„Sound Of Revolution“ - der Soundtrack zum Umbruch in Osteuropa

von Torsten am 18. Mai 2009 · 15 comments

in Musik, Politik

(Quelle: Aus einer Presse­mit­tei­lung der Stiftung Aufar­bei­tung)

„Sound of Revolu­tion“ ist der Titel einer CD, mit der die Europäi­sche Kommis­sion und die Bundes­stif­tung zur Aufar­bei­tung der SED-Diktatur 20 Songs präsen­tieren, die vor 20 Jahren den Sound­track der Fried­li­chen Revolu­tionen gegen die kommu­nis­ti­schen Dikta­turen in Mittel- und Osteu­ropa bildeten.

Die CD vereint höchst unter­schied­liche Musik­titel, deren Genre von Indepen­dent, Pop, Schlager über Protest­song bis zum Volks­lied reichen. Jedes Lied erzählt eine eigene Geschichte von Bürgermut, Selbst­be­haup­tung und Wider­stand, die im Booklet der CD neben dem vollstän­digen Songtext in engli­scher Überset­zung kurz umrissen wird. Die Titel künden von der „singenden Revolu­tion“ im Baltikum, vom Kampf der unabhän­gigen Gewerk­schaft Solidar­nosc in Polen, der Krysz­tyna Janda und Jacek Kaczmarski ihre Stimmen gegeben haben. In Tsche­chien reicht die Geschichte von Marta Kubišová bis zum Prager Frühling zurück und Jaroslav Hutkas Lied über Vaclav Havel sangen im Verlauf der Samtenen Revolu­tion Zehntau­sende auf dem Wenzels­platz. Mit Silly und Herbst in Peking sind zwei Gruppen aus der DDR vertreten. Aus Rumänien haben zwei Titel auf der CD ihren Platz gefunden, die aus dem 19. Jahrhun­dert stammen und von denen „Desteapta-te, române!“ heute die Natio­nal­hymne des Landes ist. Beide wurden im Dezember 1989 auf den Demons­tra­tionen in Temeswar und Bukarest gesungen, auf denen sich die Menschen Ceauşescu entgegenstellten.

Die Idee zu dieser CD wurde von der Bundes­stif­tung Aufar­bei­tung an die Europäi­sche Kommis­sion heran­ge­tragen und als gemein­samer Beitrag zum Erinne­rungs­jahr 2009 realisiert.

Die CD „Sound of Revolu­tion“ wird von den Reprä­sen­tanzen der Europäi­schen Kommis­sion europa­weit kostenlos abgegeben. Bestel­lungen per Brief, Fax oder E-Mail können in Deutsch­land an folgende Adressen gerichtet werden:

Vertre­tung der Europäi­schen Kommis­sion in Deutsch­land
Unter den Linden 78
10117 Berlin
Fax: 030 - 2280 - 2222
eu-de-kommission@ec.europa.eu

(Quelle)

Soweit der Origi­nal­text der Presse­mit­tei­lung. Könnte ein inter­es­santer Tonträger sein, der sicher­lich auch einige obskure Perlen bereit­hält. Das Projekt wurde von mehreren Platten­firmen aufgrund zu erwar­tender geringer Verkaufs­zahlen abgelehnt. Da könnte die Platten­in­dus­trie sogar Recht haben. Schön, daß sich die EU-Kommission dennoch entschlossen hat, die CD in Eigen­regie unter das inter­es­sierte Volk zu bringen.

Hier noch ein Video des vertre­tenen Herbst in Peking-Songs „Bakschi­sch­re­pu­blik“.

(via)


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1 Alex Mai 18, 2009 um 18:16

Das Video ist bei 0:35 geschnitten, wa? Aber lustig ist ja das Publikum. Auf so coolen 80er Sesseln, recht teilnahmslos, und schauen sich irritiert an, als Alter Ulbricht einge­spielt wird, tjaja das W war schon der wichtigste Buchstabe in der DDR ^^ Danke für das Video, wer hat es wofür eigent­lich aufgenommen?

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2 Torsten Mai 18, 2009 um 18:38

Geschnitten? Ich kann nix entde­cken. :?: Was mir auffällt: Irgendwie hat der linke Gitar­rist überhaupt keinen Bock, das Playback ist so um die 1.50 min doch sehr offen­sicht­lich. Der Typo am Anfang nach zu urteilen, würde ich auf elf99 tippen.

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3 jule wäscht sich nie Mai 18, 2009 um 18:55

Der Gitar­rist kann sich auch mal überhaupt nicht bewegen. Und was ich mich immer frage: Ist es nicht unfassbar frustrie­rend wenn man vor Sitzpu­blikum spielen muss?

