Zahnmedizin, Vogelnestsuppe, das Ox-Fanzine und gemütliche Stunden am Indoor-Lagerfeuer

by Torsten on 16. Oktober 2009 · 8 comments

in Kraut und Rüben

Heute früh beim Zahnarzt: Aus dem eigent­lich um 8.00 Uhr anberaumten Termin ist inzwi­schen 9.00 Uhr geworden. Ein zahnme­di­ni­scher Notfall in Gestalt einer jungen Dame kam dazwi­schen. Wurscht, zuhause wäre ich auch nicht wacher. Die Warte­zeit wird mir durch Erzäh­lungen eines 74-jährigen Mannes aus einem Nachbar­dorf versüßt. 2 Söhne mit je einer Tochter. Die Große wird jetzt 14. Sie bekommt eine Strom-Zahnbürste zum Geburtstag. Ich äußere Bedenken, was die Freude des Kindes über diese Art von Geburts­tags­ge­schenk angeht. Der Großvater stimmt mir zu und meint, er müsse sich „in diesem Punkt“ aber nach seiner Frau richten. Überall dasselbe: Die Frauen haben die Hosen an, sogar wenn sie Röcke tragen.

„Der Bartels in Dings­bums, das war noch ein guter Zahnarzt! Manchen Menschen sieht man sofort an, ob man mit ihnen klarkommt oder nicht. Den Bartels, den wollte man umarmen, so gut war der!“ Ich äußere erneut Bedenken, diesmal was das Umarmen von Zahnärzten angeht. Profes­sio­neller Abstand scheint mir angebrachter und sicherer. Opa Heinz (so nenne ich ihn im Geiste) läßt sich nicht beirren und setzt noch einen drauf: „Bartels und sein Zwillings­bruder! Beide Zahnärzte, die haben beim Zähne­ziehen noch richtig geschwitzt!!!“ Die Unter­hal­tung ist mittler­weile sehr einseitig geworden. Opa Heinz stört das nicht sonder­lich. Es geht weiter mit seiner Tätig­keit als Schieds­richter, seinem Auto, sowie der Tatsache, daß seine Frau heute eigent­lich einen Termin beim Augen­arzt hätte, sich aber irgendwie nicht aufraffen konnte. Was gut sei, da die Straße in Richtung Augen­arzt ohnehin heute gesperrt wäre. Ich starre auf den laufenden Fernseher und äußere mich hin und wieder durch ein zustim­mendes Brummen.

Borneo rettet mich vorm Einni­cken: Nebenbei läuft (wie immer bei meiner Zahnärztin) die DVD „Unser grana­ten­starker Planet“ (oder so ähnlich) im Warte­zimmer. Heute habe ich gelernt, daß Borneo die größten Höhlen der Welt hat. Die großen Höhlen werden immer größer, weil das Regen­wasser den Fels immer weiter aushöhlt. In den Höhlen gibt es von der Decke hängende Glühfäden von irgend­wel­chen Tierchen, deren Name mir bereits wieder entfallen ist. Außerdem bauen Vögel aus ihrem Speichel Nester an die Höhlen­wände. Diese Nester werden von den Borneo­nesen mittels einer aberwit­zigen Konstruk­tion aus Strick­lei­tern (die bis in 60 Metern Höhe reichen) geernet, um eine Delika­tesse namens „Vogel­nest­suppe“ daraus zuzube­reiten. Gottsei­dank habe ich noch nicht gefrüh­stückt. Da in die Höhlen kein Sonnen­licht fällt und somit keine Pflanzen wachsen, ernähren sich die dort lebenden Insekten von Fleder­mauskot. Immer noch kein Frühstück. Dafür eine neue Strom-Zahnbürste (alte kaputt) und ein erfolg­rei­cher Kontroll­be­such ohne jede Behand­lung. Schöner unsere Zähne und Gemeinden - mach mit.

