Meine Hand für mein Produkt (Am Band beim VEB Opel)

von Torsten am 1. März 2009 · 14 comments

in Kraut und Rüben, Politik

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen meinen unerschüt­ter­li­chen Willen zur Rettung des Vater­landes aus der Konjunk­tur­krise bekundet hatte, beschloß ich am Wochen­ende, diesem Willen durch handfestes Eingreifen Nachdruck zu verleihen. Dazu fuhr ich eine Sonder­schicht beim VEB Opel. Hier mein Erlebnisbericht:

4.45 Uhr
Der Wecker schellt. Mit Schwung, Elan und Chuzpe werfe ich meine müden Knochen aus dem Bett. Das wird mein Tag, denke ich so bei mir, während ich zur Kaffee­ma­schine jumpe und das bereits gestern Abend in weiser Voraus­sicht bestückte, dampf­be­trie­bene Vorkriegs­mo­dell mit locker-lässigem Daumen­schwung anwerfe. Es ruckelt, es dampft, es keucht wie eine Lokomo­tive - es funktio­niert! Während der Kaffee dem Lauf der Schwer­kraft über ein kompli­ziertes Pump- und Brühsystem bis in die Kanne folgt, bewege ich meinen Astral­körper unter meine hochmo­derne Wellness-Dusche und vertreibe die letzten müden Morgen­geister mit einem Strahl feinsten Arteserwassers.

5.05 Uhr
Der Kaffee ist fertig. Ich nehme einen Schluck und fühle mich wie Superman. Oder wie Adolf Hennecke.

5.10 Uhr
Meine Welten­ret­tungs­ma­schine wartet mit laufendem Motor vor meiner Garage. Ich steige ein, schnalle mich an, gebe „RÜSSELSHEIM“ in den Naviga­ti­ons­ap­parat und schalte auf mords­mä­ßige Superwarpgeschwindigkeit.

5.11 Uhr
Erhalte während der Fahrt einen Anruf von einem gewissen Acker­mann. Braucht Hilfe wegen Krise der Deutschen Bank. Muß absagen, erstmal Opel!

5.12 Uhr
Ich komme in Rüssels­heim an.

5.13 Uhr
Zusam­men­kunft mit Produk­ti­ons­leiter des Opel-Werkes. Meine Aufgabe wird die Montage des Beifah­rer­sitzes sein.

5.14 Uhr
Noch eine Minute bis zum Schicht­be­ginn! Man, bin ich aufgeregt!

5.15 Uhr
Die Werks­si­rene trötet, die Mitar­beiter der Nacht­schicht verlassen ihre Arbeits­plätze. Steige am Band ein und finde mich schnell zurecht. Bis 5.18 Uhr bereits sechs Beifah­rer­sitze montiert!

5.20 Uhr
Schrau­ben­schlüssel fällt mir auf den Fuß. Beiße die Zähne zusammen! Der kriegt mich nicht klein!

9.00 Uhr
Frühstücks­pause. Bis dato keine weiteren Zwischen­fälle. Wir kommen gut voran, habe mich mit meinen Kollegen schon angefreundet. Dennoch leider keine Zeit zum frühstü­cken; der Partei­se­kretär wartet schon auf mich.

9.01 Uhr
Treffen mit dem Partei­se­kretär des Kombi­nats. Präsen­tiert mir Merkels Plan zur Opel-Rettung. Bin mit allem einver­standen und schwöre mit rechter Hand auf dem Herzen und der linken auf dem CDU-Parteiprogramm den „bedin­gungs­losen Einsatz für die Volks­wirt­schaft bis zur Selbstaufgabe“.

9.03 Uhr
Wieder am Band. Pausen sind was für Mädchen oder Gewerkschaftsmitglieder!

11.28 Uhr
Bereits 293 Beifah­rer­sitze montiert. Kombi­nats­re­kord! Bekomme Ehren­platz für mein Paßbild an der Straße der Besten!

12.00 Uhr
Mittags­pause. Siehe 9.03 Uhr.

13.00 Uhr
Einer spontanen Einge­bung folgend, besuche ich kurz die Entwurfs­ab­tei­lung. Zeichne schnell drei neue Modelle aufs Papier: einen Sport­wagen, den sich jeder leisten kann (Arbeits­name: Opel GT HartzIV); einen Pickup für den Bauern (Opel Karto­fina) und einen Omnibus (Opel Dapas­sena­ber­vie­lerein) für meinen persön­li­chen Größen­wahn.
Die Gestal­tungs­fach­kräfte (vormals: Designer) sind irgendwas zwischen überrascht und beeindruckt!

