Велка и Стрелка

von Torsten am 19. August 2010 · 6 comments

in Fundsachen, Kraut und Rüben

Heute vor 50 Jahren starteten Belka (russisch für „Eichhörn­chen“) und Strelka (russisch für „kleiner Pfeil“) an Bord der Raumsonde „Sputnik 5″ ihren Rundflug um unseren Heimat­pla­neten. Neben den beiden Hunden waren noch mehrere Mäuse, Ratten, Taufliegen und Pflanzen an Bord. Nach 18 Erdum­krei­sungen in einer Bahnhöhe von 306 bis 330 Kilometer und bei einer Erdum­krei­sung in 90,7 Minuten, landeten am 20. August 1960 beide Hunde sicher wieder auf der Erde.

Strelka gebar später sechs Welpen, von denen eine, Pushinka, Caroline Kennedy, der Tochter des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, geschenkt wurde. Die Übergabe erfolgte durch den damaligen sowje­ti­schen Regie­rungs­chef Nikita Chruschtschow.

Offizi­ellen sowje­ti­schen Berichten zufolge fühlten sich die Tiere wohl an Bord. Nach Darstel­lung des Arztes Wladimir Jasdowski verlief das Experi­ment jedoch nicht ganz so reibungslos. Demnach war Belka während des Weltraum­flugs sehr nervös. „Sie war unruhig, bellte und versuchte, die Sicher­heits­gurte zu lösen“, schrieb Jasdowski in seinem Buch über die Geschichte der sowje­ti­schen Weltraum­me­dizin. Medizi­ni­sche Unter­su­chungen nach der Landung ergaben jedoch, dass beide Hunde in bester Verfas­sung waren.

Heute befinden sich die präpa­rierten Körper von Strelka und Belka, ausge­stellt in Glaskästen, im Kosmo­nau­ten­mu­seum in Moskau.

„Die Aufgabe von Belka und Strelka bestand darin, die Raumsonde zu testen, die Gagarin ins All brachte“, sagte der russi­sche Kosmo­naut Alexander Lasutkin am Donnerstag dem staat­li­chen Fernseh­sender Rossija. Zuvor war im November 1957 erstmals Hündin Laika ins All geschossen worden. Belkas und Strelkas Vorgän­gerin im Weltraum veren­dete jedoch kurz nach dem Start wegen der Überhit­zung an Bord.

Nach inten­siver Forschung waren sowje­ti­sche Raumfahr­tin­ge­nieure 1960 in der Lage, ein Raumschiff zu bauen, das einen Menschen ins All beför­dern und wieder zurück­bringen konnte. Für die Tests mussten Tiere herhalten. Hierfür wurden herum­streu­nende Misch­lings­hunde heran­ge­zogen, weil diese sich nach Ansicht der Ärzte besser an die unwirt­li­chen Bedin­gungen anpassen konnten.

Viele der Tiere starben während der Testflüge - darunter die Hunde Bars und Lisitschka, die drei Wochen vor Belka und Strelka in den Weltraum geschossen wurden. Sie starben, weil ihre Rakete Sekunden nach dem Start explo­dierte. Der Raumfahrt-Ingenieur Boris Tschertok, der damals an der sowje­ti­schen Weltraum-Mission betei­ligt war, wusste nach eigener Aussage, dass der nächste Versuch mit Belka und Strelka zum Erfolg führen würde. „Die Hunde verhielten sich wie wahre Profis“, pflich­tete ihm sein Kollege Wladimir Zwetow im russi­schen Staats­fern­sehen bei.

Die Ingenieure hätten Belkas und Strelkas Bellen während des Flugs mit Erleich­te­rung aufge­nommen und gewusst, dass sie wohlauf seien, erinnerte sich Tschertok. „Sie heulen nicht, sondern sie bellen - das heißt, dass sie zurück­kommen“, sagte ein Kollege laut Tschertok.

Belka und Strelka machen posthum sogar Film-Karriere. Im März feierte der erste russi­sche Anima­ti­ons­film namens „Belka und Strelka: Star Dogs“ Leinwand­pre­miere, darin wird die Geschichte der tieri­schen Raumfahrer erzählt. (Quelle 1, 2)

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1 Miss Raten August 20, 2010 um 20:36

Ich musste gerade daran denken, dass Hunde in fahrenden Autos sehr gerne den Kopf aus dem Fenster halten. Vielleicht war Belka genervt, weil das nicht ging. :mrgreen:
Und ich bin ganz froh, dass die Geschichte wenigs­tens für Belka und Strelka gut ausge­gangen ist.

