Frieden schaffen ohne Waffen

by Torsten on 12. März 2009 · 12 comments

in Kraut und Rüben,Politik

Meine Faszi­na­tion für Waffen hält sich seit jeher in engen Grenzen. Okay, als Kind bin ich täglich mit dem Plaste­ge­wehr um den Block gerannt und habe „Cowboy und Indianer“ gespielt. Wer tot war, mußte bis Zwanzig zählen. Diese Option hatten die Opfer des gestrigen Winnender Amoklaufs leider nicht.

Ich finde, daß außer der Polizei (und meinet­wegen auch noch dem Militär) niemand im Besitz von Schuß­waffen sein müßte. In meiner Welt würde es keine Jäger geben und erst recht keine „Sport„schützen. Menschen, die ein Faible für Waffen haben, sind mir vollständig suspekt, um’s mal höflich auszudrücken.

Alles, was ich darüber­hinaus zu sagen hätte, hat Jens in diesem Beitrag gut zusam­men­ge­fasst. Deshalb hier der Backlink auf seinen Beitrag mit der Bitte, es mir gleich­zutun (und am besten auch gleich das Logo zu übernehmen).



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Ähnliche Akten aus dem Keller der Behörde:

{ 12 comments… read them below or add one }

1 Jens Henschel 12. März 2009 um 17:49

Um das nicht falsch verstanden zu wissen:

Ich sehe ein Waffen­verbot nicht als der Weisheit letzter Schluss. Ich denke nur dass damit einige Opfer vermieden werden können. Zusammen mit so einem Verbot sollte man darüber nachdenken ob Milli­arden für eine verspe­ku­lierte Wirtschaft sinnvoll sind, oder ob man sich lieber für Genera­tionen für unsere nächsten Genera­tionen verschulden sollte indem man das Schul­system radikal refor­miert und mehr (wesent­lich mehr) Geld in die Präven­tion steckt.

2 Marcus 13. März 2009 um 08:54

Jetzt könnte ich mal wieder sagen „ich habe es kommen sehen…“ aber dann würde es wieder heißen der alte Besser­wisser. Knapp 2 Jahrzehnte im Geschäft lehren mich aber das dies alles erst der Anfang ist, ob man jemals seine Lehren daraus zieht wage ich zu bezwei­feln, es geht ja schlies­lich um Geld, viel Geld. Das uns im „Muster­ländle“ sowas passiert hat hier aller­dings ziemlich einge­schlagen da bin ich mal auf die Halbwerts­zeit der Empörung/Betroffenheit gespannt.

3 Torsten 13. März 2009 um 10:40

@ Jens: Ich sehe das genauso wie Du und glaube, Deinen Beitrag in Gänze verstanden zu haben. :wink: Natür­lich ist ein völliges Privat­waf­fen­be­sitz­verbot nicht die Lösung aller Probleme und natür­lich gibt es gesell­schaft­liche Ursachen dafür, daß Kinder/Jugendliche/Menschen durch­drehen. Man besei­tigt keine gesell­schaft­li­chen Probleme, indem man Waffen für Privat­leute verbietet. Aber man kann zumin­dest die drasti­schen und leidvollen Folgen solcher Attacken abmil­dern. Siehe Deinen Blogein­trag von wegen „Brotmesser“.

@ Marcus: Das wirklich erschre­ckende ist, daß sämtliche Erklä­rungs­muster im Winnender Fall versagen. Es gab offen­sicht­lich keinen beson­deren Auslöser, keinen beson­deren Grund und nicht mal einen Anlaß. Die Tat scheint unerklär­lich. Erstaun­lich auch, daß die Ankün­di­gung im Internet offen­sicht­lich ein (geschmack­loser) Fake war.

4 Marcus 13. März 2009 um 12:18

Die Schwaben sind gar nicht ohne, leider. Da gärt noch viel im Verbor­genen. Dadurch das der Ort hier bei mir quasi um die Ecke ist hat das natür­lich noch einen ganz beson­deren Geschmack wenn 3/4 der Familie den Haupteil ihrer Zeit in Schulen verbringen.

5 DifferentStars 13. März 2009 um 20:38

Selbst wenn man private Waffen verbieten würde. Im Netz sind jede Menge Anlei­tungen zum Bau von Bomben zu finden…

Das einzige was hilft, ist Prävention…Schulpsychologen etc. … und bessere Lehrer.

Der größte Teil meiner Lehrer waren Arsch­lö­cher u.o. demoti­vierte, nicht beson­ders schlaue Gesellen. Ich war auf dem Gymnasium…meine Noten waren immer ok…will nicht wissen, wie es da an anderen Schulen aussieht…und Schülern geht, die Lernpro­bleme haben…denke mal noch einiges schlimmer.

