Jugendsünden (2)

von Torsten am 2. September 2010 · 11 comments

in Fundsachen, Kraut und Rüben, Politik

Meine Abschluß­prü­fung im Fach „Maschi­nen­schreiben“. 6718 Anschläge in 45 Minuten. Wie die Anschläge ausge­zählt wurden, kann ich nicht mehr sagen. Vermut­lich wird’s aber von Hand passiert sein. 23 Fehler. Note 2. Die Fehler­dif­fe­renz (21+1=23) erklärt sich folgen­der­maßen: Perfide und demüti­gend wie das System nun mal war ;-) , mußten wir unsere Arbeiten selbst korrek­tur­lesen. Jeder nicht entdeckte Fehler zählte doppelt und so wurden aus 21 plus einem Fehler insge­samt 23.

Klick!

Geschrieben wurde blind. Das heißt nicht, daß ich eine Augen­binde oder Sonnen­brille trug. Die elektri­sche Schreib­ma­schine war über der Tastatur mit einem selbst­ge­zim­merten Holzkasten abgedeckt, so daß man die Hände quasi ins Dunkle steckte. Der Lärmpegel der Tipperei war bei ca. 20 Prüflingen in einem vielleicht 30 m2 großen Raum übrigens beträchtlich.

Das Berufs­bild des Schrift­set­zers (heute: Medien­ge­stalter) hat sich in den letzten 20 Jahren komplett gewan­delt, aber die Schnell­tip­perei kommt mir immer noch sehr zugute. Das Mantra eines jeden Schnell­schrei­bers lautet übrigens asdf jklö, denn das ist die Ausgangs­po­si­tion der 8 Finger. Der rechte Daumen liegt dabei auf der Leertaste, während der linke praktisch seinen Dauer­ur­laub im FDGB-Heim (heute: Heart’s Fear Hostel) verbringt.

Falls jemand den ganzen Text lesen möchte, den gibt’s hier (1, 2).

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1 jule wäscht sich nie September 2, 2010 um 11:27

Crazy shit mein Lieber..

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2 Torsten September 3, 2010 um 09:17

@ Jule: Crazy Shit? Wohl eher: “Ditt findste schau, wa?!” oder auch “Fetzt urst, Du Kunde!”

@ Schatten: Scholli, Scholli! So perfide wie das System!!! ;-)

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3 schatten September 2, 2010 um 19:15

muhaha … das fehler­kor­rek­tur­system ist ja ne gaaaaanz perfide angele­gen­heit … was du mal so gelernt hast, mein lieber scholli

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4 jule wäscht sich nie September 2, 2010 um 22:07

Scholli..lang nicht gehört..ganz toll Herr Schattenmann.

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5 schatten September 3, 2010 um 07:53

*knicks* im rosa Tütü :mrgreen:

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6 Daniel September 3, 2010 um 10:45

Das ist so geil urst schau, ich musste mir glatt erstmal die Lachtränen mit nem Zellstoff­ta­schen­tuch aus meinem Dederon­be­utel abwischen!

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7 jule wäscht sich nie September 3, 2010 um 14:42

Da fällt mir wieder ein, dass ich hier im Westen mal jemanden nach Zellstoff fragen wollte um das verständ­nis­lose Gesicht zu sehen und zu lachen. Das Wort fetzt auch urst ein.

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8 Miss Raten September 3, 2010 um 19:52

Mir sind ja eine Menge Begriffe geläufig, aber mit dem Zellstoff hättest du mich auch erwischt, Jule. :grin:
Dafür wissen meine Kollegen nicht, was ich mit Akten­dulli meine. Den Ausdruck habe ich mal von meiner Tante gelernt und ich weiß nicht, wie das hier im äußersten Westen eigent­lich genannt wird. *Das* konnten mir meine Kollegen merkür­di­ger­weise auch nicht sagen. “So’n Dingens zum Festheften” ist mit Sicher­heit nicht der korrekte Begriff.

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9 jule wäscht sich nie September 3, 2010 um 20:06

Den Begriff kenn ich wiederum nicht..immer was Neues, Tag für Tag. Schön:)

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10 Daniel September 4, 2010 um 08:25

@Miss Raten: Das heisst wohl im neuhoch­deutsch Heftstreifen –> http://de.wikipedia.org/wiki/Heftstreifen
@Torsten: warum kann ich hier in den Kommen­taren Wörter durch­strei­chen und nach dem Absenden sind sie es dann doch nicht. Zensur der Zensur?
durch­ge­stri­chenes Beispiel: durchgestrichen

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11 Torsten September 4, 2010 um 10:39

@ alle: Hier ein kleiner Kurz-Exkurs zum Akten­dulli. Mehr DDR-Deutsch hält Wikipedia bereit.

@ Daniel: Sorry, keine Ahnung, warum es mit dem Durch­strei­chen nicht klappt. Wahrschein­lich ist das von der Kombi­na­tion Betriebssystem/Browser abhängig. Ich kann da leider mit meinen begrenzten PHP-Kenntnissen nicht soweit eingreifen. Wenn’s wichtig ist, bitte einen anderen Browser probieren oder ich ändere es manuell.

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