13.03 Uhr
Muß mal austreten.

16.00 Uhr
Feier­abend. Eigent­lich. Rufe laut in die Werkhalle, daß Feier­abend nur was für arbeits­scheues Pack wäre, und wir jetzt alle noch 6 Stunden dranhängen. Begeis­te­rung hält sich in Grenzen. Wer meine Vision nicht teilt, kommt vor die Parteikommission.

22.00 Uhr
3949 Beifah­rer­sitze montiert. Ebenso­viele Modelle verlassen die Werks­hallen. Ausfüh­rung aller­dings teilweise unvoll­ständig, da ich deutlich schneller als meine Kollegen war. Da muß wohl die ABI noch mal ran.

23.13 Uhr
Erneuter Anruf von Acker­mann. Vertröste ihn auf übermorgen, da für morgen schon Arbeits­ein­satz bei Volks­wagen geplant. Die schicken ihre Leute extra in Kurzar­beit, so bleibt genug Platz für mich.

23.59 Uhr
Schmeiße mein Welten­ret­tungs­mobil an und fahre auf einen Absacker noch in Ritas Hafenbar.

4.50 Uhr
Wieder zuhause. Rufe noch kurz meine E-Mails ab. Glück­wün­sche der CDU-Parteizentrale und Drohbriefe der Opel-Mitarbeiter halten sich die Waage. Morgen Heute wird ein harter Tag, aber was tut man nicht alles für die Konjunktur.

5.03 Uhr
Schlafe schlecht ein, bin irgendwie nicht richtig ausge­lastet! Da sind noch Kapazitäten!

9.20 Uhr
Mein Gott, total verschlafen! Und nur Unsinn geträumt! Ich am Band! Beim VEB Opel! Großer Gott!!! Latsche zur Kaffee­ma­schine, zünd mir eine Zigarette an und muß lachen. Ziemlich sogar.

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1 jule wäscht sich nie März 2, 2009 um 03:19

Auf der Strasse der Besten ins Nirgendwo..haste fein gemacht. we can change the world!

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2 Marcus März 3, 2009 um 11:13

Jetzt hast Du mal wieder das Wunder vollbracht mich zum lachen zu bringen. Wem das gelingt der rettet auch den Staat!

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3 Roland März 11, 2009 um 13:23

Ich hab mir mal erlaubt, Dich für den Adolf-Hennecke-Gedenkorden vorzu­schlagen. Das hast Du Dir verdient alter Nortm­bre­cher. :twisted:

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4 designer wecker März 1, 2010 um 08:34

“Präsen­tiert mir Merkels Plan zur Opel-Rettung” – was meinst du damit?

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5 Torsten März 1, 2010 um 17:10

Nun, mein lieber Herr designer wecker, dazu muß ich etwas ausholen … Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schät­zung war die aller­erste und geschah zur Zeit, da Quiri­nius Statt­halter in Syrien war. Und jeder­mann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuch­tete um sie; und sie fürch­teten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkün­dige euch große Freude, die allem Volk wider­fahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmli­schen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlge­fal­lens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter­ein­ander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. (Lukasevan­ge­lium 2, 1-15)

Davon abgesehen, nehme ich mal stark an, eine Antwort inter­es­siert Dich eigent­lich nicht. Du bist nur auf der Suche nach Backlinks für Deine Designer-Wecker-SEO-Seite, ebenso wie für die kosten­losen IPhones, die Aktien-Tipps und den diversen anderen Krempel für den Du verant­wort­lich zeichnest.

Hm … sieht aus, als hätte Dein Plan nicht funktio­niert. Tut mir leid.

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6 jule wäscht sich nie März 1, 2010 um 18:58

Ja, gibs ihm..ich mag deine Antwort sehr gern! So ein wenig Religion gibt einen doch ein bisschen Halt in diesen schweren tagen. Sehr erbaulich.