Schlimm ist nur, dass jetzt jeder mit dem Finger auf jemanden zeigt und niemand die eigene Verant­wor­tung hinter­fragt. Ist auch bequem generell „die Gesell­schaft ist schuld“ zu sagen und irgend­welche Gesetze zu fordern, die eh nichts bringen.

Bin nun wirklich kein Fan von Waffen…nur Jäger brauchen wir - da wir mit dem Wolf die natür­li­chen Feinde bestimmter Waldbe­wohner abgeschaft haben…diese sonst überhand nehmen.

6 kacknorris 13. März 2009 um 23:56

immerhin haben wir in diesem unseren lande eines der härtesten waffen­ge­setzte der welt. eine weitere verschär­fung wie in großbri­tan­nien [keine waffen in privat­be­sitz] wäre sinnvoll, aller­dings übersteigt jetzt schon die zahl der illegalen waffen in D. die der legalen um das mehrfache, da im benach­barten ausland alles viel leichter zu bekommen ist.  egoshooter sind m.E. nicht das problem, wohl aber eine zusätz­liche schraube, die sich im gehirn des verrückten täters gedreht hat, der wie bereits von einem meiner vorredner erwähnt in keiner weise das typische täter­profil aufweist.  trauriges fazit:  trotz allem ist so etwas ist nicht gänzlich verhin­derbar, da sich die gesell­schaft in die falsche richtung entwi­ckelt. bleibt zu hoffen, das die abstände zwischen den amokläufen nicht kürzer werden. und das hoffent­lich ein exempel statu­iert wird: den vater des täters wegen fahrläs­siger tötung möglichst  lange und meinet­wegen publi­kums­wirksam hinter gitter zu bringen.…

7 kacknorris 14. März 2009 um 00:00

@ differ­ent­stars. bitte keine pauscha­li­sie­rungen! wenn du schlechte erfah­rungen gemacht hast ist das natür­lich bitter. aber auf die lehrer abzuwälzen ist m. A. nach zu einfach.  an der entwick­lung eines menschen sind noch viele andere faktoren und personen beteiligt.

8 Torsten 14. März 2009 um 22:02

@ Diffe­rent Stars: Blöde Lehrer kennt wohl jeder von uns; mein Verhältnis zur Lehrer­schaft war breit gefächert, von Sympa­thie bis zur totalen Ableh­nung war alles dabei. Jemanden umbringen wollte ich aller­dings nie.

@ Kacknorris: Vollste Zustim­mung, Du sprichst mir aus der Seele.

Darüber­hinaus sei noch der Beitrag vom Kolum­nis­ten­schwein zum Thema erwähnt, kurz aber gut.

9 Torsten 14. März 2009 um 22:04
10 jule wäscht sich nie 15. März 2009 um 20:35

Schöner Artikel zum Thema Jagd. Sollen sie die Wölfe, die gerade zurück­kehren einfach mal nicht abknallen dann würde sich einiges von selber regeln.

11 Godwi 16. März 2009 um 00:08

Deiner Argumen­ta­tion kann ich mich vollkommen anschließen. Das Problem sind nicht PC-Spielchen, sondern Menschen, denen es Freude bereitet, Waffen zu besitzen und sie zu benutzen. Sport­schützen kann ich nicht als Sportler akzep­tieren. Es dürfte sie einfach nicht geben.

Mehr zum Thema:

http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/03/15/waffenbesitz/

Godwi

12 Postpunk 16. März 2009 um 03:37

Vielleicht sind aber auch die Leute das Problem, die einfor­dern, daß sie mit 16 Jahren Auto fahren dürfen und mit 18 Jahren dann wählen. Vielleicht sollten auch die Jugend­li­chen / Mitschüler einmal etwas Verant­wor­tung gegen­über dem Nächsten entwi­ckeln. Diese ganze Diskus­sion um Waffen­be­sitz ist natür­lich berech­tigt, aber Jugend­liche fordern für sich so viele Rechte ein und vergessen dabei ‚daß sie auch Pflichten haben.

Wenn dieses Arsch­loch wirklich gemobbt wurde, dann sollten sich die Typen mal an die Nase fassen, die das verur­sacht haben. Auch Jugend­liche haben eine Verant­wor­tung gegen­über ihren Mitbürgern!

… Und die Aufgabe der Eltern ist es sicher­lich, das den Kindern einzuimpfen.

… Und ich werde dann wohl alt!

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