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Im Vorgarten: Frauen mit pfiffigen Kurzhaarfrisuren und Esel mit bunten Brillen

by Gunnar Roß on 7. August 2009 · 10 comments

in Kraut und Rüben

Ich hatte mal einen Esel, sein Name war Elvis. Wir zogen viele Jahre mit einer kleinen aber elegan­ten Eselschau durchs Land. Herr Gunnar Roß und der famose Esel Elvis, das war unser Künst­ler­name. Wir waren sehr erfolg­reich und beliebt bei alt und jung. Kurz nach halb acht mußten wir unsere Eselschau leider aufge­ben, weil Elvis sich über das Inter­net in eine Eselin aus Tadschi­ki­stan verguckt hatte. Ich hatte ihn von Anfang an gewarnt: „Elvis, die will nur Deine Dukaten!“ Er aber hörte nicht auf mich, was ich ihm nicht zum Vorwurf mache. Esel sind auch nur Menschen und müssen ihre eigenen Erfah­run­gen machen. Elvis jeden­falls machte sich auf den Weg zum Flugha­fen um seine Liebe Ivana zu treffen. Was aus ihm gewor­den ist, kann ich noch nicht sagen, ich warte täglich auf Post.

Eigent­lich geht es gar nicht um Elvis oder unsere Eselschau. Vielmehr möchte ich heute erläu­tern, warum ich pfiffige Kurzhaar­fri­su­ren nicht ausste­hen kann. Da es mir partout nicht gelingt, eine hübsch wacke­lige Brücke von der Eselei zur kreati­ven Haarge­stal­tung zu bauen, schlage ich Haken wie ein Börde­hase und mache zunächst mit mensch­li­chen Befind­lich­kei­ten weiter: Menschen sind schön. Zumin­dest die meisten, also einige. Einige wenige, so könnte man vielleicht sagen. Die nicht ganz so schönen stehen in DDR-Turnhosen am Straßen­rand und halten Maulaf­fen feil. Oder SIE jäten ihre Vorgär­ten. Mein Vorgar­ten ist mein Stief­kind. Aller­dings hat mein Stief­kind einen Paten, genau­ge­nom­men sogar zwei. Die kümmern sich ganz liebe- und aufop­fe­rungs­voll um meinen Vorgar­ten, beson­ders und gerade auch zu den Feier­ta­gen. Ich bezahle sie gut dafür. Weil es wichtig ist, daß man ein wenig reprä­sen­tiert. Wenn z. B. am Oster­sonn­tag der gemeine Pöbel an meinem Vorgar­ten vorbei­mar­schiert, soll alles fein ordent­lich und gepflegt sein. Ich stelle mich dann immer neben meinen Vorgar­ten und beobachte die Reaktio­nen der Passan­ten. Die meisten sind begeis­tert, beson­ders die Kinder. Wenn sie jubeln oder klatschen werfe ich zur Beloh­nung mit Leber­wurst­zip­feln, die ich vorher frisch geschnit­ten habe. Dazu reiche ich frisches Vollkorn­brot aus Freiland­hal­tung. Wenn die Passan­ten nicht ganz so begeis­tert oder gar missmu­tig sind, gibt es Haue nicht zu knapp. Der Vorgar­ten ist gewis­ser­ma­ßen die Visiten­karte eines jeden (Börde-)heims und da kommt es eben auf das Detail an. In jeder Hinsicht. Pflegt eure Vorgär­ten (oder laßt sie pflegen…) und das Glück wird euch liebko­sen!

Genug gegärt­nert. Kommen wir zurück zu den Menschen. Das einige wenige ganz hübsch anzuse­hen sind, hatte ich ja schon erwähnt. Die große Masse sieht furcht­bar aus. Am aller­schlimms­ten sind mittel­junge bis mittel­alte Frauen mit pfiffi­gen Kurzhaar­fri­su­ren. Mandy, mach mir heute mal was Pfiffi­ges. Ich möchte mich verän­dern. Ein pfiffige Kurzhaar­fri­sur besteht aus kurzem Haar und einem pfiffi­gen Kniff. Zum Beispiel einer farbi­gen Strähne, einer aberwit­zig geschwun­ge­nen Dekora­ti­ons­lo­cke oder einer asymme­trisch geschnit­te­nen Haarschanze in Richtung Ohr. Das ist grausam, hört auf damit! Meist zeich­nen sich die Träge­rin­nen einer pfiffi­gen Kurzhaar­fri­sur auch durch einen pfiffi­gen Charak­ter aus: Sie halten sich oft für flippig, witzig oder gar inter­es­sant, sind aber grund­sätz­lich immer die absolu­ten Langwei­ler. Oft sind sie auch überge­wich­tig und kompen­sie­ren mit ihrer pfiffi­gen Kurzhaar­fri­sur ihre Komplexe. Das aller­dings ist eine boshafte und gewagte These, aber ich finde, man muß auch mal boshaft sein und etwas wagen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wer nicht gewinnt, der hat quasi schon verlo­ren. Meistens jede Hoffnung.

Schlim­mer als pfiffige Kurzhaar­fri­su­ren sind nur noch Männer mit bunten Brillen. Wir sollten alle Männer mit bunten Brillen und alle Frauen mit ach so pfiffi­gen Kurzhaar­fri­su­ren auf eine ferne Insel verschif­fen, auch wenn das ein bißchen rassis­tisch klingt. Am besten verschif­fen wir sie zusam­men, denn richtig richtig richtig rrrrrrrrrrrrrich­tig schlimm ist die Kombi­na­tion: Eine junge Frau mit pfiffi­ger Kurzhaar­fri­sur und buntem Brillen­ge­stell! Zur Hülfe!!!