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7 Torsten März 1, 2010 um 21:29

Vielen lieben Dank für Deine warmen Worte, liebe Jule! Halt, ja Halt, brauchen wir nicht alle ein bißchen Halt? Der Mensch – wie auch immer im einzelnen sein Sein bestimmt werden mag – ist ein Wesen der Distanz, der Abstän­dig­keit von anderem Seienden, von anderen seines­glei­chen und sogar von sich selber. Das Erkennen hebt bei einem Abstand vom Erkannten an; der Erken­nende setzt sich von dem zu Erken­nenden ab. Das Wollen im Gegen­satz zum Getrie­ben­werden ermög­licht sich durch eine Distanz zu dem Gewollten: daß es ihn nicht beherr­sche, sondern daß er des Gewollten Herr sei. Das gleiche gilt für das Handeln, sofern der Handelnde in der Abstän­dig­keit von seinem Tun über dessen Zweck und Ziel reflek­tieren kann. Selbst die Sprache ist eine Weise der Distan­zie­rung; denn das unbenannte Seiende ist das nah Bedrän­gende und darin allzu Mächtige.Diese Distan­zie­rung, die das Dasein des Menschen durch­gängig bestimmt, vollzieht sich eben in der Weise des Fragens und des Fraglich­ma­chens. Schon die Benen­nung eines Dinges oder eines Vorganges in der Sprache ist Antwort auf die Frage, was denn dieses Ding oder dieser Vorgang ist. Das Handeln erwächst aus der Frage, was zu tun ist und welche Mittel dazu dienlich sind. Das Wollen entspringt aus der Frage, wie man sich entscheiden soll, angesichts der vielfäl­tigen Bedrän­gung durch Ansprüche, Triebe, Forde­rungen, Wünsche. Das Erkennen schließ­lich wurzelt in der Frage, was denn das ist, was sich zeigt. Die Distanz des Menschen konsti­tu­iert sich also ursprüng­lich im Fragen. Der Mensch ist das fragende Wesen schlechthin, und seine Geschichte vollzieht sich im Medium des immer weiter fortschrei­tenden und jede Antwort überbie­tenden Fragens. Das aber besagt: Das Philo­so­phieren ist nichts anderes als die Radika­li­sie­rung eines grund­le­genden Wesens­mo­mentes des Menschen, liebe Jule!

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8 Jule wäscht sich nie März 2, 2010 um 07:58

Keine Ahnung ob du das aus irgend­wel­chen Psycho­logie Heute oder Schopen­hauers Werken zusammenbastelst..aber grandios isses doch. weil irgendwie total überflüssig:)

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9 Torsten März 2, 2010 um 11:31

Jaja, die Überflüs­sig­keit! Eigent­lich ist jeder weitere Kommentar überflüssig, aber wie sagte doch olle Hegel einst so melodra­ma­tisch: Diese Geschichte gibt den Grund­ge­gen­stand für die religiöse roman­ti­sche Kunst ab, für welchen aber die Kunst, rein als Kunst genommen, gewis­ser­maßen etwas Überflüs­siges wird. Denn die Haupt­sache liegt hier in der inneren Gewiß­heit, der Empfin­dung und Vorstel­lung von dieser ewigen Wahrheit, in dem Glauben, der sich das Zeugnis der Wahrheit an und für sich gibt und dadurch ins Innere der Vorstel­lung hinein­ver­legt wird. Der entwi­ckelte Glaube nämlich besteht in der unmit­tel­baren Gewiß­heit, mit der Vorstel­lung der Momente dieser Geschichte die Wahrheit selber vor dem Bewußt­sein zu haben. Ist es aber das Bewußt­sein der Wahrheit, worum es sich handelt, so ist die Schön­heit der Erschei­nung und die Darstel­lung das Neben­säch­liche und Gleich­gül­ti­gere, denn die Wahrheit ist auch unabhängig von der Kunst für das Bewußt­sein vorhanden.

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10 jule wäscht sich nie März 2, 2010 um 12:50

Ich glaube mein Kopf ist gerade explodiert..oder ich hatte die ultima­tive Erkenntnis..mal schauen. Ich frage mich auch gerade ernst­haft wer Philo­so­phie freiwillig studiert..nicht auszu­halten ist das.

