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Ein Jahr in Amt und Würden

by Torsten on 5. Dezember 2008 · 11 comments

in Amtliche Bekanntmachungen, Kraut und Rüben

Kinder, wie die Zeit vergeht! Gestern noch als Pauschal­tou­rist auf dem Flugha­fen in Bangkok festge­ses­sen und heute schon Pilot bei Ryan Air! So schnell kann’s gehen!

Ein langes Jahr währt meine Regent­schaft über die Börde­be­hörde mit dem morgi­gen Tage. Ein Jahr voller Entbeh­run­gen, ein Jahr voller Aufop­fe­rung und ein Jahr, das erneut bewie­sen hat: Man darf mir nicht jedes Wort glauben. Und vor allem nicht auf die sprich­wört­li­che Goldwaage legen. Wer noch Gold zum Wiegen hat, ist heutzu­tage ein gemach­ter Mann (bzw. eine gemachte Frau). Der einzige Preis, der ständig steigt, ist der Goldpreis. Nun muß ich fairer­weise zugeben, daß ich von Wirtschafts­din­gen im allge­mei­nen und Rohstoff­prei­sen im spezi­el­len über keiner­lei tiefgrei­fende Kennt­nisse verfüge. Jedoch ist mir (und da bin ich sicher nicht allein) in diesem Jahr auf das Eindrucks­vollste bewie­sen wurden, daß alles endlich ist. Sogar das Wachs­tum. Stößt der Kapita­lis­mus nun also auch an seine Grenzen, mag das Gejam­mer und Gezeter vor den Toren der Stadt auch noch so laut in die heimi­sche Wohnstube schal­len:

Die Behörde wird weiter wachsen!

Diesem Blog steht eine rostrote Zukunft bevor. Aus flinken Fingern und verkno­te­ten Synap­sen werde ich die inter­es­sierte Leser­schaft auch weiter­hin mit meinen unnüt­zen Gedan­ken beläs­ti­gen. Die frohe Kunde der guten Musik werde ich in die Welt hinaus­po­sau­nen, ich werde Bratwurscht preisen und Senf dazu reichen. Meinen eigenen Senf! Den Senf des flachen Börde­lan­des, wo die Mutter­erde schwarz ist, so wie die Seelen der Urein­woh­ner! Wo Roggen, Gerste und Weizen auch weiter­hin nicht mit ihren Reizen geizen. Da, wo nicht nur der Rubel rollt, sondern auch die Rübe rodelt. Wenn Schnee liegt, zur kalten Winters­zeit.

Heuer fand ich im Behör­den­brief­kas­ten einen Aufruf, meinen gesam­mel­ten nicht mehr benötig­ten Haushalts­ge­räte doch bitte bis morgen früh, 8.00 Uhr, an den Straßen­rand zu stellen. Es würde dann die Firma XYZ kommen, und diesen abholen. Aller­dings nur Geräte in einwand­freiem Zustand, wie z. B. Wasch­ma­schi­nen („nicht älter als sieben Jahre“), Fernseh­ge­räte („gern 100 Hz, ab 70 cm“), Autorei­fen („nur 2 oder 4 Stück, min. 50% Profil­tiefe“). Die Lumpen­samm­ler sind verdammt anspruchs­voll gewor­den, so schlecht kann es denen also gar nicht gehen.

Inspi­riert von dieser Wunsch­liste hab ich meine eigene zusam­men­ge­stellt. Falls also hier ein mir bislang noch unbekann­ter Mäzen mitliest, zum ersten Geburts­tag hätte ich gern: eine Netzwerk­fest­platte (500 GB würden reichen), ein Macbook Pro (am besten das „alte“ mit dem matten Display), eine Digital­ka­mera (SLR muß nicht, kann aber) und ein Pony.

Das spanne ich dann vor meinen mit Nelken und Narzis­sen geschmück­ten Boller­wa­gen und ziehe damit durchs Dorf. Vom Wagen herab werde ich Kamelle werfen, Underberg-Fläschen und 1-Kilo-Pakete Zucker. Dazu wird die Blaska­pelle der örtli­chen Feuer­wehr das Sex Pistols-Cover „Anarchy in the Kornkam­mer of the Bundes­re­pu­blik“ spielen. Alles zum Wohle der Leser!

Im nächs­ten Jahr erzähle ich Ihnen dann, wovon ich nachts träume.

Bis dahin verbleibe ich
mit freund­li­chen Grüßen als

Ihr Herr Amtsvor­ste­her


An dieser Stelle herzli­chen Dank allen an der harten Arbeit der Akten­auf­ar­bei­tung Betei­lig­ten: Ganz beson­ders an die Top-Kommentatoren Jule, Jens, Andreas, Zora, Alex, Kacknor­ris, Miss Raten, Marcus, Nadine, Differ­ent­Stars und Gnomo­rella!

P. S. Zum Einjäh­ri­gen einige techni­sche Details (für die Nerds unter den Lesern): Die Behörde ist seit 365 Tagen online. Insge­samt wurden 254 Beiträge geschrie­ben, darauf gab es 542 Kommen­tare von 60 verschie­de­nen Besuchern. Das entspricht 0,69 Beiträ­gen und 1,72 Kommen­ta­ren pro Tag. Die Gesamt­be­su­cher­zahl liegt bei 12.109, das sind im Durch­schnitt 42 Besucher täglich. Die Zahl der Feedabon­nen­ten schwankt zwischen 25 und 30.

