Die wahre Miss Marple

by Torsten on 16. Juni 2012 · 0 comments

in Kraut und Rüben



Ein TV-Tipp zum Wochenende. Den Text habe ich ausnahmsweise komplett ausgeliehen, weil er alles sagt, was auch ich gesagt hätte … Sonntag, 21.40 Uhr, arte!

Was soll aus einem kleinen Mädchen werden, dessen Mutter sich erhängt und dessen Vater fast sein ganzes Leben in der Psychiatrie verbringen muss, nachdem er den eigenen Vater mit einem Nachttopf erschlagen hat? Antwort: ein Weltstar, der ganze Generationen begeistert und zum Lachen bringt.

Dass aber Margaret Rutherfords Weg zu ihrer Paraderolle als komische Amateurdetektivin Miss Marple steinig und lang war, zeigt eine neue gelungene Doku.

Alte Klassenbücher tauchen auf. Sie dokumentieren die vielen Fehlzeiten der jungen Margaret, nachdem ihr Vater angekündigt hatte, sie nach seiner Entlassung zu sich holen. Das geschah zwar nie, aber die stete Angst vor dem kranken Killer und vor der manischen Depression, die sie von ihm geerbt haben könnte, begleitete Rutherford ihr Leben lang. Nach langen Jahren als Klavierlehrerin und Laiendarstellerin gelangte sie erst mit 33 Jahren an ein professionelles Theater, feierte ihren ersten Filmerfolg – „Geisterkomödie“ (1945) – mit 53 und trat erstmals mit 69 als Miss Marple in Erscheinung.

In vielen Zeitzeugeninterviews offenbart sich Rutherfords großes Herz für Exzentrik und Außenseitertum. So hätten sie und ihr Mann Stringer Davis tagsüber geschlafen, sich aber jede Nacht zu Eiern mit Speck und Wackelpudding getroffen. Einen Mann, der sich als jordanischer Prinz vorstellte, ließen sie bei sich wohnen. Dass der sich als britischer Antiquitätenhöker herausstellte, störte die beiden nicht. Die Prinzengeschichte war einfach zu amüsant. „Die beiden lebten in ihrem eigenen Peter-Pan-Land“, erinnert sich eine Freundin.

„Die Engländer haben eine hohe Toleranz für exzentrische Leute, die werden dort regelrecht geliebt“, erklärt Andrew Davies, einer der Autoren der Doku. Scheint zu stimmen: Fünf Jahre bevor Margaret Rutherford 1972 starb, erhielt sie im Buckingham Palace den Titel „Dame of the British Empire“, die höchste Auszeichnung des Königreichs. (Quelle)

Die wahre Miss Marple
SO 17.6. Arte 21.40 Uhr

Update:


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