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11 Professor Jürgen W. Brzyskowsky März 2, 2010 um 14:15

„Mehr Philo­so­phie wagen!“ –
Ein zeitgeist­kon­trärer Aufruf aus der Passauer Bildungswüste

„‘World­min­ded­ness‘ is no longer a luxury, but a neces­sity for survival in the new century“.
David Selby (2003, 147)
Wenn ein Aufsatz mit einem solchen Titel auf einer Homepage veröf­fent­licht wird, die sich dem Wider­stand gegen die geplante Abschaf­fung eines Lehrstuhls für Philo­so­phie an einer deutschen Univer­sität verschrieben hat, und wenn dieser Aufsatz dann auch noch von einem Mitar­beiter dieses existen­ziell bedrohten Lehrstuhls stammt, dann liegt natür­lich der Verdacht unmit­telbar auf der Hand, dass es sich um ein stark tenden­ziöses, einseitig-parteiisches Pro-paganda-Pamphlet handelt. Aber auch wenn ich die rheto­ri­sche Inten­tion dieses Textes gar nicht bestreiten will, möchte ich doch behaupten, dass sich für den Aufruf „Mehr Philo­so­phie wagen!“ eine Reihe von guten und schlüs­sigen Argumenten anführen lässt, die auch aus sach-lich-distanzierter Perspek­tive zumin­dest nachvoll­ziehbar sein können.