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2 Daniel August 20, 2010 um 22:47

Süß die Beiden – aber alles frei erfunden. Man sehe sich doch bitte mal dieses Bild an – Zwei knuffe­lige Prome­na­den­mi­schungen in hautengen abgespa­ceten Astro..äh..Kosmonautenanzügen, alles gut und schön. Aber die Autogramme – also bitte – Sitz! Platz! Pfötchen! Shopping! alles ok, aber Autogramme? Und dazu noch der Poststempel von der ISS – als ob es die 1960 schon gab! Nee, das ist ja noch unglaub­li­cher als die Landung Armstrongs auf dem Mond oder der grünen Männchen in der Area 51.

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3 schatten August 21, 2010 um 09:27

schöne erinne­rung, was wir mal alles gelernt haben ;)
ich konnte mich nur noch an laika erinnern *g

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4 Torsten August 21, 2010 um 15:18

@ Miss Raten: Ich habe mich bewußt mit einer Wertung bezüg­lich “Hunde in den Weltraum schicken” zurück­ge­halten. Ausnahms­weise zählte nur die Erinne­rung an den Jahrestag. Ich lese aus Deinem letzten Satz einen gewissen Zwiespalt bzw. eine Skepsis, die ich mutmaß­lich bedin­gungslos teile. ;-)

@ Daniel: Belka und Strelka sind so echt wie die Mondlan­dung von Neil Armstrong. ;-) Alle weiteren Infor­ma­tionen findest Du hier, dort hab ich auch das Bild ausge­liehen. Alle Deine Argumente pro eine Verschwö­rungs­theorie werden dort entkräftet. Auch, wenn es sehr lustig zu lesen war. :mrgreen:

@ Schatten: Ich mußte mich auch an Belka und Strelka erinnern lassen. Kannte ebenso nur Laika und Laika hat ihren Weltraum­flug leider nicht überlebt.

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5 Daniel August 21, 2010 um 15:29

“Auch, wenn es sehr lustig zu lesen war…
Danke, das sollte es auch. Natür­lich habe ich keinen Zweifel an der Authen­ti­zität! Die Sovjet­union hatte einige Helden – die Beiden sind eindeutig zwei davon!

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6 Anja Dezember 23, 2011 um 02:57

Ich frag mich echt wo die Russen ihre Mensch­lich­keit haben?!
Man nimmt doch keine Hunde, sperrt sie in eine winzige Kabine, angeschnallt und schießt sie einfach in den Weltraum?!?!?!!!!!! Wenn diese Leute selber Angst haben so hoch zu fliegen dann warum zum Teufel schießen sie Lebewesen dort hin, die so stress­emp­find­lich sind. Man stelle sich vor wie man von Lebewesen, denen man vertraut und für die man alles gibt, weshalb Hunde den Ruf als “besten Freund des Menschen” haben, gepackt wird, festge­schnallt wird in irgend­einem komischen Objekt, man hat absolut KEINE Ahnung was passiert, was man mit einem macht und man hat auch nicht die Möglich­keit es heraus zu finden. Man hat einfach Angst und wird in die Luft geschossen. Entweder man hat diese wunder­volle Gabe viel zu fühlen und es wird in dem Moment zum Verhängnis (wie z.B. Laika) und man stirbt alleine wegen dem Stress und der Angst, oder man ist ein guter “Sklave” und gehorcht, dass man keine Angst haben soll. Kann sich jemand vorstellen wie es ist tagelang gefes­selt zu sein, und das auch noch als Hund, der mehr Bewegung braucht als der Mensch, Todes­angst zu haben und sich vor Angst und Panik zu übergeben und sich nicht losschnallen zu können?!
Die Leute, die solche Ideen haben, sollte man allesamt einsa­cken und irgend­wohin schießen.
Wenn du selber schon nicht den Mumm hast es selber zu tun dann nimm auch keine Schwä­cheren für die Arbeit, die du eigent­lich erledigen musst.
In dem Sinne wünsch ich allen, die so ignorant sind und glauben es wäre richtig oder nicht verwerf­lich, noch ein sorgen­loses Leben, denn leider bekommen wir alle was wir verdienen. Und falls es Reinkar­na­tion gibt hoffe ich, dass genau diese Leute den Körper eines verlas­senen Hundes erhalten.

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