P. P. S. Ich habe geschwin­delt. Eigent­lich hat die Behörde erst Mitte Januar 2008 eröff­net, der erste Beitrag datiert trotz­dem vom 6. Dezem­ber 2007. Ich habe zwei Einträge aus meinem alten last.fm-Blog übernom­men, inkl. der Datie­rung. Ich Schurke!

{ 11 comments… read them below or add one }

1 Marcus Dezember 5, 2008 um 08:14 Uhr

Der Vertre­ter des König­reichs Württem­berg gratu­liert recht herzlich zum Jubiläum.

Hochach­tungs­voll

Marcus

PS: Nicht lachen Leute, hier gibt es sogar noch die Todesstrafe.…zumindest was in der Art

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2 Jule wäscht sich nie Dezember 5, 2008 um 13:24 Uhr

Die verrot­tende Kreis­stadt Colonien schickt Ihnen Ziegen­bock und Blumen­wa­gen und vier 50 jährige Jungfrauen zur Unter­hal­tung und Lobprei­sung.
Wir haben ihnen Strumpf­ho­sen angezo­gen und Ratten­fell­män­tel und sie auf die Autobahn gestellt-wir hoffen sie schaf­fen es in die Börde.
Seien Sie also offiziel blumen­berankt und samtbe­pan­tof­felt.

Ihr Amtsschim­mel samt Familie.

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3 Landfleischerei Bördehofer Dezember 5, 2008 um 16:43 Uhr

Alles Gute zum einjäh­ri­gen Bestehen, wünscht Ihnen, von ganzem Herzen, das gesamte Team der Landflei­che­rei Börde­ho­fer. Anläß­lich Ihres geplan­ten Festum­zu­ges in Nordger­m­ers­le­ben, würden wir Ihnen gern 2 Spanfer­kel mit Sauer­kraut spendie­ren.

Es grüßt H. H.- Hellwig.

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4 Jens Dezember 5, 2008 um 20:54 Uhr

Die besten Glück­wün­sche zum Einjäh­ri­gen :mrgreen:
Beim Pony bin ich dran, fahr morgen mal rüber nach Alten­hau­sen.

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5 Torsten Dezember 5, 2008 um 21:04 Uhr

Mein ausdrück­li­cher Dank an Marcus, den König von Württem­berg!

Großar­ti­ger Kommen­tar Jule, hab herzlich gelacht. 😀

Liebe Landflei­sche­rei Börde­ho­fer, auf den Hasen­bra­ten vom letzten Oster­fest warte ich bis heute. Also bitte keine leeren Verspre­chun­gen!!!

Danke Jens Hellwig F.! Ein Pony mit nur einem PS kommt auch meinem Spritspar-Naturell entge­gen. 😉

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6 Jule wäscht sich nie Dezember 6, 2008 um 01:31 Uhr

Es werden wohl nur drei Jungfrauen ankom­men, eine ist mit Manni dem LKW Fahrer aus Münster durch­ge­brannt. Ich bitte dies zu verzei­hen und sende statt­des­sen schicken wir Ihnen Schrotti. Der kommt aber mit dem Rad also entschul­di­gen Sie bitte die Verzö­ge­rung.
http://musiklok.novalis.net/index.php?option=com_content&task=view&id=29&Itemid=27

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7 gnomorella Dezember 6, 2008 um 11:05 Uhr

Oh-
hochtach­tungs­vol­len Glückwunsch-
ja ja, ein Jahr voller Entbeh­run­gen und Fleiss, dem Vergnü­gen entsa­gen, dem Gesamt­pro­dukt wegen, alle Macht der Behörde-
das nenn ich eine sozia­lis­ti­sche Arbeitshaltung-
wahrschein­lich schmeckt bei Euch die Wurst auch noch viel besser- und das ganz ohne Ruhrpotts­lang 😉
Ich spendiere zum Jubiläum ein Kilo Bratwurst + Senf,
Du darfst Dir aussu­chen, ob Du dazu die alte oder die junge Bratwurst­fach­ver­käu­fe­rin haben möchtest !

Weiter­hin tapfe­res Schaf­fen!
Gnomo­rella

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8 Jens Henschel Dezember 8, 2008 um 11:51 Uhr

Auch ich möchte meine zutiefst erfun­de­nen Glück­wün­sche übermit­teln. Aus der Phrasen­kü­che ist sogar noch ein kaltes, kaum angebis­se­nens „Auf ein weite­res Jahr!“ übrig geblie­ben.

😉

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9 Torsten Dezember 8, 2008 um 12:53 Uhr

Jens H., da bedanke ich mich artig mit einem frisch aus dem Phrasen­acker ausge­gra­be­nen „So Gott will!“.

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10 Andreas Dezember 16, 2008 um 12:00 Uhr

nachträg­lich auch beste gratu­la­tion von der küste 🙂
 
immer wieder eine wahre erfri­schung, sowohl musika­lisch aber auch was die erneue­rung des musku­la­tur rund um das zwerch­fell angeht 😉

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11 Alex Dezember 5, 2009 um 16:36 Uhr

Nun sind es schon zwei, und mich würde eine Aktua­li­sie­rung der Statis­tik inter­es­sie­ren.

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