Wenn beispiels­weise in aktuellen Publi­ka­tionen zu einem der wohl spannendsten Themen unserer Zeit, dem „Globalen Lernen“ argumen­tiert wird, das legitime Sicher­heits­be­dürfnis der Schüle­rinnen und Schüler könne wegen der Komple­xität und Unvor­her­sag­bar­keit globaler Entwick­lungen auf der Sachdi­men­sion nicht mehr ausrei­chend befrie­digt werden, weshalb die Schüle­rinnen und Schüler diese Sicher­heit wesent­lich stärker in der Erfah­rung begründen müssen, „ihren Verstand selbst­ständig einsetzen und gebrau­chen zu können“ (Scheun­pflug / Schröck, 20022, 16), dann liegt die Verbin­dung zur Philo­so­phie förmlich auf der Hand. Denn der „Wahlspruch der Aufklä­rung“ von Menschen zu freien, selbst­den­kenden, kriti­schen und moralisch autonomen Bürge­rinnen und Bürgern lautet bekannt­lich seit Immanuel Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Kant, Aufklä­rung, 53). Und Ähnliches gilt sehr wohl auch für die Forde­rung, globales Lernen solle „für den Umgang mit Ungewiss-heit, wie sie durch den schnellen sozialen Wandel bedingt ist, für den Umgang mit Unsicher-heit und den Erfah­rungen von Nicht­wissen quali­fi­zieren“ (Scheun­pflug / Schröck, 20022, ebd.). Denn es gehört gleichsam zu den funda­men­talen Erfah­rungs­tat­sa­chen der Auseinander-setzung mit philo­so­phi­schen Frage­stel­lungen, dass es nirgendwo – so sehr dies auch die Ver-fechter jewei­liger philo­so­phi­scher „Wahrheiten“ beteuern mögen – Eindeu­tiges, Unumstritte-nes, Festes und Unwider­ruf­li­ches gibt, sodass umgekehrt das Umgehen mit und das Aushalten von Ungewiss­heit, Unsicher­heit, Verschie­den­heit und Nicht­wissen gleichsam zur intellektu-ellen Grund­aus­rüs­tung philo­so­phisch denkender Menschen zählt.
Gerade im Hinblick auf die weltbür­ger­liche „Kardi­nal­tu­gend“ des Aushal­tens von Unsicher-heit ist die Bedeu­tung philo­so­phi­schen Denkens offen­sicht­lich nicht zu unter­schätzen. Denn Philo­so­phie ist nicht zuletzt die (häufig mühse­lige) „Kunst“ der Selbst-Reflexion bzw. die Kunst, einmal nicht „einfach so“ zu handeln, wie „man“ eben handelt, sondern sich aus dem „Strom“ des Alltäg­li­chen heraus­zu­nehmen, sich „daneben“ zu stellen, über diesen „Strom“ sowie sich selbst und sein Handeln in diesem „Strom“ aus einer anderen Perspek­tive oder auch mehrper­spek­ti­visch und kritisch-systematisch zu reflek­tieren und sich ein eigen­stän­diges Urteil zu bilden.
Philo­so­phie ist zudem die (nicht minder mühse­lige) Kunst, abstrakt zu denken, auf den ersten Blick hetero­gene Sachver­halte, vor allem die komplexen Bezie­hungen zwischen Einzelnem und Allge­meinem sowie „Eigenem“ und „Fremdem“, in ihrer inter­de­pen­denten Vernetzt­heit zu erkennen. Insofern beschreibt für philo­so­phisch Denkende Goethes Bild vom „philo­so­phi­schen Webstuhl“, an dem es unmög­lich ist, an einem Faden zu ziehen, ohne zugleich tausend andere zu bewegen, in der Tat eine vertraute, alltäg­liche Situa­tion. Und davon ausge­hend hilft philo­so­phi­sches Denken nicht zuletzt auch, verstehen zu lernen und einzu­sehen, wieso viele Fragen und Probleme eben nicht eindeutig, nicht mit simpler binärer Logik, nicht mit einfa­chen Schwarz-Weiß-Schemata zu beant­worten bzw. zu lösen sind und wieso daher – zumal unter den unbere­chen­baren und höchst dynami­schen Bedin­gungen der Globa­li­sie­rung und der inter­kul­tu­rellen Vernet­zungs­pro­zesse – hinsicht­lich vieler Fragen und Probleme eben eine konsti­tu­tive Unsicher­heit besteht, die es zu reali­sieren und auszu­halten gilt (vgl. Scheun­pflug, 1996, 15 f.). Dement­spre­chend plädiert auch der Berliner Umwelt­päd­agoge Johann-Wolfgang Landsberg-Becher im Sinne einer „Aufklä­rung zur Verant­wor­tung“ dafür, dass „Umwelt­bil­dung, die zur Verant­wort­lich­keit … befähigen will, … neben dem Erwerb von Fachwissen und der Entwick­lung von Handlungs­kom­pe­tenz durch direktes Erleben auch Möglich­keiten zur Entwick­lung von Eigen­stän­dig­keit, Selbst­re­fle­xion und Selbst­ver­wirk­li­chung schaffen [muss]“ (Landsberg-Becher, 1995, 9). Und die Erzie­hungs­wis­sen­schaftler Dietmar Bolscho und Hansjörg Seybold sprechen in ihrem „Studien- und Praxis­buch“ zur „Umwelt­bil­dung und ökologische[m] Lernen“ in Anleh­nung an Carl Fried­rich von Weizsä­cker explizit von der „heraus­ra­genden Stelle der Philo­so­phie“ für inter­dis­zi­pli­näres, fächer­über­grei­fendes Lernen, das in erster Linie auf die Fähig­keit zur „Mehrper­spek­ti­vität“ des Denkens abzielt (Bolscho/Seybold 1996, 132 ff.).
