web analytics

März 2010

Viele von euch haben es schon immer befürch­tet, doch niemand wagte den ungeheu­er­li­chen Verdacht auszu­spre­chen: Ich bin Halbtsche­che. Mein richti­ger Name lautet Tomas Pátek, meine Brüder heißen Svatop­luk, Vlasti­mil und Adam. Unser Vater war Zirkusdirektor des Tsche­chi­schen Staats­zir­kus…

Die Zirkus­zeit war eine schöne Zeit war eine schöne Zeit war eine schöne Zeit! Wir haben viel gelacht, dressiert, Ställe ausge­mis­tet und Reifen angezün­det. Im Winter schlie­fen meine Brüder und ich bei den Lamas, im Sommer bei den Maulaf­fen. Als kleine Erinne­rung an die aufre­gende Zirkus­zeit seht ihr nun ein Video u. a. mit den Löwen Lisa, Eschna­pur und Achim sowie unserem Vater und unseren Müttern:



{ 6 comments }

[edit]

[Edith: Klaus! Kaffee 16 Uhr samt Sahne­tört­chen und Fliesen­bis­quit. Hare Rama, Haare Krischan. Mein Pferd heißt Uwe und wer etwas anderes behaup­tet, der lügt. Bild gelöscht. Fehlin­ter­pre­ta­tion. Besse­rung gelobt. Blumen erhal­ten. Partei­se­kre­tär. Hat immer Recht. Wer Recht hat, muß auch Recht behal­ten.]

[/edit]

{ 12 comments }

Osterprogramm

by Torsten on 30. März 2010 · 5 comments

in Kraut und Rüben

Eiapo­peia, mein Oster­fest ist gesichert:

Sehr geehr­ter Herr Amtsvor­ste­her,

vielen Dank für Ihre Bestel­lung über folgende Leih-Artikel (Kunden­num­mer: XXXXXXX):

So glück­lich war ich noch nie – Edit. Dt. Film
Die Hochstap­ler
Wir Wunder­kin­der
Monty Python’s Live at the Holly­wood Bowl (OmU)
Netto

Unter „laufende Bestel­lun­gen“ können Sie den Status Ihrer Bestel­lun­gen verfol­gen und diese gegebe­nen­falls stornie­ren.

[…]

Viele Grüße,
Ihr Team von verleihshop.de
Jakob GmbH
Bindla­cher Str. 8, 95448 Bayreuth
Geschäfts­füh­rer: Dipl.-Volkswirt Dieter Jakob
Regis­ter­ge­richt: Bayreuth, HRB 822

kosten­freie Hotline:
0800/0796959, Mo-Do 8.30−19 Uhr, Fr 8.30−18 Uhr
http://www.conrad-verleih.de



Guter Laden übrigens, Stiftung Zaren­pest sagt „Sehr gut“; ein Abo muß man auch nicht abschlie­ßen. Sehr freund­li­cher und kulan­ter Kunden­ser­vice. Außer­dem werden regel­mä­ßig Gewinn­spiele veran­stal­tet. Bei einem dieser Gewinn­spiele habe ich tatsäch­lich mal etwas gewon­nen (bis heute das erste und einzige Mal): Ein Longs­leeve „Blair Witch Project“ und ein Buch über die Filme von Lars von Trier. Und nein, ich bekomme weder Geld noch Leihgut­schein für diesen Beitrag…


{ 5 comments }

Alela Diane – „The Pirate’s Gospel“

Heute ein Tipp von A. M. aus P. in P.: Yoho, yohoho, yo ho ho. Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Truh‘ – und ‚ne Buddel voll Rum. Jim Hawkins, Doktor Livesey und natür­lich Long John Silver. Noch Fragen?!

Alle Sonntagmorgen-Songs als kosten­lo­ser on-demand-Free-Filesharing-Hokuspokus zum unver­bind­li­chen Reinhö­ren, Reinschauen und Reinset­zen hier!



{ 1 comment }

Wir befin­den uns gerade mitten in der Earth Hour. Zwischen 20.30 und 21.30 Uhr sind wir (also wir alle) aufge­for­dert, möglichst viele elektro­ni­sche Geräte nicht zu benut­zen und somit Energie einzu­spa­ren. Ich möchte kurz darle­gen, warum ich mich an diesem Blödsinn nicht betei­lige:

1. Sparen, sparen, sparen. Ich hab den dritten Gas- und den vierten Strom­ver­sor­ger in fünf Jahren. Aller­dings weniger aus Klimaschutz-, denn aus Portjuchheschutz-Gründen. Ich dreh überall wo ich gerade nicht bin die Heizung ab. Ich hab fast ausschließ­lich Energie­spar­lam­pen im Einsatz.