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4 Torsten Mai 18, 2009 um 19:01

Kann ich Dir nicht beant­worten, ich bin ja immerhin kein Rockstar. Da müssen andere ran! Jens? :mrgreen:

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5 postpunk Mai 19, 2009 um 13:14

Aus eigener Erfah­rung kann ich mitteilen, daß  es das Beschis­senste ist wenn man den Saal leerspielt. :roll:

Sitzen geht noch!

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6 jule wäscht sich nie Mai 19, 2009 um 14:33

Ok, leer spielen oder vor ledig­lich 4 Menschen spielen ist sicher das Beschissenste..keine Frage. Aber wenn ich rauskommen würde und da säßen alle rum-wie schreck­lich. Es sei denn man hat dann den Ehrgeiz die zum stehen und ausrasten zu bringen..

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7 Jens Mai 19, 2009 um 20:21

Ich weiß gar nicht was ihr alle habt, der Gitar­rist bewegt sich wie ich….Ich kann nur meine Fönfrisur nicht so schleudern. 

Vor 4 Leuten spielen kann gut sein, wenn alle 4 bis zum letzten Ton inne halten und nicht den 350Mann großen Saal verlassen. Ich würde dann sogar das Bandbier mit dem Publikum teilen, gibt eh immer nur Stern­burg. Also Herr Postpunk, Saal leer spielen, so was kenne ich nicht :cool: Bei uns ist immer nie jemand gekommen. 

In meiner zukünf­tigen Lieder­ma­cher­kar­riere, die so in 10 Jahren beginnen wird, darf ruhig im sitzen gelauscht werden. Ansonsten ist das doof, das stimmt. Also, die 4 Leute, die den Saal nicht verlassen, dürfen sich auf keinen Fall hinsetzen…

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8 jule wäscht sich nie Mai 19, 2009 um 22:30

Ach Jens, danke für den schönen Exkurs ins aufre­gende Leben eines Gitar­risten. Und zwar auch in die abgrün­digen Niede­rungen eines solchen Lebens. Ich komme auf jeden Fall zu deinem Lieder­ma­cher­abend und ich werde stehen bis zum letzten Ton und ne Kiste wirklich gutes Bier mitbringen. Aber das mit dem bewegen musste bis dahin noch üben:)
Obwohl als Lieder­ma­cher muss man sich nicht mehr bewegen..Schade

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9 postpunk Mai 20, 2009 um 02:05

Ich weiß nicht ob hier jemand Tilmann Rossmy kennt, aber beim letzten Konzert hat 4/5 des Publi­kums den Saal nach der Vorband (Britta Persson) verlassen. Wir waren dann noch ganze 15 Leute. … Aber keiner saß! Es gab ja auch keine Stühle! Dennoch muß sowas doch recht frustrie­rend sein.

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10 Bruce Baxter Mai 20, 2009 um 18:53

ich kann mich an ein Sitzkon­zert erinnern, war in Dessau, glaube ich, in einem Jugend­klub, weiß nur nicht mehr,  ob Jens da schon teilhaben durfte, es war auf jeden­fall furchtbar…zumindest ist keiner gegangen.

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11 jule wäscht sich nie Mai 20, 2009 um 19:43

sag mal seid ihr alle ex bandkol­legen oder watt? aber ich kann nachfühlen wie ätzend das sein kann. ich würde mich da auf der bühne auch einfach setzen.

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12 Jens Mai 21, 2009 um 00:26

Nein Jule, wir sind Kollegen.
Bruce, wir haben einmal in Dessau gespielt. Das kann ich nicht abstreiten. Die Leute waren aber nich bestuhlt, oder? Das war wirklich grausam. Beim nächsten mal werden sie stehen bzw. tanzen, wenn Du Deine Beatbox anschmeißt.

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13 Norm Mai 21, 2009 um 12:48

Ich erinnere mich gut an Dessau und es gab definitiv keine Stühle.  Es gab eher das Saal-Leer-Spielen-Problem.

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14 Jens Mai 21, 2009 um 14:00

Norm, ich sagte doch: Saal leer spielen kenne ich nicht :mrgreen:

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15 Torsten Juni 15, 2009 um 13:50

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir danken Ihnen für Ihr Inter­esse an der CD “Sound of Revolu­tion”. Leider war die Nachfrage so überwäl­ti­gend, dass die CD bereits vergriffen ist.

Wir prüfen jedoch, ob wir Ihnen die CD als Download zur Verfü­gung stellen können. Sollte dies möglich sein, werden wir voraus­sicht­lich ab Mitte Juli 2009 einen Hinweis auf der Webseite der Vertre­tung der Europäi­schen Kommis­sion http://www.eu-kommission.de veröffentlichen.

Wir bedauern sehr, Ihnen die CD nicht zuschi­cken zu können und bitten um Ihr Verständnis, auch für die verspä­tete Zusen­dung dieser Nachricht.

Mit freund­li­chen Grüßen
Gabriele Grigat
Presse­se­kre­ta­riat
Europäi­sche Kommis­sion

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