Eine ähnliche Konse­quenz ergibt sich, wenn man im Hinblick auf die Fragen und Probleme des inter­kul­tu­rellen und „globalen“ Verste­hens bedenkt, dass „das Verstehen als andau­ernder Prozeß gesehen werden [muss], der nicht willkür­lich … von einer Seite fixiert, abgebro­chen oder aus dem Kontext gerissen werden sollte“ (Fretlöh-Thomas, 2001, 48). Denn dies bedeu-tet zugleich, dass es im immer­wäh­renden (inter­kul­tu­rellen und globalen) Verste­hens­pro­zess per defini­tionem keinen Still­stand gibt, kein endgül­tiges „Ankommen“, kein defini­tives Wis-sen um das Gelingen oder Schei­tern, und damit auch keine letzt­gül­tige Sicher­heit – was wie-derum auf die „Tugend“ des Aushal­tens von Unsicher­heit verweist, die eben durch philoso-phisches Denken syste­ma­tisch geschult und kulti­viert werden kann.
Geradezu originär philo­so­phisch ist auch die Zielset­zung der didak­ti­schen Grund­form der Lektion, die für den Mathe­ma­tik­di­dak­tiker Joachim Schröder darin besteht, „den Schüle­rinnen und Schülern Frage­stel­lungen zu eröffnen, auf die sie von alleine nicht kommen würden; selbst­ver­ständ­liche Denkweisen und gewohntes Verhalten sollen als fragwür­dige erscheinen“ (Schröder, 2005, 305). Denn das Infra­ge­stellen des Selbst­ver­ständ­li­chen, des Üblichen und Gewohnten, ist eines der zentralen Merkmale philo­so­phi­schen Denkens seit den Zeiten der Vorso­kra­tiker: „Die Philo­so­phie beginnt mit dem Staunen!“
Auch dann, wenn man vor dem Hinter­grund der Antinomie von anthro­po­lo­gi­schem Realis-mus und humanis­ti­schem Idealismus die Vermitt­lung der Fähig­keit als Zielvor­gabe Globalen Lernens und weltbür­ger­li­cher Erzie­hung definiert, auf der Grund­lage „aufge­klärten“, mündi-gen Bürger­tums inner­halb einer Nahbereichs-Gemeinschaft zugleich in überge­ord­neten, komplexen, globalen Dimen­sionen zu denken und ein entspre­chendes soziales Verständnis und Bewusst­sein auszu­bilden, kann man für die Bildungs­praxis den Imperativ ableiten: Mehr Philo­so­phie wagen! Und zwar auf allen Ebenen des Bildungs­sys­tems von den Grund­schulen bis zu den Insti­tu­tionen der Erwach­se­nen­bil­dung. Und zwar deshalb, weil die Philo­so­phie bzw. das Einüben philo­so­phi­schen Denkens in beson­derer Weise geeignet ist, die Ausbil­dung einer solchen komplexen und flexi­blen Bewusst­seins­hal­tung anzuregen und als Grundtatbe-stand in das eigene „Weltbild“ zu integrieren.
Was vor dem Hinter­grund all dieser Überle­gungen und Einsichten von den gegen­wär­tigen Sparmaß­nahmen im „Bildungs“wesen zu halten ist, denen halbe philo­so­phi­sche Fakul­täten zum Opfer fallen und in deren Zuge die Univer­si­täten zu so etwas wie „höheren Gymna­sien“ oder „besseren Fachhoch­schulen“ umstruk­tu­riert werden sollen, in denen für vertiefte Refle-xion und selbstän­diges Nach-Denken praktisch kein Raum mehr bleibt, muss hier nicht näher ausge­führt werden. Aber dass diese Maßnahmen aus der Perspek­tive der Philo­so­phie nicht als klug und weitsichtig bewertet werden können, auf längere Sicht sogar als kontra­pro­duktiv und gefähr­lich einge­stuft werden müssen, dürfte auf der Hand liegen. Und dass eine schuli­sche und univer­si­täre Erzie­hung und Bildung, die sich auf die Vermitt­lung von im engeren Sinn ökonomisch verwert­baren Sach- und Fakten­wissen beschränkt, auch nur ansatz­weise den Ide-alen der UN-Menschenrechtserklärung und des „Übereinkommen[s] über die Rechte des Kin-des“ der Vereinten Nationen vom 20.11.1989 entspre­chen kann, darf bezwei­felt werden. Denn hier heißt es, dass die „Völker der Vereinten Nationen“ einge­denk dessen, dass sie in ihrer „Charta ihren Glauben an die Grund­rechte und an Würde und Wert des Menschen bekräf­tigt und beschlossen haben“, es für unerläss­lich halten, dass die Kinder „im Geist der in der Char-ta der Vereinten Nationen verkün­deten Ideale und insbe­son­dere im Geist des Friedens, der Würde, der Toleranz, der Freiheit, der Gleich­heit und der Solida­rität erzogen werden [sollen]“ (vgl. ÜRK, 19993, 184 f.; vgl. ebd., 197, Art. 29 ÜRK).