Elvis, komm zurück und laß die Mähne wehen!

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1 jule wäscht sich nie August 8, 2009 um 10:09 Uhr

Lieber Gunnar, Ich als Frau mit eben solch Kurzhaar­fri­sur und einer dunkel­ro­ten Brille fühle mich belei­digt und völlig zu Unrecht schlecht gemacht. Sie haben ja keine Ahnung ! Ich gehe jetzt weinen. Der ganze Samstag ist nun fürn Arsch. Ich hoffe Sie sind stolz auf sich und ihr Esel beisst Ihnen kräftig in den Hintern. In diesem Sinne.

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2 Momo August 10, 2009 um 08:40 Uhr

Geschätz­ter Gunnar,

auch ich als Träge­rin einer Kurzmatte fühle mich diffa­miert, düpiert, zutiefst belei­digt und in eine Ecke gedrängt, in die ich mit meiner Kurzmatte nicht hinein­ge­höre.
Ich weise Ihre infamen Feststel­lun­gen aufs Schärfste zurück und verlange Satis­fak­tion!
Ich werde die Ungeheu­er­lich­keit Ihres Blogein­trags mit meiner Frauen­gruppe disku­tie­ren müssen.

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3 Elvis der Esel August 10, 2009 um 13:47 Uhr

Komme morgen zurück. 14.50 Uhr an Tegel. Bitte holen Sie mich ab, Gunnar. Gruß, Elvis

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4 jule wäscht sich nie August 10, 2009 um 15:06 Uhr

Mensch das Inter­net schafft auch keine glück­li­chen Eselbe­zie­hun­gen mehr. Ist doch alles für die Katz´. Gibt es denn nicht mal mehr in Tatschi­ki­stan anstän­dige Eselin­nen?

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5 Jens August 10, 2009 um 19:28 Uhr

ach Mensch Gunnar, ich hoffe die Frauen­recht­le­rin­nen werden keine Anti – Gunnar Demo vor Deinem Vorgar­ten veran­stal­ten. Das würde sich in Deinem Börde­dorf bestimmt schnell herum tratschen. Da hilft auch die beste Vorgar­ten­pflege mit Pfiff gar nix.
Was Deinen Vorgar­ten angeht, bin ich ehrlich froh, keinen zu besit­zen bzw. zu pflegen oder pflegen zu lassen. Auf einen Leber­wursch­t­zip­fel komm ich aber gern mal vorbei um zu staunen. Wenn’s die Grobe ist empfehle ich Dir, einen Zauber­ap­fel dazu zu reichen.
 
Ich persön­lich habe absolut nix gegen Frauen mit Kurzhaar­fri­su­ren (es sei denn das Haar ist zudem mutwil­lig dauer­ge­wellt worden), eher hab ich etwas gegen Männer, mittle­ren älteren Alters, mit blonden Sträh­nen um wieder jugend­li­cher wirken zu wollen.  Gunnar ich hoffe jetzt, Du siehst nicht so aus!

übrigens, meine Kunst­stoff­brille ist dezent bläulich. Ich finde mich schick.

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6 jule wäscht sich nie August 10, 2009 um 19:48 Uhr

Meine ist dunkelrot..ach prima Jens-wir wären ein tolles Paar!

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7 Jens August 10, 2009 um 19:51 Uhr

genau 😉

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8 Gnomorella August 11, 2009 um 23:53 Uhr

.…hm, RayFine hat beim Lesen leise Triumph­schreie von sich gegeben und dabei fröhlich meine Löckchen ( seit etwa zwei Jahren der pfiffi­gen Kurzhaar­fri­sur entwach­sen) gewuschelt.
Ich glaub das is so´n Männer Ding. Frauen müssen immer lange Haare haben und ein bißchen niedlich sein. Wahrschein­lich haben die sonst Angst, oder so, die Männer, mein ich. Denn gegen Zähnflet­schen und böses Knurren kann man halt nich mal eben so angehen- das brauch schon pädago­gi­sche Diszi­pli­nar­mass­nah­men.….

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9 Gunnar Roß August 12, 2009 um 03:48 Uhr

Verehrte Damen­welt,
ihre einhel­lige Empörung zeigt, daß es mir offen­sicht­lich nicht gelun­gen ist, mein Anlie­gen exakt zu formu­lie­ren
Genau genom­men ging es nämlich nicht um Kurzhaar­fri­su­ren im allge­mei­nen, sondern eher um einen bestimm­ten Typus Frau mit Kurzhaar­fri­sur. Insbe­son­dere der Termi­nus „pfiffig“ ist dabei von beson­de­rer Bedeu­tung und Betonung. Sie schwebt vor meinem geisti­gen Auge, konnte aber wohl nicht ausrei­chend gut beschrie­ben werden.
Ich gelobe Besse­rung und werde bei eventu­ell folgen­den näheren Betrach­tun­gen dieses Themas besser ins Detail gehen. Bis dahin seien Sie versi­chert, daß ich gegen Kurzhaar­fri­su­ren im allge­mei­nen überhaupt nichts einzu­wen­den habe, ganz im Gegen­teil!

Mit freund­li­chen Grüßen,
Ihr Gunnar Roß

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