Die geschworenen Jungfrauen von Albanien

by Torsten on 30. August 2010 · 4 comments

in Fundsachen, Kraut und Rüben, Politik

In Albanien gibt es Frauen, die aufgrund eines uralten Ritus in einer männlichen Identität leben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einige nehmen die Position verstorbener Brüder oder Väter ein. Andere entscheiden sich in einer archaischen Gesellschaft, in der Frauen traditionell eine untergeordnete Rolle spielen, bewusst für das privilegierte Leben in einer männlichen Rolle. Solange der Schwur der ewigen Jungfrauenschaft eingehalten wird, akzeptiert die Gesellschaft dies.

Diese so genannten „geschworenen Jungfrauen“, in der Landessprache „Burrnesha“ genannt, werden in den Familien geachtet und erhalten den Status von Männern. Sie leisten Männerarbeit, kleiden und verhalten sich wie Männer. Die „Sworn Virgins“ füllen ihre Rolle so perfekt aus, dass sie im Laufe der Zeit außerhalb der Familie nicht mehr als Frauen erkannt werden. Nicht nur ihre innere Einstellung ändert sich, auch ihre Physiognomie. Mit den Jahren geht die Frau in ihnen verloren. Diese Tradition ist das einzig bekannte Beispiel für einen institutionalisierten Geschlechter-Rollenwechsel in Europa. (unter teilweiser Verwendung dieser Quelle)

Die 1977 in Bulgarien geborene und in Hamburg lebende Fotografin Pepa Hristova hat die „Sworn Virgins“ in Albanien fotografiert.

alle Fotos © Pepa Hristova

Weiterführende Links:

Titel, Thesen, Temperamente zum Thema (Video)
Titel, Thesen, Temperamente zum Thema (Text)
Homepage Pepa Hristova
Mehr Bilder „Sworn Virgins“ von Pepa Hristova

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1 jule wäscht sich nie August 30, 2010 um 20:40

Herzlichen Dank Bördebube..genau nach meinem Geschmack! Für die Aufhebung der Geschlechter..

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2 schatten August 30, 2010 um 20:54

danke für dieses wissensschmankerl, noch nie von gehört, noch nie gesehen … das finde ich extrem spannend !!! vor allem die gesellschaftlich akzeptanz finde ich bemerkenswert

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3 Der Metawirt August 31, 2010 um 21:16

Auch am Sonntag TTT gesehen?
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5280472
 
ps
Ich hoffe, Du hast danach auch noch „Persepolis“ gesehen

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4 Torsten August 31, 2010 um 21:25

Der Link stand und steht am Ende des Artikels, alter Klugscheißer.

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