Torsten

Photo by JONATHAN SMITH / Rex Features (14188d)
IAN BRADY
MOORS MURDERER, BRITAIN – 1966

Ian Brady ist tot. An dieser Stelle kein trauriges RIP, sondern eher ein hinterhergerufenes „Schmor in der Hölle, kranker Mann!“.

Kaum ein anderer Kriminalfall hat Großbritannien so erschüttert wie der der „Moormörder“. Fünf Kinder hatte Ian Brady zusammen mit seiner Komplizin Myra Hindley († 2002) vor mehr als einem halben Jahrhundert sexuell missbraucht, gefoltert und dann bestialisch umgebracht.

Vier der Leichen wurden in einem Moor in Nordengland entdeckt. Das Versteck der fünften Leiche gab er bis zu seinen letzten Atemzügen nicht preis – Ian Brady starb am Montagabend im Alter von 79 Jahren in der psychiatrischen Hochsicherheitsklinik Ashworth bei Liverpool.

1963 begann das Paar mit seiner Mordserie. Ihr erstes Opfer war die 16-jährige Pauline Reade. Hindley sprach sie mit der Bitte an, ob das Mädchen ihr helfen könne; sie habe ihren Handschuh verloren. Mit der Aussicht auf Finderlohn lockte sie Reade in das bei Manchester gelegene Saddleworth Moor und überwältigte sie dann gemeinsam mit Brady. In ihrer gemeinsamen Wohnung missbrauchten und ermordeten sie das Mädchen.

Auch die anderen Opfer des Paars, John Kilbride (12), Keith Bennett (12), Lesley Ann Downey (10) und Edward Evans (17), wurden meist von Hindley angesprochen. An der Stelle, an der sie Kilbrides Leiche verscharrt hatten, posierte Hindley für ein Foto mit ihrem Schoßhund; dieses Foto führte die Polizei später zum Fundort im Saddleworth Moor.

Der englische Wikipedia-Eintrag zu den Moormorden ist sehr umfangreich und lesenswert. Der Song Suffer Little Children der The Smiths ist den Opfern Bradys und Hindleys gewidmet.

Lesley-Anne, with your pretty white beads
Oh John, you’ll never be a man
And you’ll never see your home again
Oh Manchester, so much to answer for


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Jag talar inte svenska

by Torsten on 10. Mai 2017 · 0 comments

in Musik

Jag talar inte svenska – ich spreche kein Schwedisch. Bin aber trotzdem seit langem Fan des Schaffens von Annika Norlin, die mit ihren Bands Hello Saferide und Säkert! seit Jahren die schwedische Indie-Pop-Szene unsicher macht. Gerade ist mit Djäggdjur ein fantastisches neues Album von Säkert! erschienen. Dummerweise verstehe ich von den Texten so gut wie nichts, was mich aber nicht von der Einschätzung „Fantastisches Pop-Album, wie es so nur aus Skandinavien kommen kann“ abhält. Die gute alte nordische Harmonielehre – irgendwie haben die Herr- und Damschaften da oben im Norden den Pop mit der Muttermilch aufgesogen. Wer den vermeintlichen simplen und eingängigen Pop von ABBA mal in seine perfekt arrangierten Einzelteile zerlegt hat, weiß wovon ich rede.

Hiermit also wieder mal eine wärmste Hörempfehlung für Säkert!s neuestes Werk. Auch die alten Alben – es gibt eins in englischer Sprache – und alle Hello Saferide-Sachen (durchweg englisch) sind mehr als empfehlenswert.

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Eine meiner Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen geht wie folgt: Wir schreiben das Jahr 1984. Mein Bruder und ich sitzen auf der Ladefläche eines froschgrünen Multicar der LPG (T) Uthmöden. Mein Vater sitzt am Steuer, gemeinsam haben wir vermutlich irgendwas zur Müllkippe (Fuchsberg! Aschenkuhle! Insider!) gefahren. Wir sitzen also gutgelaunt auf der Pritsche des Mini-LKWs und singen lauthals „1, 2, 3 – alle fahr’n vorbei. Ich bleib hier, hier gefällt es mir!“ vor uns hin. Sonst ist nix weiter passiert, wir sangen nur und hatten gute Laune.

Vor Jahren fiel mir diese Episode wieder ein. Ab und an hab ich in den letzten Jahren Google angeworfen und mit dem Search-String „1, 2, 3, alle fahr(e)n vorbei“ erfolglos nach Song und Interpret gesucht. Irgendwann ließ ich in einem Moment der Erleuchtung die Zahlen weg und stieß so relativ schnell auf den Text zu Dialogs „963“. Und schlagartig fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Es hieß gar nicht „1, 2, 3, alle fahr’n vorbei…“ sondern „9, 6, 3, alle fahr’n vorbei…“. Mit diesem neuen Wissen ausgerüstet war es nun nur noch ein Katzensprung bis zu einer Aufnahme auf Youtube und weiter zum Erwerb des zugehörigen Albums 963.

