Die Republik der Denunzianten

by Torsten on 8. Juli 2015 · 0 comments

in Fundsachen, Kraut und Rüben, Politik

einestages: Was hat das mit dem Land gemacht?

Richter: Natürlich ist die ostdeutsche Bevölkerung nicht prinzipiell irgendwie denunziationsfreudiger als die in einem anderen Land. Aber, wie so oft, hat diese Diktatur das Niedrige befördert. Es war eben ganz leicht möglich, schlecht zu reden, Auffallendes, Unangenehmes, Abweichendes zu melden, hinten rum zu verleumden. Die mangelnde Öffentlichkeit in der Diktatur bestärkte diese graue Zone – wer musste jemals damit rechnen, der Lüge bezichtigt zu werden? Deshalb denk ich, ist das sehr tief in die Gesellschaft eingedrungen. In einer freien Gesellschaft kann Denunziation gar nicht diese Rolle spielen, weil es dem Staat egal ist, was X über Y sagt. Aber in der DDR konnte das eine unglaubliche Brisanz erringen.

Sehr lesenswertes Interview über das Denunziantentum in der DDR, samt einigen interessanten O-Tönen auf einestages.de. Frau Dr. Richter bringt da einiges sehr gut auf den Punkt. Lesebefehl!

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