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10 Platten für die Insel (Teil 6)

by Torsten on 6. Dezember 2008 · 3 comments

in Musik

Teil 6 unserer kleinen Reihe „10 Alben für die Insel“!
Alle Artikel aus der Reihe sind hier abruf­bar.


Monochrome – Éclat

2006 – Stick­sis­ter (Indigo)

Zweibruch / Series Of Catastro­phes And Celebra­ti­ons /
Gegen­stück / Every Once A While / Accidents & Incidents /
Souve­nir Of A Senti­men­tal Non-Event / Kopfüber­kreuz /
Amuse-Bouche / Ecart(les murs ont la parole) /
Who Me? / Prim / Kosmodrom

Monochrome gingen ca. 1996 aus der Hardcore-Band Dawnbreed hervor. Die Beset­zung blieb dabei nahezu unver­än­dert, bzw. um die Sänge­rin Ahlie (auch bei der Indie­band Elektro­loch­mann tätig) erwei­tert. Die bis dahin ohnehin schon höchst wandel­bare und experi­men­telle Band – keine Dawnbreed-Scheibe klang wie die anderen – öffnete sich unter dem neuen Bandna­men weite­ren Einflüs­sen wie Pop, Jazz und Chanson.

Ich gestehe! Ich gestehe alles! Seit Anfang 2006 stand diese Platte (bzw. die CD) bei mir im Schrank. Gekauft hab ich sie mir aus alter Sympa­thie, die Laser-CD und die Radio-12er fühlten sich so einsam im Regal, alle guten Monochrome-Dinge sind drei, so dachte ich mir.

Da stand sie dann und setzte langsam Staub an, weil nach ein- bis zweima­li­gem Hören mir an diesem Album so ziemlich alles fehlte, vor allem der Zugang. Zu vertrackt, zu undurch­schau­bar, zu kompli­ziert und dennoch zu poppig erschien mir das Album.

Als dann im Mai diesen Jahres das Nachfol­ge­al­bum Cache erschien und von mir im iTunes-Store erwor­ben wurde, war er plötz­lich wie von selbst da, der Zugang. Keine Ahnung, woran’s gelegen hat. Ich hab mich in Cache verliebt (jaja!) und im Zuge dessen in ihre Schwes­ter, die Éclat, gleich mit. Jetzt führen wir eine funktio­nie­rende Dreiecks­be­zie­hung. Geht also tatsäch­lich. 😉

Warum das ist so ist, ist selbst für eine Laber­ta­sche wie mich manch­mal schwer zu beschrei­ben. Deshalb greifen wir auf (fremden) multi­me­dia­len Inhalt zurück und guggen erstma Vidsch­joh:

Außer einem gestam­mel­ten „Ist da-da-das ni-ni-nicht großar­tig?“ fällt mir immer noch nichts ein; deshalb greife ich ausnahms­weise auf zwei Zitate* zurück, in denen aller­dings selbst zitiert wird. Ein Zitat-Zitat quasi!

„So schön kann Pop sein … … und wie schön der sein kann, wenn die Einstel­lung stimmt, zeigen Monochrome auf der aktuel­len (ausge­reif­tes­ten) Platte, die sie bisher unter das sehnsüch­tige Volk werfen. Treffend beschrie­ben in einem anderen Review an anderer Stelle, das hier zitiert sein soll: „Da gibt es Platten, die man jedem einfach ans Herz legt. Das sind die guten! Und dann gibt es noch die wenigen, raren Platten, die man jedem seiner (besten) Freunde einfach schen­ken möchte, weil sie an dem teilha­ben sollen, was man selber beim ersten Aufle­gen verspürte. Das sind die besten! Die Platten, die dieses kleine Kribbeln im Nacken erzeu­gen, das sich langsam den Hinter­kopf hinauf und den Rücken hinun­ter zieht. Dieses Gefühl gibt es viel zu selten, und man kann sich glück­lich schät­zen, wenn man in jedem Jahr wenigs­tens einmal dieses irre Kribbeln erleben darf. Genau­ge­nom­men ist es exakt das, was uns immer weiter nach neuen aufre­gen­den Bands suchen lässt und Rezen­sen­ten dazu treibt, im tiefs­ten Schlamm zu wühlen, um wenigs­tens einmal in ihrem Leben den geneig­ten Lesern etwas zu hinter­las­sen, das er für sich als Neuent­de­ckung prokla­mie­ren kann. … Éclat ist extrem sexy, es fühlt sich gut an und beweist einmal mehr, dass komplexe Songstruk­tu­ren nicht im Wider­spruch zu Popap­peal stehen muss. … Monochrome 2006 sind weiter­hin Post-Punk-Hardcore-Emo-Pop-Alles-Mögliche, weitab jeder Katego­ri­sie­rung und ohne Referen­zen, die dem Sound auch nur annähernd gerecht würden.“ Weniger als das Attri­but „grandios“ wäre ein Under­state­ment, und davon hören wir jeden Tag genügend.“

