Pumpen-Fredi und die Unabhängigkeit der Samen

by Torsten on 13. Mai 2011 · 1 comment

in Kraut und Rüben, Musik

Dear Ladies and Gentle­man, voller Stolz präsen­tiere ich ihnen meine Fundstü­cke der heuti­gen Internet-Räschärchsche zum Eurovi­sion Song Contest formerly known as Grand Prix Eurovi­sion de la Chanson. Lassen Sie uns im hohen Norden anfan­gen; begin­nen wir in Finnland. Der finni­sche Beitrag aus dem Jahre 1982 stammt von einem Sänger namens Kojo (te). Er heimste mit dem Stück namens Nuku pommiin („Ich nuckel an den Pommes“) 0 (in Worten: null) Punkte ein und belegte folge­rich­tig den letzten Platz.

Recht so, schwa­cher Song. Dafür entschä­digt die eksta­ti­sche Perfor­mance und das feste Schla­gen der eigenen Hand gegen den eigenen Kopf. Vom roten Ganzle­der­an­zug ganz zu schwei­gen. Wichtige Szenen: 0:45, das Schul­ter­strei­cheln bei 0:53 und die Vorstel­lung von Ossi. Ossi! Bitte weiter­hin die Schluß­geste zu beachten.

Wo wir schon im hohen Norden sind, bleiben wir auch gleich da. Norwe­gen. 1980. Es ist dunkel. Zwei Norwe­ger machen sich auf den langen und beschwer­li­chen Weg durch die finstren norwe­gi­schen Skog. Sverre Kjels­berg and Mattis Hætta sind ihre Namen. Ihr Song heißt Sámiid Ædnan und beschäf­tigt sich mit dem Ringen um Unabhän­gig­keit der Samen in Norwe­gen. Prinzi­pi­ell also eine gute Sache.

Auch musika­lisch gibt’s hier nichts zu meckern. Nach verhal­te­nem Beginn steigt ab 1:20 min die Mitsing-Party und will in ihrer troll­ol­l­oll­lo­lo­lo­lolll­lo­lo­haf­ten episch-absurden Art gar nicht wieder aufhö­ren. Wenn’s um die Rechte der Samen, der Flamen oder auch der Groppen­dor­fer geht – da sing ich gerne mit! Leider nur Platz 16 von 19. Bitte auch wieder die Schluß­szene beach­ten – der Bote der Samen erinnert mich fatal an Austin Powers!

Wir bleiben im Norden, weil es dort ohnehin am schöns­ten ist. Pump Pump-Fredi und seine Freunde (eigent­lich Fredi & Friends) sind eine Bande von freilau­fen­den Klemp­nern im an einge­fro­re­nen Wasser­lei­tun­gen wahrlich nicht armen Finnland. Fredi und seine Girls nahmen im schönen Jahre 1976 teil.

Der Song ist ein Hit, die Optik über jeden Zweifel erhaben und Fredi tanzt wie ein junger Derwisch. Leider hat es trotz­dem nur zu Platz 11 von 18 gereicht. Ich persön­lich find’s ja schade, daß recht dick geratene Menschen mit dicken Schnauz­bär­ten heute kaum noch im Fernse­hen zu sehen sind. Es sei denn, man schal­tet vormit­tags RTL2 ein. Da geht’s dann aber nicht um Musik, sondern um Elend. Wir wollen kein Elend, wir wollen lieber Musik. Womit der Kreis geschlos­sen wäre, resp. das Pferd gesat­telt, der Baum gefällt und der liebe Gott einen guten Mann geseint.

Das soll’s mit unserer kleinen Eurovisions-Rundschau für heute auch schon gewesen sein. Ich melde mich in den nächs­ten Tagen mit den Punkten aus Absur­di­stan. Bis dahin und schickt mir Schnaps!


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1 Vero Mai 14, 2011 um 14:38

Das Kacka-Lied ist echt der Brüller! Ich wusste ja, dass kaksi das finni­sche Wort für „zwei“ ist, aber dass sie auch „Kacka“ als Wort haben – ich kugel mich immer noch vor Lachen. :mrgreen:

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