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Über den Brezelverkauf

by Gunnar Roß on 29. Mai 2009 · 5 comments

in Kraut und Rüben

Guten Tag, liebe Leser! Mein Name ist Gunnar Roß. Ich bin 42 Jahre alt und Frührent­ner. Das Schrei­ben ist seit langer Zeit mein Lieblings­hobby. Ich werde das Team der Behörde in Zukunft verstär­ken und wünsche Ihnen jetzt schon gute Unter­hal­tung und kurzwei­li­ges Lesever­gnü­gen! Mit freund­li­chen Grüßen, Ihr Gunnar Roß


Meine lieben Leserin­nen und Leser,

mein Name ist Roß, und ich möchte Ihnen gern erklä­ren, wie man am besten Brezeln verkauft.

Zuerst wird man sie backen müssen. Bewährt hat sich die hessi­sche Vollbre­zel, der Geschmack erinnert aller­dings an Spülmit­tel. Gern genom­men wird heute auch die Hollän­der­bre­zel, bekannt auch unter dem Namen Ommen­kra­cher. Ihre Teig besteht zu einem Teil aus Mehl und zu zwei Teilen aus vergo­re­nem Matjes.

Als nächs­tes brauchen wir einen Korb. Relativ geschmacks­neu­tral ist gebeiz­ter Flach­bast. Weniger bekannt, aber auch gut: die Federn der Dalma­ti­ne­rente. Wir sollten uns an einen erfah­re­nen Korbma­cher wenden, denn Brezeln wollen gut liegen.
Man muß aber Geld mitneh­men, wenn man den Korb kauft, denn den gibt es nicht umsonst. Inwie­weit Kredit­kar­ten angenom­men werden, läßt sich schwer sagen. Ich habe es erlebt, daß mancher Korbma­cher es nicht so gerne sieht. Wenn Sie aber einen Korbher­stel­ler Ihres Vertrau­ens haben: Glück gehabt! Nichts ist so wichtig wie ein guter Körber.

Wenn Sie Brezeln verkau­fen wollen, tun Sie das vor Ihrer Haustür oder auf dem Markt. Schlechte Erfah­run­gen werden leider immer noch mit Klein­tier­hand­lun­gen gemacht.

Viele Städte verlan­gen eine Stand­miete. Das muß man beach­ten. Man sollte vorher zum Rathaus gehen. Wo sich Ihr Rathaus befin­det, kann Ihnen sicher ein netter Nachbar sagen. Vielleicht mal einen Kaffee spendie­ren, kommt immer gut an! Ich habe übrigens mal Brezeln auf einem Flugha­fen verkauft; es zog aber sehr.

Sie sollten das Brezel­ver­kau­fen NICHT zu Ihrem Beruf machen, wenn Sie weniger als ein Exemplar im Monat verkau­fen.

Natür­lich, Brezeln bleiben nicht ewig frisch. Aber eine Weile schon. Wenn das Backgut wirklich schon zu alt ist, schen­ken Sie es lieben Verwand­ten oder Ihrer Gattin, denn nichts kommt besser an als ein selbst­ge­mach­tes Stück! Alte Brezeln – so man genügend davon hat – lassen sich übrigens prima zu Koffern verar­bei­ten, aber die halten nicht viel aus.

Vielen Dank für Ihre Aufmerk­sam­keit,
Ihr Gunnar Roß

{ 5 comments… read them below or add one }

1 jule wäscht sich nie Mai 29, 2009 um 14:10 Uhr

Lieber Gunnar, hier in Köln hat sich der nächt­li­che Bretzel­ver­kauf offen­sicht­lich zu einem renta­blen Gewerbe entwi­ckelt. Man zieht mit seinem Bretzel­korb, an dem eine Fahrrad­klin­gel befes­tigt wurde, durch alle Kneipen und bietet dem versof­fe­nen Jungvolk ein lecke­res Laugen­ge­bäck zum Caipi­rinha.

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2 Gunnar Roß Mai 29, 2009 um 14:16 Uhr

Sehr geehrte Frau Jule,

herzli­chen Dank für den Hinweis. Das es auch Brezel­klin­geln gibt, wußte ich gar nicht! Hätte ich es gewußt, hätte ich es in meinem ersten Beitrag sicher berück­sich­tigt. Ich hoffe, daß Ihnen der Beitrag trotz der Unvoll­stän­dig­keit gefal­len hat.

Mit freund­li­chen Grüßen,
Ihr Gunnar Roß

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3 jule wäscht sich nie Mai 29, 2009 um 19:42 Uhr

Lieber Herr Gunnar,

es handelt sich dabei um profane Klingeln wie man sie ans Fahrrad baut. Diese werden an den Henkel des Bretzel­kor­bes gemacht und so kann der Verkäu­fer in den lauten Etablis­se­ments auf sich aufmerk­sam machen. Natür­lich hat mir Ihr Artikel sehr gut gefal­len. Weiter so.

In tiefer Ergeben­heit

Ihre Jule

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4 Jens Mai 29, 2009 um 21:43 Uhr

Werter Herr Roß!

Wie es der Zufall will, hab ich heute im Magde­bur­ger Fussball­sta­dion für meinen Sohn eine Brezel für sage und schreibe 2,50 Euro erstan­den. Diese kam der hessi­schen Vollbre­zel schon sehr nah. Was ich außer­dem kriti­sie­ren muss, war der Verzicht der lästi­gen und oft übertrie­be­nen Salzmen­gen. Da es das Schick­sal so will, sind wir morgen wieder dort. Die Fussball­kar­ten gab’s nur im Kombi­pa­ket. Jetzt habe ich Mut und werde laut Kritik üben! Empfeh­len werde ich natür­lich Ihre hollän­di­sche Spezia­li­tät. Vergo­re­ner Matjes ist bestimmt gut für das ganze Fussball­pack, die trinken dann noch mehr Bier – und der Umsatz dort steigt rapide an, ebenfalls die Einnah­men am Toilet­ten­häus­chen. Vielleicht gibt’s für diesen Denkan­stoß ja morgen eine Gratis­bret­zel für meinen Sohn mit einer prise Salz.

Danke für Ihren lesens­wer­ten Artikel. Morgen wird’s bestimmt gut.

mit besten Grüßen,
Ihr Jens Freimark.

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5 Kollege Lehmann Mai 20, 2014 um 12:36 Uhr

Ha, ha, von wegen Herr Roß! War es nicht Mitte/Ende der 90er-Jahre, als ein damals völlig unbekann­ter Autor dieses Machwerk für Träsch-Radio schrieb? Aller­dings, so ist es ja mittler­weile üblich, wurde einmal mehr (schöner Angli­zis­mus) die Keule der politi­schen Korrekt­heit geschwun­gen und aus dem Schwuchtel- wurde ein Ommen­ma­cher (was soll das denn sein?). Später wurde aus dem völlig unbekann­ten Autor der Kollege Lehmann, leider auch nicht wesent­lich populä­rer. Aber schön, dass es dem einen oder anderen Fan der Börde­be­hörde gefal­len hat. Das stimmt optimis­tisch!

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