„Diese Platte ist wie eine warmher­zige und liebe­volle Umarmung. Die Musik von Monochrome bietet soviel Herz und Seele, dass sich die feinen Härchen im Nacken unwei­ger­lich aufstel­len und es manch­mal fast schon weh tut. Selten hat man ein Album voller Indierock/Gitarrenpop Hits gehört, das so herrlich boden­stän­dig und ohne lästig-peinliche Effekt­ha­sche­rei auskommt. Trotz Gesangs- und Sprachen­viel­falt (männlich/weiblicher Gesang auf deutsch, franzö­sich, englisch), trotz variie­ren­der Einflüsse die immer­hin von kanti­gem Emocore bis groovi­gem Jazz reichen, ist Éclat ein so wunder­bar homoge­nes und verschmol­ze­nes Album gewor­den, dass man es in die Arme schlie­ßen und nie mehr loslas­sen möchte. Und Songs wie „Zweibruch“ oder das alles überra­gende „Souve­nir of a senti­men­tal Non-Event“ sind so wunder­schön instru­men­tiert und arran­giert, dass man sich wünscht, Zach Braff würde sie als Sound­track zur Unter­ma­lung seines nächs­ten Filmes verwen­den. Und wer Garden State gesehen hat, weiß wie das gemeint ist. Bitte nicht verpas­sen.“

Recht haben die beiden. Besser hätt‘ ich es nicht sagen können. Hier noch zwei Tracks zum Reinhö­ren, und dann ab zum Platten­dea­ler des Vertrau­ens und Eclat kaufen, am besten die Cache gleich mit. Das Geld ist gut angelegt und die Alben jeden verdamm­ten Cent wert. Außer­dem bekommt der Käufer in beiden Fällen ein typogra­phisch exzel­len­tes Artwork, auch dafür meinen aller­größ­ten Respekt.

Who Me?

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Ecart (Les Murs Ont La Parole)

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Mehr Infos zur Band gibt’s auf der offizi­el­len Homepage oder bei mysuck­ing­space. Die beiden Zitate sind von der Amazon-Seite zu Éclat gelie­hen.


{ 3 comments… read them below or add one }

1 Jens Dezember 8, 2008 um 17:13 Uhr

Bei diesen Kriti­ken fühlt man sich ja wirklich genötigt, alles zu hören 😎 Wobei das Video für mich genauso rüber kam, wie das was ich bisher von Monochrome wußte und hörte – nix. Die beiden anderen Songs gefieh­len mir aber auf Anhieb besser – so dass ich über eine Anschaf­fung nachden­ken sollte. Sicher eine Platte die länger braucht um dann wirklich ganz goß und vor allem insel­reif zu werden – vielleicht.

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2 Jens September 3, 2010 um 14:30 Uhr

Ist es möglich, dass Du nur 6 Platten im Schrank hast?

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3 Torsten September 3, 2010 um 16:26 Uhr

Haha, Jens, 1:0 für Dich! Ist nicht einfach, so eine Reihe am laufen zu halten, zumal ich den Alben ja auch gerecht werden möchte. Vielleicht geht’s irgend­wann mal weiter… 😉

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