Dialog stammten aus Crimmitschau. 963(0) war zu DDR-Zeiten die Postleitzahl von Crimmitschau und ist der Titel der ersten Dialog-Platte bei Amiga. Die Platte bietet den typischen DDR-Rock und ist nicht weiter auffällig; weder positiv noch negativ.  Der Text zu 963 stammt von Burkhard Lasch, einem der meistbeschäftigsten DDR-Rock-Texter und sinniert über die Liebe, die Liebe zur Kleinstadt und die Liebe zu Crimmitschau. Eine Hymne auf die Provinz, gewissermaßen. Was mich und meinen Bruder im Jahre 1984 allerdings nicht sonderlich interessiert hat; wir waren wohl mehr vom kindgerechten Refrain angetan… Hier gut zu hören:

Dialog fielen mir später nochmal mit Denke daran auf, einem friedensbewegten Anti-Atombomben-Song mit ebenso pathetischem wie einprägsamen „Das große Karthago führte drei Kriege…“-Intro.

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Am kommenden Dienstag, dem 9. Mai, ist der Überfall an den Elbterrassen in Magdeburg-Cracau genau 25 Jahre her. Torsten Lamprecht starb zwei Tage später an den Folgen des Angriffs.

Für mich persönlich stellt dieser Tag bis heute eine Zäsur dar. Seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben oder Tod, das weiß jeder, der erlebt hat, was für ein gewalttätiges und rassistisches Drecksloch das Magdeburg der 90er Jahre war. Ich möchte mich dazu nicht weiter auslassen, sondern lieber auf die Gedenkveranstaltung am Dienstag, dem 9. Mai 2016 um 16.00 Uhr hinweisen. Die Mahnwache findet am Torsten-Lamprecht Weg/Ecke Brücke am Wasserfall statt. Der Veranstaltungsort befindet sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen „Elbterrassen“.

Darüber hinaus findet am Mittwoch, den 17. Mai 2016 um 19.30 Uhr eine Diskussionsrunde unter dem Motto „„Torsten Lamprecht ist tot!“ – Die Stadtgesellschaft und die Erinnerungskultur an die rechte Gewalt der Neunziger Jahre“ statt. Die Veranstaltung läuft unter dem Leitsatz

1992: Angriff auf die „Elbterrassen“ und Tod von Torsten Lamprecht, 1994: „Himmelfahrtskrawalle“, 1997: tödlicher Angriff auf Frank Böttcher: Die Neunziger Jahre waren ein Jahrzehnt massiver rechter Gewalt. Wir wollen in der Veranstaltung zurückschauen auf diese Zeit zurück- und davon ausgehend auf heute schauen: Was hat sich in der Magdeburger Stadtgesellschaft im Umgang mit rechter Gewalt seitdem verändert? Was müsste noch getan werden?

und findet in der Feuerwache, Halberstädter Straße 140, statt.

Organisiert werden beide Veranstaltungen vom Bündnis gegen Rechts Magdeburg.

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Im Januar tauchte auf morrissey-solo.com ein Beitrag auf, der sich mit einer in Ungarn aufgetauchten Neuveröffentlichung von The Queen Is Dead befasste. Kurz zuvor tauchten die ersten Exemplare auf Discogs auf und wechselten für knapp 100,- € den Besitzer. Der einzige Verkäufer war ein Ungar, die Tonträger kamen aus Ungarn und tauchten ebenso auf einer ungarischen Media Markt-Seite auf. Seither rätselt die Fangemeinde, ob es sich um ein Bootleg, also eine inoffizielle Veröffentlichung, oder einen regulären Tonträger handelt, der – aus welchen Gründen auch immer – in extrem geringer Stückzahl für einen extrem kurzen Zeitraum in nur einem Land der Welt auftauchte.

Bei der Betrachtung der jüngsten The Smiths-Veröffentlichung zum Record Store Day 2017, nämlich der Single zu The Boy With The Thorn In His Side fielen mir frappierende Ähnlichkeiten zu der im Januar aufgetauchten 12″ auf. Meiner Meinung nach sind die Indizien eindeutig: Die aufgetauchte 12″ ist ein offizielles Release, das wohl eines Tages in dieser oder veränderter Form das Licht der Welt erblicken wird.

Schaut man sich die Typo genauer an, sind folgende Gemeinsamkeiten auffällig: Zum einen die identische Nennung der Bandmitglieder im identischen Font Bodoni auf der Rückseite. Zum anderen die Labels, die sich extrem ähnlich sehen. Das fängt bei dem 45er-Logo an, die Fonts sind identisch und sogar die Fonts der Katalognummern sind in beiden Fällen eine Futura Bold.

Jeweils links die mysteriöse 12″ aus Ungarn, jeweils rechts die offizielle 7″ zum Record Store Day:

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Depeche Mode waren meine erste große musikalische Liebe, deshalb unterstütze ich dieses Projekt mit ein wenig Zuarbeit und rufe hiermit auch andere Zeitzeugen und DeMo-Senioren auf, es mir gleichzutun: Die Autoren der Depeche Mode-Bibel MONUMENT, Sascha Lange und Dennis Burmeister suchen für ihr nächstes Buchprojekt zum Thema „Depeche Mode-Fankultur in der DDR“ Material und Zeitzeugen. Gesucht wird insbesondere nach Bildmaterial, Brieffreundschaften (auch und gerade zwischen DDR- und BRD-Fans), Anekdoten usw. usf. Die Herren sind über die Facebook-Seite oder per E-Mail (Sascha Lange, Dennis Burmeister) zu erreichen. Ich freue mich schon sehr auf das Buch, das im Frühjahr 2018 im Aufbau-Verlag erscheinen soll und mit Mitteln der Stifung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur co-finanziert wird.


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