Wieder zuhause angekommen werde ich durch die Post daran erinnert, endlich mal öffent­lich zum Abonne­ment des Ox-Fanzines aufzu­rufen. Meine Werbe­prämie in Form eines Ox-T-Shirts ist angekommen! Formschön, figur­schmei­chelnd und feinfa­serig, so umsäumt es meinen senilen Bördekörper:

Kollege Killer­blau (der im übrigen inter­es­sante Ernäh­rungs­tipps bereit­hält) wurde durch mich derart massiv einge­schüch­tert und genervt, das er mit gutem Beispiel voran­ging und das beste deutsch­spra­chige Musik-Fanzine abonniert hat. Neben Musik (Punk & Indie im weitesten Sinne) geht’s auch noch um Politik, Gesell­schaft, Subkultur, Comics, (vegeta­ri­sches) Essen und Kultur im weitesten Sinne. Keines der üblichen Werbe­blätt­chen, in denen man Anzeigen gegen wohlwol­lende Rezen­sionen tauscht, sondern ein feines, kleines und enorm unter­halt­sames Blatt zu dessen Abonne­ment (Im Kioskver­kauf verdienen die Macher nüscht! Ein Umstand, den ich nicht begreife, aber einfach mal glaube.) ich hiermit nochmals nachdrück­lich aufrufe!

Nach den graupe­ligen wie grauen­haften Erfah­rungen des grausamen und grauen Herbstes ist Abwechs­lung angesagt: Wem langweilig ist, der sollte zukünftig öfter mal beim Kollegen Schatten aka Killerzwerg aka Schat­ten­zwerg aka Killerd­warf aka Andreas vorbei­schauen. Jener konnte sich endlich aufraffen, selbst ein Weblog einzu­richten. Ich hoffe auf viele schöne Dachbo­den­funde seinerseits.

Wo wir gerade bei der Blog-Sippschaft sind: Vielen Dank an Chris und Brigitte von lieinthesound.de. Schön, daß ihr mich soooo lieb habt! ;-)

Nun denn, meine lieben Leserinnen und Leser, ich habe mein Tag- und Wochen­werk fast hinter mich gebracht und verbleibe mit den besten Grüßen sowie in steter Hoffnung auf roman­ti­sche Abende am prasselnden Indoor-Lagerfeuer für alle Menschen dieser Welt.



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1 Alex 16. Oktober 2009 um 16:02

Du hättest die Arme so wie der Kollege auf dem Bild hinter dir machen sollen. So Vorher-Nachher-Bild-Alike :D Keine Ursache, übrigensirup.

2 Marcus 17. Oktober 2009 um 11:57

Da freut sich meine Chefin immer wenn ich mit dem T-Shirt zur Arbeit komme und bittet mich zukünftig mehr auf mein Äußeres zu achten. Dabei finde ich das Ding echt harmlos aber man könnte meinen da steht „Satan“ drauf. Vielleicht sollte ich ihr mal mein ‘Orange 9mm’ zeigen :mrgreen:

3 Torsten 17. Oktober 2009 um 17:27

@ Alex: Das wär’ besser gewesen, in der Tat!

@ Marcus: Guter Junge! ;-) Geht mir auffe Arbeit ähnlich…

4 Jens 18. Oktober 2009 um 20:18

ich hab’s noch nicht geschafft zum ox abo, irgendwie verschiebt sich das immer von ausgabe zu ausgabe - obwohl ich die sache mit dem kioskver­kauf auch gelesen hab. hm, da muss ich dann wohl auch mal.

5 Marcus 19. Oktober 2009 um 08:28

Torsten, immer Ihr ergebener Diener!

6 Schatten 19. Oktober 2009 um 21:20

na, da haben sie ja eine sehr lässige Pose einge­nommen :)
 
herzli­chen Dank nochmals für die Werbung für meinen Jung-Blog (ala Jung-Pionier) :)

7 jule wäscht sich nie 19. Oktober 2009 um 21:43

Ach wie schön, kaum aus dem Kurzur­laub im bronzenen Osten zurück erfreust du mich mit einem zauber­haften Eintrag! Auf dich ist Verlass. Freund­schaft!
P.S. Bratwurst! Eines der besten Lebens­mittel der Welt. Und Ostpro­dukte für die Lieben Westkol­legen. Ich krieg die alle noch! Hahahahahahahahaha

8 Frau A. 29. Oktober 2009 um 09:13

vielleicht sollte tatsäch­lich jemand mal den ganzes sch… mitschreiben, der in deutschen arztwar­te­zim­mern von sich gegeben wird.
danke für den link zum zwerg!
 
 

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