2. Ich fahre zurück­hal­tend Auto. Haupt­säch­lich wegen dem merklich gerin­ge­ren Sprit­ver­brauch, neben­säch­lich weil ich entspann­ter ankomme. Während­des­sen überho­len mich täglich Arsch­ge­sich­ter in ihren Audi Q7 oder BMW X5 die sich einen Dreck ums Klima scheren. Warum also sollte ich noch mehr tun?

3. … ist die Welt eh im Arsch. Laut dem Biene Maya-Kalender is Ende 2012 Schicht im Schacht – bis dahin möchte ich bitte soviel Strom verbrau­chen wie nötig. Außer­dem bin ich im Herzen immer noch Punkro­cker und mache was ich will. Wenn ich schon die ganze Woche tun soll und muß, was ich gut kann, will ich am Wochen­ende wenigs­tens machen was ich will. Diese dusse­lige und faden­schei­nige Earth Hour ist ohnehin nur etwas für gutbe­tuchte Grünen-Wähler, deren Aktio­nis­mus vor allem darauf abzielt, ihr schlech­tes Gewis­sen zu beruhi­gen. Rutscht mir doch den Buckel runter… und wenn ihr unten seid, fangt mit dem Sparen am richti­gen Ende an: Wie wäre es denn mit einer Luxus­steuer, z. B. auf oben erwähnte Gelän­de­wa­gen?!

4. … hatten wir hier gerade gestern eine Stunde lang keinen Strom. Mein Soll ist also praktisch schon vorzei­tig erfüllt worden!

5. … bin ich stolz auf meine Ignoranz und heize jetzt die Küche 3 Stunden lang mit dem Backofen. 250° Celsius versteht sich! Mahlzeit!

{ 11 comments }

Ausnahms­weise mal ‚ne ausge­lie­hene Kritik zum Guten Landfilm. Hätte ich genauso geschrie­ben – hätte ich nur gekonnt. 😉

Martin Scorsese spielt in jener exqui­si­ten Oberklasse von Regis­seu­ren, die höchs­tens eine Handvoll Mitglie­der zählt. Wenn der New Yorker einen neuen Kinos­piel­film an den Start bringt, ist das schon für sich genom­men ein Ereig­nis. Hatte der Italo-Amerikaner früher in Robert De Niro (Hexen­kes­sel, Taxi Driver, Wie ein wilder Stier, Kap der Angst, GoodFel­las, Casino) seine Muse, übernahm Leonardo DiCaprio 2002 bei Gangs Of New York den Staffel­stab und spielt nun nach Aviator und The Depar­ted schon seine vierte Haupt­rolle für den Großmeis­ter. Die Vorzüge liegen auf der Hand: DiCaprio ist nicht nur einer der besten Schau­spie­ler seiner Genera­tion, sondern auch ein echter Filmstar, der die Menschen alleine mit seinem Namen in die Kinos locken kann. Das mag auch mit „Shutter Island“ gelin­gen, immer­hin hat das Studio die mögli­che negative Publi­city bei einem Oscar-Reinfall vermie­den.

Scorsese geht gleich zu Beginn in die Vollen. Der Score tost pompös-offensiv voran und schafft eine Atmosphäre wie in einem B-Horror-Thriller, die von Robert Richard­sons (Inglou­rious Basterds, „Aviator“) überra­gen­der Kamera­ar­beit veredelt wird. Der cinephile Regis­seur vermischt die Genres und nimmt mit der visuel­len Gestal­tung sowie mit Hard-Boiled-Dialogen Anlei­hen beim Film Noir, während er immer tiefer in die Psyche seiner Haupt­fi­gur eintaucht, die versucht, das Rätsel von Shutter Island zu lösen.

