Wenn der Mensch geht, kommt der Wolf

by Gunnar Roß on 24. Januar 2010 · 3 comments

in Kraut und Rüben

Liebe Kostver­ächter,

mein Name ist Gunnar Roß und ich war einst Torpedo-Verantwortlicher auf der U-723. Das ist keine U-Bahn-Linie, sondern ein Unter­see­boot. Ein Boot, das aufgrund ingenieur­tech­ni­schem Irrsinns unter dem Wasser fahren kann. Boote haben zwar keine Räder, aber man sagt trotzdem „fahren“. Das gleiche gilt für Heißluft­bal­lons, auch die werden „gefahren“. Aller­dings nicht unter Wasser sondern in der Luft. Sagt ja der Name schon, Heißluftballon. Würde ein Heißt­luft­ballon unter Wasser fahren können, würde er wahrschein­lich „Heißwas­ser­ballon“ heißen. Heißwas­ser­bal­lons aber können nicht fliegen, da Wasser recht schwer ist.

1 Liter Wasser wiegt ungefähr ziemlich genau 1 kg. Das sind 1000 Gramm. 1000 Gramm sind kein Pappen­stiel, das merkt jeder, der sich einmal vornimmt, 1000 Gramm an Körper­ge­wicht zu verlieren. Dazu bieten sich verschie­dene Möglich­keiten an, so zum Beispiel eine Diät oder besser noch gesunde Ernäh­rung. Gesunde Ernäh­rung besteht aus einem Haufen Zeuchs, welches zwar nicht schmeckt, dafür aber sehr gesund ist. Wie z. B. der Kohl, die Erbse, der Apfel, die Mohrrübe oder auch das Vollkorn­brot. Davon kann man soviel essen, wie man möchte. Man wird einfach nicht dick. Es sei denn, man trinkt zu jedem Apfel 3 Flaschen Cola. Dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Cola enthält viel Zucker, wieviel genau kann ich gerade nicht sagen. Aber es steht irgendwo im Internet. Wenn Sie es genauer wissen wollen, kann ich da mal nachfor­schen. Ich habe sehr gute Verbin­dungen ins Internet. Schnell sind sie auch, meine Verbin­dungen. Fachfrau und Fachmann wissen sicher Bescheid, wenn ich die Buchstaben D, S und L in die Runde werfe. Mit Buchstaben sollte man aber nicht zu häufig werfen, sonst geht das Alphabet kaputt. Und was wären wir ohne das Alphabet? Ein Haufen Analpha­beten, bar jeder Ausdrucks­mög­lich­keit! Eine Horror­vor­stel­lung, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte!

Genauso wenig, wie ich eingehen möchte, möchte ich zum Thema kommen. Wie Sie sicher­lich schon gemerkt haben, hangelt sich dieses Pamphlet von einem Stich­wort zum nächsten. Es gelingt mir nicht, mich auf ein Thema zu konzen­trieren. Konzen­tra­ti­ons­schwie­rig­keiten sind die Geißel unserer modernen, flach­ge­kloppten Zeit. Es gibt viele Kinder mit Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen. Früher galten jene als Zappel­phillip, heute hingegen sind sie ADHS-Patienten bei Nerven­arzt Dr. Mabuse. Schuld ist nur das Internet, das Privat­fern­sehen und Onkel Guido vom Mövenpick-Club.

Falls auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, unter Konzen­tra­ti­ons­schwie­rig­keiten leiden, empfehle ich Ihnen folgendes: Schalten Sie Ihren Fernseh­ap­parat aus, ziehen Sie den Internet-Stecker und zerschlagen Sie Ihren Computer mit einer handels­üb­li­chen Streitaxt in zehntau­send hübsche kleine Trümmer­teile. Greifen Sie dann zu einem Buch, kochen sich eine Tasse hanebü­chenen Origami-Tee und lümmeln Sie sich mit abnorm verdrehten Glied­maßen in Ihren Ohren­sessel. Sie wissen schon, daß gute alte Stück von Opa. Jenen Sessel, den Ihnen Onkel Günther gnädi­ger­weise aus seinem Erbteil überlassen hat. Weil Sie ja nicht berück­sich­tigt wurden, damals, als Opa das Zeitliche segnete… Warum das so war, fragen Sie sich am besten selbst. Ich bin immerhin kein Fachmann und außerdem nicht Ihr Psycho­loge. Die Dinge, die unaus­ge­spro­chen an Ihre Ahnen­tafel genagelt sind, die klären Sie mal schön selbst. Aber vorerst entspannen Sie sich bitte so wie oben vorgeschlagen.

Bitte beher­zigen Sie meine weisen Ratschläge, denn leider muß ich Sie fürs Erste schon wieder verlassen, liebe Leserinnen und Leser. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo und ich habe kein Billet. Brauch ich aber auch nicht, ich bin nämlich der Schaffner!

Schalten Sie nächste Woche wieder ein, dann bin ich von meiner Reise zurück und habe sicher­lich das ein oder andere Thema im Gepäck!

Herzliche Grüße,
Ihr Gunnar Roß


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{ 3 comments… read them below or add one }

1 Jule wäscht sich nie 25. Januar 2010 um 08:14

Lieber Gunnar, Sie sind herrlich bekloppt! Meine Verehrung.

2 Schatten 25. Januar 2010 um 08:18

Gunni, DU bist der Meister des gepflegten Kauder­welschs :)

sehr schön geschrieben

3 Ettevlov 5. Februar 2010 um 22:33

ja, so mögen wir es! schwallig und wichtig! wir erwarten weitere lebens­hilfe, die uns dringend egal sein muss, sonst geht es nicht vorwärts! alles auspro­biert, auch das mit onkel Günther! tatsäch­lich gehen auch heißluft­bal­lons unter wasser nicht fahren! wir sind begeis­tert!
Gunnar, lass uns nicht ratlos hängen, wir brauchen dich!

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