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by Torsten on 9. Juli 2009 · 2 comments

in Kraut und Rüben,Politik

Wie SPON heute vermeldet, sind über 17.000 Mitar­beiter des ehema­ligen Minis­te­riums für Staats­si­cher­heit weiterhin im Öffent­li­chen Dienst der Bundes­re­pu­blik tätig. Diese Meldung passt ja prima zur allge­meinen Verklä­rung der DDR und zur Debatte um den „Unrechts­staat“: Die DDR war - in ihrem Sinne - sowas von penetrant rechts­staat­lich, daß man in der Rückbe­trach­tung durchaus von einem „Unrechts­staat“ sprechen kann. Die absolute Regulie­rung und Gänge­lung des gesell­schaft­li­chen und politi­schen Lebens, der Kultur, der öffent­li­chen Meinung und der indivi­du­ellen Lebens­läufe mit dem Ziel der Erzie­hung von „sozia­lis­ti­schen Persön­lich­keiten“ haben bis heute prägende Spuren im kollek­tiven ostdeut­schen Bewußt­sein hinter­lassen. Hörig­keit statt Eigen­ver­ant­wor­tung, meckern statt machen, abwarten statt losgehen. Bei allem Verständnis für ostdeut­sche Biogra­phien und ihre zwangs­läu­figen „Umstel­lungs­schwie­rig­keiten“ (ich hab ja selbst eine); lieber laß ich mich vom Kapital unter­drü­cken als von starr­geis­tigen Beton­köpfen und ihrer miefenden Phrasendre­scherei. Immerhin hab ich heute die freie Wahl und kann weitge­hend tun und lassen was ich will. Lieber so, als im vorbe­stimmten „too much future“-Kreislauf der unter­ge­gan­genen DDR in einer WBS70-Wohnung frühzu­ver­greisen. Deshalb: Ja, die DDR war ein Unrechts­staat. Ja, meine Jugend war trotzdem super. Nein, ich will keine Stasi-Ärsche mehr sehen, weder im Öffent­li­chen Dienst noch sonstwo.

Ähnliche Akten aus dem Keller der Behörde:

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1 Jens Henschel 9. Juli 2009 um 18:09

Ha Ha! Das nenne ich mal Recycling ;)

2 Jens 10. Juli 2009 um 14:38

Jepp, da geb ich Dir recht, obwohl ich doch ein paar Tage jünger bin. Hattest Du schon einmal eine Führung im Magde­burger Stasik­nast??? Hatte ich vor ein paar Jahren, hat mich sehr mitge­nommen. Die Meinung meines Vaters damals hat mich wütend gemacht. Von wegen heute gibt es Luxus im Gefängnis oder so ähnlich.….Nur nicht drauf eingehen.…Das waren wohl auch die Umstel­lungs­pro­bleme der Wendeopfer.…obwohl er eigent­lich ein Punk in seiner frühen Jugend war und zur Partei­schule als Erzie­hungs­maß­nahme geschickt wurde.…
 
 

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