Der Faktor der indivi­du­ellen Identi­fi­ka­tion mit welt-relevanten Fragen und Problemen dürfte also eine ebenso entschei­dende Rolle spielen wie die Einsicht der „Weltbürger“ in die Tatsache, dass „Kollis­sionen zwischen konfli­gie­renden Identi­täten … in modernen Gesell­schaften so wenig zu vermeiden [sind] wie Inter­fe­renzen zwischen den unter­schied­li­chen Lebens­formen, in denen diese Identi­täten begründet sind“ (Liebsch, 1999, 87). Das Aushalten unein­deu­tiger und zum Teil sogar mitein­ander schwer verein­barer (kollek­tiver) Identi­täten wird demzu­folge ebenfalls zu wichtigen „Tugenden“ der Bürge­rinnen und Bürger inner­halb der „Weltge­sell­schaft“ (wie auch inner­halb multi­kul­tu­reller Gesell­schaften) zählen. Von entschei­dender Bedeu­tung könnte daher in diesem Zusam­men­hang das von Friedrun Erben propa­gierte „refle­xive Lernen“ sein, worunter sie genau­erhin versteht: „kriti­sches, verglei­chendes und überprü­fendes Heran­gehen an gesell­schaft­liche, soziale und auch pädago­gi­sche Fragen und ein kriti­sches Überprüfen der Relevanz von Tun und Nicht-Tun in der Gesell­schaft“ (Erben, 2000, 153). Was man erneut auf den Punkt bringen könnte: Gefor­dert ist mehr philo­so­phi­sches Denken.
Auch wenn man vor dem Hinter­grund der Einsicht, dass die Menschen gegen­wärtig in aller Regel noch nicht in den globalen Dimen­sionen denken können, ihnen dafür einfach das soziale Verständnis fehlt, mit Ulrich Beck zu dem Schluss gelangt: „Das Denken muß sich ändern“ (Beck, 1998, 32), liegt die Schluss­fol­ge­rung zu einer stärkeren philo­so­phi­schen Orien­tie­rung des gesamten Bildungs­sys­tems nahe. Denn zum einen muss die Pädagogik des Globalen Lernens wohl auch anerkennen, dass sich das Denken nur ändern wird, wenn man sich darauf besinnt, dass
„Bildung im breiteren Sinne mehr [bedeutet] als die techni­sche »Neuaus­rüs­tung« der Beschäf­tigten oder die Heraus­bil­dung akade­mi­scher Schichten oder selbst die Ermuti­gung einer Indus­trie­kultur in den Schulen und Univer­si­täten, um eine produk­tive Basis zu schaffen. Sie impli­ziert auch ein tiefes Verständnis für die Gründe der Verän­de­rungen in unserer Welt. Dieses Verständnis muß sich auf die Kenntnis anderer Völker und Kulturen erstre­cken, auf deren Haltung zu jenen Verän­de­rungen, auf das, was wir alle gemein haben, und auch auf das, was Kulturen, Klassen und Nationen entzweit. Da wir alle Mitglieder des Weltbür­ger­tums sind, müssen wir uns mit einem ethischen System ausrüsten, mit Gerech­tig­keits­ge­fühl und einem Empfinden für Verhält­nis­mä­ßig­keit, wenn wir die verschie­denen Methoden betrachten, mit denen wir uns kollektiv oder indivi­duell auf das 21. Jahrhun­dert vorbe­reiten.“ (Kennedy, 19933, 432).
Zum Zweiten dürfte klar sein, dass sich das Denken nur ändern kann, wenn die Menschen überhaupt (selber) denken können. In diesem Zusam­men­hang ist mit Immanuel Kant daran zu erinnern:
„Der Mensch kann entweder bloß dressiert, abgerichtet, mecha­nisch unter­wiesen, oder würklich aufge­klärt werden.“ (Kant, Pädagogik, 707)
Aber „würkliche Aufklä­rung“ setzt voraus, dass es in der Erzie­hung und Bildung eben nicht nur um Sach- und Fakten­wissen, nicht bloß um „techni­sche »Neuaus­rüs­tung«“ und auch nicht um die fast schon patho­lo­gi­sche Fixie­rung auf „Berufs­re­le­vanz“ gehen darf. Vielmehr kommt es, so Kant, „vorzüg­lich darauf an, daß Kinder denken lernen“ (Kant, Pädagogik, 707). Nur von solchen Menschen kann man erhoffen und erwarten, dass sie im Zuge ihres „Globalen Lernens“ „auch handlungs- und gestal­tungs­fähig werden, damit ihnen diese psycho-soziale – und zuneh­mend globale – Dimen­sion der eigenen Existenz nicht als hinzu­neh­mendes Natur-schicksal, sondern als beein­fluss­bare Größe erscheint“ (Larcher, 2005, 135). Zugespitzt kann man vielleicht sogar argumen­tieren: Wenn die Schule (und die Univer­si­täten) zur Erzie­hung und Bildung mündiger, selbst­den­kender Menschen beiträgt, wird sie unwei­ger­lich auch „Glo-bales Lernen“ voran­bringen. Denn mündige Menschen, die sich durch die Fähig­keit zu refle-xivem, mehrper­spek­ti­vi­schem und mehrdi­men­sio­nalem Denken, zu Ideolo­gie­kritik wie auch zu