Die Puzzle­stü­cke, die von Drehbuch­au­to­rin Laeta Kalogri­dis (Pathfin­der, Alexan­der) geschickt ausge­legt werden, beschäf­ti­gen das Publi­kum erst einmal eine Weile, jeder Zuschauer kann sich einen eigenen Reim darauf machen und wer sich dafür viel Zeit lässt, hat keine Nachteile, denn mit einem Wendungs-Coup werden die Karten neu gemischt. Unabhän­gig davon schlei­chen sich im Mittel­teil einige Längen ein, die Handlung kommt nicht voran und verliert ihren Fokus. Aber das ist die Ruhe vor dem Sturm: Im dritten Akt überschla­gen sich schließ­lich die Ereig­nisse.

DiCaprio (Blood Diamond, Zeiten des Aufruhrs), den gern unter­schätz­ten, aber oft ausge­zeich­ne­ten Mark Ruffalo (Zodiac, Colla­te­ral, Die Stadt der Blinden) und Ben Kings­ley (Gandhi, Schind­lers Liste) zur Verfü­gung zu haben, ist ein Segen, aus dem aber auch eine Verpflich­tung erwächst. DiCaprio ist der klare Domina­tor des Films. Alles ist auf den Kalifor­nier zugeschnit­ten, der mit purer Präsenz Akzente setzt. Sein Marshal Daniels wird von inneren Dämonen gejagt, die ihn aber nicht hemmen, sondern anspor­nen, weiter zu ermit­teln. Leider übertreibt es Scorsese mit geradezu epischen Rückblen­den, die Daniels‘ mentale Insta­bi­li­tät bebil­dern. Immer wieder geht es zurück in Daniels‘ Zeit im Zweiten Weltkrieg. Er hat als US-Soldat an der Befrei­ung des Konzen­tra­ti­ons­la­gers Dachau mitge­wirkt, sich aber auch selbst kaltblü­ti­ger Morde schul­dig gemacht. Damit nicht genug, in einer zweiten Flashback-Ebene plagt ihn der Tod seiner Frau Dolores, die in seinen Träumen zu ihm spricht und ihm Ratschläge gibt, was als nächs­tes zu tun sei. Diese Ausflüge in die Psyche sind für die Prosa eines Romans ein Geschenk, aber ihre filmi­sche Illus­tra­tion ist generell heikel. Während der Zuschauer gespannt die Thril­ler­hand­lung weiter verfol­gen will, hemmen die Rückblen­den immer wieder den Erzähl­fluss.

DiCaprios Co-Star Mark Ruffalo steht unüber­seh­bar im Schat­ten des großen Leo. Er erfüllt überwie­gend die Funktion eines Stich­wort­ge­bers für seinen Boss. Ruffalo erhält wenig Gelegen­hei­ten zu eigenen Akzen­ten, aber überzeugt bei diesen mit seiner ruhigen Art. Ben Kings­ley als Gegen­pol zu den beiden US-Marshals hat im Vergleich dazu die weitaus dankba­rere Rolle. Der Oscar­preis­trä­ger gefällt mit zurück­hal­ten­dem Spiel, was seine Figur des undurch­sich­ti­gen Dr. Cawley noch einmal geheim­nis­vol­ler erschei­nen lässt.

Mag es drama­tur­gisch auch einige Holprig­kei­ten geben, stilis­tisch ist „Shutter Island“ absolut über jeden Zweifel erhaben. Die abgele­gene Insel ist ein perfek­ter Drehort, die raue Landschaft und deren Insze­nie­rung gemahnt an Klassi­ker der Sechzi­ger­jahre und das Wetter nimmt teilweise gar die Funktion einer Neben­rolle ein, wenn ein kräfti­ger Sturm über das Eiland zieht und den Mikro­kos­mos Shutter Island ins Chaos stürzt.

Fazit: Martin Scorse­ses „Shutter Island“ ist kein Meister­werk. Oft sind die Einzel­teile des Thril­lers besser als das Ganze, daran ändert auch die heraus­ra­gende Kamera­ar­beit von Robert Richard­son und das engagierte Auftre­ten von Leonardo DiCaprio nichts. Ansons­ten gibt es von allem etwas zu viel: Die Cops sind ein bisschen zu abgebrüht, die Anstalt­s­alt­vor­de­ren ein wenig zu finster und die Schat­ten, die das Ungemach wirft, einen Tick zu lang. Doch die Brillanz, mit der Scorsese das alles insze­niert, ist trotz aller Einwände bewun­derns­wert und macht aus „Shutter Island“ einen absolut sehens­wer­ten Film. (Quelle)

Offizi­elle Website

Filmstarts.de
Kino.de


{ 6 comments }