Fetzt urst ein: Der Poly-Play-Automat

by Torsten on 23. Januar 2009 · 4 comments

in Aufgelesen, Kraut und Rüben

Der Poly-Play-Automat aus dem Kombinat Polytechnik und Präzisionsgerätewerke Karl-Marx-Stadt war der einzige in der DDR hergestellte Videospieleautomat.

Zwölf junge Automatenbauer im VEB Polytechnik, dem Stammbetrieb des Kombinates, fertigten diesen Spielcomputer. Das Automatengehäuse entstand im VEB Raumkunst in Mosel. 44 Automaten je Monat sollten im IV. Quartal 1986 zur Dauerleistung werden. Am Anfang waren es gerade mal 10 Stück im Monat.

Entwickelt wurde der Automat 1985 innerhalb eines halben Jahres. Nach dem „Polycomputer 880“ war der Poly-Play ein weiteres mikroelektronisches Produkt aus diesem Kombinat. Immerhin 8 Spiele vereinte der Automat unter seinem Preßspangehäuse, und da er so multitalentiert war, bekam er diesen Namen: Poly-Play.

„Poly“ stammt aus dem Latein und bedeutet „viel“. Das paßte gut, denn das Wort „Poly“ war auch sonst ein in der DDR gern verwendetes Wort. Schließlich gingen alle Schüler in eine Polytechnische Oberschule, hatten Polytechnischen Unterricht und der berühmte Polylux zauberte die Folienbilder an die Wand. Der Poly-Play-Automat war nicht für die eigenen vier Wände gedacht.

Vor allem in Ferienheimen, Klubhäusern, Jugendherbergen, Jugendklubs oder Gaststätten war er zu finden. Ein Spiel am Poly-Play-Automaten kostete 50 Pfennig. Die Genehmigung zum Aufstellen und Betreiben erteilte der VEB Staatszirkus der DDR. Ein Poly-Play-Automat kostete ca. 22000 Mark. (Quelle)

Wenn ich mich recht erinnere, stand im Berliner Plänterwald so ein Teil rum. Außerdem noch eins, mit dem Balken-Tennis („Pong“) gespielt werden konnte. Wer die Erinnerung an nostalgische Computerspiele auffrischen möchte, sollte die Website des Polyplay besuchen, dort können alle 8 Spiele online gespielt werden. Was ziemlichen Spaß macht!

Danke an Herrn Metawirt für den freundlichen Hinweis!

Weiterführende Links:
Wikipedia
Telepolis – Computer- und Videospiele in der DDR
bbc.co.uk – Fancy A Game, Comrade?

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1 Alex Januar 23, 2009 um 17:13

Ich kann mich sogar daran erinnern mal damit gespielt zu haben. In einem FDGB-Heim oder sowas … Joa, und ich war schon damals nicht von solche Computer-ähnlichen Geräten wegzukriegen 😀 Gleich mal zocken. Das mit dem Hasen?!
Danke!

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2 kacknorris Januar 24, 2009 um 11:29

das ist ja toll. am besten gefällt mir die (falsche? aufgeklebte folie?) holzverkleidung. erinnert mich an den ersten fernseher meiner eltern aus den 60ern. toller kontrast: holz&future.

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3 alter Ossi Januar 19, 2011 um 13:15

hallo zusammen, such so ein teil zum kaufen!

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