kriti­scher Selbst­re­vi­sion, zum Aushalten von Unsicher­heit und der Offen­heit vieler Frage-stellungen auszeichnen, werden per se global denkende Menschen sein. Denn in diesem Sinne mündige Menschen nehmen ihre (jewei­ligen) Zeitum­stände kritisch zur Kenntnis und setzen sich zu diesen kritisch-reflexiv in Bezie­hung. Und da die Zeitum­stände (und mit ihnen zugleich die Lebens- und Überle­bens­be­din­gungen) zuneh­mend „global“ sind, sind mündige Menschen folge­richtig global denkende Menschen, die auch zu konkreten lebens-praktischen Konse­quenzen bereit sind, weil ihnen die Relevanz der globalen Probleme und Gefahren für sie, für ihren eigenen lebens­welt­li­chen Nahbe­reich, nicht nur im Sinne einer rein intellektuel-len Binsen­weis­heit, sondern auch emotional bewusst ist, ihnen wirklich nahe geht.
Schließ­lich war und ist Philo­so­phie – sofern sie zu einer negativen Bewer­tung des Bestehen-den, des jewei­ligen status quo gelangt (und sei es „nur“ an der Univer­sität Passau) – immer auch die (ebenfalls mühse­lige, bisweilen auch gefähr­liche) Kunst, „quer“ zu denken, im (möglichst) konstruk­tiven oder kreativen Sinne zu „spinnen“, phanta­sie­volle Zielvorstellun-gen und Orien­tie­rungs­muster zu entwi­ckeln, die zumin­dest als denkbare Auswege aus Welt-bild-Mythen betrachtet werden können, die in eine Sackgasse geführt haben, obsolet oder gar kontra­pro­duktiv und selbst­zer­stö­re­risch geworden sind.
Im Zuge dieser Argumen­ta­tion sollte auch klar werden, dass so verstan­dene Philo­so­phie kei-neswegs weltent­rückter akade­mi­scher Denksport ist, keine „abgeho­bene“ Elfenbeinturm-Disziplin, sondern ganz im Gegen­teil etwas im höchsten Maße Lebens­prak­ti­sches!
Von diesem Verständnis der Philo­so­phie als lebens­prak­ti­scher Diszi­plin kann man auch sa-gen, dass sie im höchsten Maße von politi­schem wie auch wirtschaft­li­chem Nutzen sein kann. Denn wenn man etwa der grund­le­genden Erkenntnis der Autorinnen und Autoren der „Werte-kommission – Initia­tive Werte Bewusste Führung“ zustimmt, wonach „die Frage nach Werten an die Spitze der gesell­schafts­po­li­ti­schen Agenda [gehört]“ (Unger/Hattendorf/Korndörffer, 2006, 29), dann wird man mühelos auch der These zustimmen können, dass die Philo­so­phie an die Spitze der gesell­schafts­po­li­ti­schen Agenda gehört. Diese „Werte­kom­mis­sion“, die sich zum Ziel gesetzt hat, als „neue Führungs­ge­ne­ra­tion … die Unter­neh­mens­werte von morgen [zu definieren]“, und dazu auffor­dert, diese Werte (wie Vertrauen, Respekt, Verant­wor­tung, Mut und Courage, Integrität und Nachhal­tig­keit) in den Unter­nehmen mit den Mitar­bei­tern in einem „dialo­go­ri­en­tierten Prozess“ „zu reflek­tieren“ (ebd., 34 f.), beruft sich dann auch nicht von ungefähr explizit auf die Moral­phi­lo­so­phie Immanuel Kants. Denn dessen katego­ri­scher Imperativ sei zwar „ein hoher Anspruch, keine Frage“; es sei aber zu bedenken:
“Je mehr Menschen sich jedoch anstrengen, ihm zu entspre­chen, desto stärker bil-det sich als Kitt der Gesell­schaft ein Werte­kern heraus, der ihr Kraft und Zu-kunftsmut verleiht.“ (Unger/Hattendorf/Korndörffer, 2006, 37)
Offen­sicht­lich setzt sich auch in dieser „neuen Führungs­ge­ne­ra­tion“ der Wirtschaft allmäh­lich die Einsicht durch, dass Menschen, die sich „durch ‚mehr Nachdenken und weniger Machen aus[zeichnen]‘“ (Scheun­pflug, 2003, 135 ), wesent­lich eher in der Lage sind, angemessen auf die Komple­xi­täts­be­din­gungen der Weltge­sell­schaft zu reagieren und sich diesen Bedin­gungen verant­wor­tungs­be­wusst anzupassen. Und genau darum muss es schließ­lich gehen.

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12 jule wäscht sich nie März 2, 2010 um 16:03

herrjeh..wer soll das denn lesen? Zu hart!

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13 Torsten März 2, 2010 um 16:14

Hart, auch das ist wieder ein Thema, über das ich stunden­lang kopieren und einfügen könnte! Ich gebe aber lieber auf, Du hast gewonnen! Dein Hackflei­schigel geht Dir auf dem Postwege zu! Glückwunsch!

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14 jule wäscht sich nie März 2, 2010 um 16:32

Ick freu mir mein Philomisanphilantroph!

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