Wie man aus Tätern Opfer macht

by Torsten on 16. März 2009 · 2 comments

in Politik

Heute beginnt der Prozeß im „Inzest­fall Amstetten“. Der Angeklagte Josef F. muss sich wegen Mord, Freiheits­be­rau­bung, Sklaverei, Verge­wal­ti­gung und Inzest verant­worten. 24 Jahre lang hat er seine Tochter und drei gemeinsam mit ihr gezeugte Kinder in einem Keller­ver­lies gefangengehalten.

So bar jeder mensch­li­chen Vorstel­lungs­kraft das Marty­rium der Opfer ist, so hanebü­chen die Argumen­ta­tion des Straf­ver­tei­diger Rudolf Mayer. Dazu ein Zitat aus Spiegel Online:

Im Inzest­fall von Amstetten hält der promo­vierte Jurist unerschüt­ter­lich an seiner „Pater Familias“-Theorie fest: Demnach sei Josef F. ein Patri­arch „mit guten und schlechten Seiten“, der von einer „Zweit­fa­milie“ geträumt habe.

„Der Aufwand, den er betrieben hat, zeigt, wie emotional er betei­ligt ist. Er spricht immer von der Zweit­fa­milie“, wird Mayer nicht müde zu beteuern. „Josef F. ist ein ausge­spro­chener Famili­en­mensch, der unter Verlust­ängsten litt, deshalb kam es überhaupt so weit.“ Mehr als 15 Mal habe er lange und ausführ­lich mit dem 73-Jährigen im Vorfeld des Prozesses über Details seiner Vertei­di­gungs­stra­tegie gesprochen.

Keine Behörde habe Schuld daran, dass F. 24 Jahre lang sein Umfeld narrte und ungehin­dert ein Doppel­leben führen konnte, sagt Mayer. „Der F. war ein Vorzei­ge­bürger“, sagt er und bemüht erneut die Geschichte des Lebens­ret­ters, als F. einst Menschen bei einem Brand in Sicher­heit brachte.

Was für eine hirnkranke Argumen­ta­tion, ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte. Ein erneuter Beweis für die Tatsache, daß ein „guter“ Anwalt Scheiße als Delika­tesse verkaufen kann. Wie gewis­senlos und medien­geil muß man sein, um einen Psycho­pa­then als treusor­genden Famili­en­vater zu verkaufen?

Zum Artikel auf Spiegel Online.

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1 jule wäscht sich nie 16. März 2009 um 13:48

Wenn ich als Anwalt so weit wäre diesen Menschen zu vertei­digen würde ich mir selber ins Gesicht kotzen müssen.

2 kacknorris 17. März 2009 um 21:46

der typ wollte eigent­lich schau­spieler werden, das sagt wohl alles  :(

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