Die Kleingeldprinzessin in Magdeburg

by Torsten on 17. Dezember 2008 · 7 comments

in Musik

Man(n) wird nicht oft Zeuge von etwas ganz Beson­derem. Gestern jedoch war es (endlich) mal wieder soweit: Die Klein­geld­prin­zessin Dota Kehr gab sich zusammen mit Gitar­rist Jan Rohrbach in Magde­burg die Ehre. Erstmalig in der Landes­haupt­stadt Sachsen-Anhalts, im schönen Ambiente der Scheune auf dem Moritzhof.

Geboten wurde ein formi­da­bles Akustik-Konzert, mit Gitarren, Ukulele und einem Blasin­stru­ment, dessen genauer Name mir entfallen ist. Irgendwas in Richtung Keyboard, nur eben mit zusätz­li­chem Mundstück. Es gab viele Stücke vom im April erschei­nenden neuen Album zu hören, darüber hinaus natür­lich auch alle Hits in insge­samt vier(!) Zugabeblöcken.

Dota und Jan machten beide einen äußerst sympa­thi­schen und unprä­ten­tiösen Eindruck und waren von der enthu­si­as­ti­schen Stimmung des Magde­burger Publi­kums (nach Überwin­dung der obliga­to­ri­schen Eingewöhnungs-Phase) sicht­lich angetan. Enthu­si­asmus ist bei den tollen Songs und vor allem natür­lich den Texten auch angebracht; ich würde durchaus soweit gehen und Frau Kehr den Titel „Rio Reiser der Jetzt­zeit“ verleihen, oder, wie es die Kieler Nachrichten so schön formulieren:

„Musik, die einnimmt und gebor­gene Minuten anbietet, ohne senti­mental oder abgeschmackt zu wirken. Eine Gratwan­de­rung, die nicht vielen gelingt und Hoffnung macht, dass Dota eine neue musika­li­sche Bewegung anführen könnte, die sich gegen die grassie­rende säuse­lige Befindlichkeits-Popelektronik mit Schlaf­zim­mer­bett­kan­ten­ängsten stemmt und Humor, Poesie und Tiefe zurück in die leichten Melodien über die schöne Liebe und den bösen Alltag bringt… Durch­atmen und einsaugen von Stimmungen, die aufrichtig wirken, poetisch und klar…Die Klein­geld­prin­zessin ist wohl Berlins inter­es­san­teste Newco­merin…“ (Kieler Nachrichten vom 3. 11. 2004)

Das Erlebte in dem Konzert gerecht werdende Worte zu fassen, fällt schwer. Wer Gelegen­heit hat, Dota solo, im Duo oder mit ihrer Band (den Stadt­pi­raten) live zu erleben, sollte diese ganz sicher und unbedingt nutzen.

Ein famoser Abend.

Danke.

Die Klein­geld­prin­zessin - Zimmer
(Video von Daniela Reuss)


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{ 6 comments… read them below or add one }

1 Jens Henschel 17. Dezember 2008 um 11:27

Danke für den großar­tigen Tipp. Gefällt mir super!

2 Torsten 17. Dezember 2008 um 17:53

Gerne, wenn Du noch kein Album hast, fang am besten mit „Taschen­töne Live“ an.

3 Jens 17. Dezember 2008 um 21:03

Was haben wir denn da verpasst?

4 Torsten 17. Dezember 2008 um 21:06

Sorry Jens, ich wollte Dich erst noch fragen, ob Du mitkommst. Aber ich dachte mir, das wäre Dir 1.) zu hippie­mäßig und 2.) bist Du ja selbst bei den Fehlfarben einge­schlafen. :wink:

5 Jule wäscht sich nie 17. Dezember 2008 um 21:32

Ich glaube du meinst eine Triola..ich hatte die als Kind..kann man tollen lärm mit machen.

6 Gnomorella 19. Dezember 2008 um 12:41

…oh, das ist aber seit langem mal wieder (.…also das mein ich ganz allge­mein…) ein wirklich sehr inter­es­sante, innova­tive Musik ! Und so ein tolles Video ! Bin ganz begeistert !

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