web analytics

Tag gegen Lärm

by Gunnar Roß on 28. April 2011 · 1 comment

in Kraut und Rüben

Gestern, meine lieben Kolchos­kom­so­mol­zen, war der Tag gegen Lärm. Neudeutsch auch Inter­na­tio­nal Noise Aware­ness Day betitelt. Leider war ich gestern verhin­dert, so daß ich erst heute dazu komme, mir Gedan­ken über den Lärm zu machen.

Lärm, was ist das eigent­lich? Wie immer, wenn wir keine Ahnung haben, besuchen wir Tante Vicky Pèdia auf eine Tasse heißen Bohnen­kaf­fee und eine Auskunft. Tante Vicky verrät uns folgen­des: Das schöne Wörtchen Lärm stammt von ital. all’arme, „zu den Waffen!“, und ist mit „Alarm“ verwandt. Noch bis in die Mitte des 18. Jahrhun­derts hinein war Lärm vor allem ein Begriff aus dem militä­ri­schen Bereich, wofür u. a. auch heute ungebräuch­li­che Zusam­men­set­zun­gen wie „Lärmplatz“ (ein Ort, an dem Menschen unter Waffen traten), „Lärmblä­ser“ und „Lärmschlä­ger“ (Trompe­ter bzw. Tambour, der den Aufruf zum Sammeln gab) zeugen. Knapp hundert Jahre später definierte der deutsche Sprach­for­scher und Lexiko­graph Johann Chris­toph Adelung den Begriff Lärm als „ein jeder lauter, beschwer­li­cher Schall“. Kurt Tuchol­sky notierte später einmal: „Lärm ist das Geräusch der anderen.“ Heute wird Lärm z.B. in Geset­zes­tex­ten als „unerwünsch­ter Schall“ definiert und enthält somit neben einer biophy­si­ka­li­schen und medizi­ni­schen auch eine subjek­tive Kompo­nente. So können zum Beispiel Geräu­sche von Kinder­spiel­plät­zen je nach Hörer von ableh­nend bis erfreut ganz unter­schied­lich beurteilt werden.

Der für Lärm umgangs­sprach­lich häufig verwen­dete Begriff Radau ist bereits für das 19. Jahrhun­dert in Berlin belegt; er entstammte der Studen­ten­spra­che, wo er eine durch Endbe­to­nung an fremd­spra­chige Wörter angegli­chene, lautnach­ah­mende Bildung darstellte. Von Berlin aus breitete er sich in andere Sprach­re­gio­nen aus. Synonym dazu wird insbe­son­dere im Ruhrge­biet auch der Begriff Bohei oder auch Bahei (ursprüng­lich Buhei) im Sinne von „viel Lärm um nichts“ oder auch „viel Tamtam um etwas machen“ verwen­det. (Quelle)

Nun sind wir also schlauer und wissen bescheid über den „unerwünsch­ten Schall“. Auch der gute alte Tuchol­sky hat natür­lich Recht, wenn er vom Lärm als „Geräusch der anderen“ spricht. Diese Lärm-Definition gefällt mir eigent­lich am besten. Ich wünsche Ihnen einen ruhigen, streß­freien und leisen Tag. Schön, daß Sie bis hierher gelesen haben.

Zum Entspan­nen:

Zum Entsi­chern:


{ 1 comment… read it below or add one }

1 spill Mai 5, 2011 um 18:01 Uhr

Also Lärm ist wenn die Peris­tal­tik auf Autobahn/FlughafenToilettenKabinen statt­fin­det.
Da sind die Amis technisch gesehen viel weiter ey.
In den meisten KKs(KackKabinen, sorry that) läuft, aus gutem Grund, – laute music.
Ist zwar auch öh Lärm, aber wesent­lich öh angeneh­mer bzw. übertö­nen­der.

Antworten

Kommentar verfassen

Previous post:

Next post: