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365

by Torsten on 15. September 2009

in Amtliche Bekanntmachungen

365 Tage. Ich hab lange überlegt, ob und vor allem was ich dazu schreibe. Seit Du weg bist, ist mein Leben ein anderes gewor­den. Oft bin ich wütend auf dieses Leben, weil es sich in eine Richtung verän­dert hat, die ich freiwil­lig nie einge­schla­gen hätte. 14 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und es fällt mir schwer, nach dieser langen Zeit ohne Dich neu zu starten. Mit dem Alter summiert sich die Zahl der Verluste, wahrschein­lich ist das einer der größten Nachteile des Älter­wer­dens. Wenn es eines Punktes bedurfte, mir das Ende meiner Jugend klarzu­ma­chen, dann war es Dein Tod.

Ich erinnere mich noch gut, auch an die unhalt­ba­ren Zustände, aus denen Du im Herbst 1995 mehr tot als leben­dig zu mir kamst. Nach anfäng­li­cher Unsicher­heit und der Frage an mich selbst, ob ich bereit wäre, Verant­wor­tung für ein Tier zu überneh­men, hatte ich mich entschlos­sen, Dich zu „behal­ten“. Das Du damit den Rest Deines Lebens an meiner Seite verbrin­gen würdest, so weit hab ich damals noch gar nicht gedacht. Ich erinnere mich gern an unsere vielen Urlaubs­rei­sen, an Deine Wasser­ver­rückt­heit, Deine Vorliebe für Stöck­chen, Tennis­bälle und Kampf­seile. Ich erinnere mich an die Schwei­ne­brü­cke, an den Herren­krug und an Deine nerven­auf­rei­bende Kläffe­rei, wenn Dir irgend­was nicht passte. Ich erinnere mich an Dein sonntäg­li­ches Weckri­tual, wenn Du uns Kraft Deiner Schnauze aus dem Bett schie­ben wolltest. Ich erinnere mich an Deine bedin­gungs­lose Liebe zum Schnee und die zahlrei­chen stunden­lan­gen Ausflüge durch densel­ben. Ich erinnere mich an Wettren­nen mit Deinen Hunde­kum­pels und auch an die Hunde, die Du – natür­lich vollkom­men zu Recht 😉 – verdro­schen hast. Ich erinnere mich an Dich Chaos­queen, wenn Du Dir mal wieder irgendwo die Pfote aufge­schnit­ten hast und mich beim anschlie­ßen­den Tierarzt-Besuch mit Mißach­tung straf­test. Ich erinnere mich an Deine Vorliebe für Schwei­neoh­ren, Ochsen­zie­mer und Joghurt und an Deinen verwöhn­ten Gaumen, der über die Jahre irgend­wann sogar das gute Chappi verschmähte.

Ich erinnere mich gern an Dich. Ich liebe Dich. Immer noch. Nichts, was ich berühre, ist von Dauer. Nichts bringt das Verlo­rene zurück. Alles andere sagen Blumfeld für mich.

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