist jung, Wider­stand ist Pflicht, und wenn jemand weiß, wie sowas überhaupt geht, dann die sympa­thi­schen kleinen alten Punks aus Gießen.

Man ist nicht zaghaft in der Wahl der Mittel und der Sound­track zum Jungsein besteht zum Beispiel aus dem Hochgeschwindigkeits-Emocore (ja, Kinder, das ist Emocore!) der Hamsters. Der Eintritt kostet 5 Mark, wie Du aussiehst spielt keine Rolle. Das Bier ist billig. Es gibt keine Modepunks im Publi­kum, weil sich Modepunks nicht für unkom­mer­zi­elle Bands inter­es­sie­ren. Oder weil sie keinen Zugang zu den Kanälen haben, auf denen Unkom­mer­zia­li­tät statt­fin­det. DIY ist weder Masche noch Koket­te­rie, sondern ein Selbst­ver­ständ­nis. Punk ist, was DU daraus machst. HipHop hat die Welt noch lange nicht versaut. Und mitten­drin in den verbit­ter­ten, wüten­den Songs mit den typisch catchy-kinderliedhaft-sentimentalen Refrains – ich, Du, wir, sie.


Boxhams­ters – „Krazy

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„Geschrei das nieman­den groß berührt, hat mir die Kehle zugeschnürt.
Die Augen rot, die Worte heiser, lach ich eben etwas leiser.
Den letzten Witz hab ich gesehen, all meine Eulen in Athen,
die flotten Sprüche ausge­bremst, dann ist der Narr halt eben ernst.
Die Birne weich, das Herz kaputt wie meine Hose,
will nach Coconino County,
blätter rum in meinem Hirn … es ist verrückt,
ich komm bestimmt nicht mehr zurück.“


Auf Wieder­se­hen.


{ 4 comments… read them below or add one }

1 Jens September 9, 2008 um 12:27 Uhr

in diesem vollge­fres­se­nen land,
da wird die dummheit ewig siegen
wo minis­ter­prä­si­den­ten gern in badewan­nen liegen
da liegt sie nun die sau, der abgesof­fene heili­gen­schein
mit einem grinsen im gesicht
werd ich dein quiet­che­ent­chen sein
😉

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2 Alex September 9, 2008 um 20:00 Uhr

Kam irgend­wie die Ankün­di­gen für diesen Artikel deutlich vor dem Artikel selbst? Zumin­dest hat ich bei diesem vierten Teil in den letzten Tagen immer auf einen nicht funktio­nier­ren­den Link geklickt. Naja. Hat sich das Warten ja gelohnt.

Alex- letzter Blogein­trag … Auf zu neuen Horizon­ten

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3 Jens September 10, 2008 um 21:27 Uhr

aus inter­nen Quellen: die Boxies sind gerade im Studio, anfang nächs­ten Jahres soll die neue Platte wohl erschei­nen. Fragt sich dann nur wo, da Lado ja auch nicht mehr existiert.
schöne Grüße in die Behörde!

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4 Torsten September 11, 2008 um 18:32 Uhr

Alex, es gab ein paar techni­sche Probleme. Genau­ge­nom­men war der Artikel ursprüng­lich viel länger, aber ich bin etwas vom Thema abgewi­chen. 😉 Deshalb stand er zwar schon online, aber eigent­lich doch nicht. Naja, jetzt isser ja da. Danke fürs Kommen­tie­ren!
Jens, auch Dir herzli­chen Dank, vor allem für die guten Infos. Wobei ich zugeben muß, daß mir die alten Boxies besser gefal­len als die von „Demut & Elite“.

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