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Der gute Landfilm: Boxhagener Platz

by Torsten on 14. April 2010 · 1 comment

in Der gute Landfilm

Boxhagener Platz ist die Verfilmung eines Romans von Torsten Schulz. Im Mittelpunkt stehen der zwölfjährige Holger (Samuel Schneider) und seine Eltern (Meret Becker als unterforderte Ehefrau mit West-Sehnsucht und Jürgen Vogel als kleiner, stromlinienförmiger Volkspolizist), vor allem aber seine Oma Otti, gespielt von der Theaterschauspielerin Gudrun Ritter. Und die ist in dieser Rolle so einnehmend, dass man ihr in den ersten Minuten des Films ganz gebannt zuschaut. Oma Otti hat schon mehrere Ehemänner unter die Erde gebracht, und ihr aktueller liegt auch schon entkräftet im Bett. Die Avancen des Witwers Karl (Michael Gwisdek), eines alten Spartakus-Kämpfers, kommen ihr da gerade recht, auch wenn sie das erstmal nicht zugibt, denn Oma Otti kennt sie ja, die Männer. Das Ensemble wird noch ergänzt durch alte Nazis, fiese Stasi-Offiziere und proletarische Alkoholiker. Es geht volkstümlich zu, wie auch in der Buchvorlage, und Regisseur Matti Geschonneck ist geschickt darin, diese Atmosphäre irgendwo zwischen Schwank und historischer Akkuratesse zu erschaffen. Neben der Geschichte der DDR und – in der von Michael Gwisdek gespielten Figur – des ihr vorausgehenden Straßenkampfes der, so heißt es häufiger, „wahren Kommunisten“, werden auch noch andere Zeiteinflüsse wie die Westberliner Studentenrevolte und der niedergeschlagene Prager Frühling hineingewoben. Anders als Good Bye, Lenin! (2003) von Wolfgang Becker oder auch Sonnenallee (1999) von Leander Haußmann huldigt Boxhagener Platz aber nicht der Ostalgie, sondern eher ganz allgemein dem Proletariat. (Quelle)

Boxhagener Platz ist eine feine Liebeserklärung an das Berliner „Kiezgefühl“. Witzig, lakonisch, sentimental, gut. Einziges Manko: Jürgen Vogel ist leider eine völlige Fehlbesetzung. Er wirkt viel zu jung und wenig authentisch, man nimmt ihm weder den Vater noch den Volkspolizisten ab. Ansonsten prima Filmchen, Empfehlung!

filmstarts.de
kino.de

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1 schatten April 15, 2010 um 05:48

ui, das sieht doch mal nach nem lustigen filmchen aus und so viele schauspieler die man aus anderen filmen kennt, tolle sache das 🙂
ist Matti Geschonneck der Sohn von Erich? tatsächlich … wusste ich gar nicht, dass der filme macht …

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