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Kurze Tage und gefährliches Halbwissen

by Torsten on 18. November 2008 · 10 comments

in Kraut und Rüben

Meine Fresse, ist das dunkel. Wenn ich um kurz nach 6 das Haus verlasse und kurz vor halb fünf wieder­komme, umgibt mich nacht­schwarze Dunkel­heit. Wobei ich manch­mal (je nach Verkehrs­dichte auf der Autobahn) auch schon viertel fünf zuhause bin. Für alle westdeut­schen Mitle­ser: Das ist viertel nach vier. Dann jeden­falls ist es noch nicht ganz dunkel, aber es dämmert. Und zwar gewal­tig. Leider nicht in meinem Oberstüb­chen, wo ein bißchen Dämme­rung gelegent­lich ganz hilfreich sein kann. Nein, es dämmert am Firma­ment.

Die Tage werden also kürzer, und zwar bis kurz vor Weihnach­ten. Dann werden sie wieder länger. Zeit wird’s. Eine alte Binsen­weis­heit lautet: Man soll mit der Zeit leben. Also im Sommer die Nacht fast zum Tag machen und im Winter die Bude aufräu­men, sich heime­lig einrich­ten, Wände dekorie­ren und den Kamin anschmei­ßen. Sich lecker warmes Essen kochen, mal wieder den Tisch abwischen und ausgie­bige Vollbä­der nehmen. Die letzte Bastion des artigen Mittel­eu­ro­pä­ers ist sein Badezim­mer, die einzige Einschrän­kung von Glück, Vollkom­men­heit und Ruhe sind die Energie­preise. Aber das kriegen wir schon irgend­wie geregelt. Ich stelle Rückzugs­ten­den­zen fest, privat wie gesamt­ge­sell­schaft­lich. Die bösen Geister halten uns auf Trab bzw. vielmehr in Schock­starre, soll ich bereits Absicht vermu­ten oder ist alles nur Zufall? Könnte man eventu­ell davon ausge­hen, daß wenn kein Geld für Verlus­ti­gun­gen jegli­cher Art außer­halb der eigenen vier Wände übrig­bleibt, der Rückzug quasi von höherer Stelle geplant sein könnte? Kompli­zier­ter Schach­tel­satz, aber ihr denken­den Indivi­duen da draußen, wißt schon was ich meine.

Kommen wir nun zum gefähr­li­chen Halbwis­sen: Heinz-Rudolf Kunze. War der nicht mal maßgeb­lich an dieser Deutschquoten-Diskussion betei­ligt? Wollte der nicht irgend­wie per Verord­nung vorschrei­ben lassen, daß 104 Prozent des Dudelfunk-Mülls deutsch­spra­chig sein müssen? Ich glaube, mich an diese unselige Diskus­sion erinnern zu können. Dabei ist die Lösung zu einfach: Macht doch einfach gute Musik mit guten Texten, von mir aus auch in deutsch. So wie z. B. die neue Single vom HRK, das ist doch schon mal ein guter Anfang. Hier schließt sich der Kreis, alles was ich will sind längere Tage. Pronto, bittschön!


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1 Jens Henschel November 18, 2008 um 17:49 Uhr

Heime­lig­keit stellt sich mit Zufrie­den­heit ein, oder? Vielleicht kann man sie mit einem brennen­den Kamin, mangels Kamin einer brennen­den Nachbar­woh­nung auch erzwin­gen. Der Heinz, der Rudolf, der Kunze kann jeden­falls nicht dazu beitra­gen dass hier Heime­lig­keit anstelle von Sorgen und Geschäf­tig­keit tritt … aber gut, ihr müsst ihn ja gut finden 😉

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2 Jule wäscht sich nie November 18, 2008 um 18:14 Uhr

Winter ist Kapitu­la­tion, Sommer Revolution..so machens auch schon die Tiere. Und da halte ich mich dran. Lasst uns den Tag zur Nacht machen und die Nacht auch. Nacht immerzu und sowieso. Nur schnee ist schöner.

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3 Torsten November 18, 2008 um 18:31 Uhr

Die „brennende Nachbar­woh­nung“ hat mir gefal­len. :mrgreen: Den Heinz, den Rudi, den Kunzi mag ich übrigens gar nicht, ich glaube sogar, der muß privat ein ziemli­cher Unsym­path sein. Schau­spie­lern kann er auch nicht, wie man im Video gut sieht. 😉 Der Song jeden­falls gefällt mir gut.

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4 Jens November 18, 2008 um 18:41 Uhr

Schöner Mann. Torsten, Du hörst zuviel Radio Nieder­sach­sen. Ab Freitag muss ich wieder zur Arbeit – ich werd dann wohl Uhrsle­ben auch nur am Wochen­ende bei Licht sehen…

4 Minuten vor dreivier­tel nach 6, ich hab’s verstan­den 😀

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5 Torsten November 19, 2008 um 08:42 Uhr

Mir gefällt der Song. Basta. 😎

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6 Der Metawirt November 29, 2008 um 15:46 Uhr

„[…] Wobei ich manch­mal […] auch schon viertel fünf zuhause bin. Für alle westdeut­schen Mitle­ser: Das ist viertel nach vier. […]“

Frech­heit!
Meinst Du, nur Ossis können die Zeit vernünf­tig ansagen?
Franken+Bayern machen das genauso, wie’s in B-W aussieht weiß ich nicht, aber ich denke, mich erinnern zu können, dass das die Saarlän­der auch sagen(?)

m.

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7 Torsten November 29, 2008 um 16:12 Uhr

Wo im Artikel steht, daß eine der beiden Varian­ten vernünf­ti­ger ist?! Nirgendwo. Ich hab’s nur für die unzäh­li­gen mitle­sen­den Nieder­sa­chen „übersetzt“, die sagen nämlich „viertel nach/vor“.

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8 Der Metawirt November 29, 2008 um 16:36 Uhr

Nachtrag: Zum gelink­ten Clip sag‘ ich jetzt mal lieber nix – hab’s immer­hin bis 1:50 ausge­hal­ten *schüt­tel*

…Wo’s doch wirklich einige in diesem Land gibt, die gute Texte machen
[flame mode on]
im Gegen­satz zu der pseudo­in­tel­lek­tu­el­len Pappnase dort oben
[flame mode off]

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9 Torsten November 29, 2008 um 17:50 Uhr

Wie ich schon weiter oben schrieb, ich mag den Song. That’s all.

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10 Jule wäscht sich nie November 29, 2008 um 21:05 Uhr

Darfst du auch Bollwerk. Ich zum Beispiel stehe auf tiny dancer von elton john und da stehe ich zu.

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