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Supernatural Superserious

by Torsten on 21. Februar 2008 · 0 comments

in Musik

Beim Heraus­kra­men der alten R.E.M.-Unplugged-Aufnahmen von 1991 fiel mir wieder auf, wie großar­tig diese Band einmal war. Wie habe ich R.E.M. geliebt, damals. Großar­tige Alben hat die Band veröf­fent­licht: Murmur, Document, Automa­tic for the People, New Adven­tures in Hi-Fi. Irgend­wann kamen dann die musika­lisch belang­lo­sen Reveal und Around the Sun und jetzt also die erste Single „Super­na­tu­ral Super­se­rious“ vom kommen­den Album Accele­rate.

Was ich da höre, hat leider leider leider nix mit der Größe vergan­ge­ner Tage zu tun, ich höre nur einen müden Abklatsch von „Imita­tion of Life“, gepaart mit ein paar auf Rock getrimm­ten E-Gitarren. Belang­los, einfalls­los, Formatradio-kompatibel. Was ist mit Michael Stipes Texten passiert? Wo ist die ehemals so metaphern­rei­che Lyrik? Muß man mit inzwi­schen 48 Jahren noch von der „Teenage Station“ und „you cry, you cry, you cry“ schwa­feln?

HALT! Hier breche ich ab, um mich nicht komplett im waswardochfrüherallesbesser-Brei zu suhlen, und mir ein Hinter­tür­chen offen­zu­hal­ten. 😀 Für das kommende Album, falls es wider Erwar­ten doch großar­tig ausfal­len sollte.

Ich bleibe gespannt.

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Zum Teufel mit Zumwinkel

by Torsten on 21. Februar 2008 · 0 comments

in Politik

Rund fünf Millio­nen Euro hat der Bundes­nach­rich­ten­dienst nach SPIEGEL-Informationen für Daten über Steuer­sün­der in Liech­ten­stein gezahlt. Bundes­fi­nanz­mi­nis­ter Stein­brück war persön­lich in die Trans­ak­tion einge­weiht. Ich rufe: Bravo BND, fein gemacht.

Ich meine, daß die 5 Millio­nen Euro über Steuer­rück­for­de­run­gen, Bußgel­der und Geldstra­fen wieder reinge­holt werden sollten. Dem BND jetzt vorzu­wer­fen, er habe unwirt­schaft­lich gehan­delt, ist Blödsinn. Aller­dings nur, wenn man jetzt unsere lieben Steuer­ver­mei­der tatsäch­lich verfolgt und zur Rechen­schaft zieht. Und genau danach sieht’s ja gerade aus.

Allein Klaus Zumwin­kel soll über eine Million Euro hinter­zo­gen haben, mehr als tausend Namen von verdäch­ti­gen Leistungs­trä­gern der bundes­deut­schen Gesell­schaft liegen der Staats­an­walt­schaft vor. Laut SPIEGEL soll von diesen Mitglie­dern der deutschen Elite nach konser­va­ti­ven Schät­zun­gen insge­samt mindes­tens 300 Millio­nen Euro am deutschen Fiskus vorbei­ge­schleust worden sein, nach anderen Angaben bis zu vier Milli­ar­den Euro.

Die Linke moniert, die Angele­gen­heit läge nicht in der Zustän­dig­keit des BND. Hallo? Jemand zuhause??? Habt ihr eure Liebe zum Kapital entdeckt? Aufgabe des BND ist unter anderem die Aufklä­rung und Bekämp­fung organi­sier­ter Krimi­na­li­tät. Organi­sierte Krimi­na­li­tät ist die „von Gewinn- oder Macht­stre­ben bestimmte planmä­ßige Begehung von Straf­ta­ten, die einzeln oder in ihrer Gesamt­heit von erheb­li­cher Bedeu­tung sind, wenn mehr als zwei Betei­ligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeits­tei­lig zusam­men­wir­ken.“

Tatbe­stand erfüllt.

Das Vermö­gen der Verbre­cher resozia­li­sie­ren und ab in den Knast mit denen.
Und wehe ich höre nochmal ein Wort über die „HartzIV-Betrüger“…

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Arcade Fire in Paris

by Torsten on 19. Februar 2008 · 1 comment

in Musik

Hier ausge­lie­hen:

Abt. ‚Innova­tion‘ und so: Die Concerts A Emporter des franzö­si­schen Video-Blogs Le Blogo­thèque haben mittler­weile schon Kult-Status und es sind nicht nur kleine und unbekannte Szene-Bands, die ihre kurzen Unplugged-Sets an ungewöhn­li­chen Orten in Paris spielen. Da gibt es Aufnah­men der Cold War Kids im Schul­bus, Neil Hastead von Mojave 3 im Fenster eines pittoresk-französischen Altbaus, The Divine Comedy an einer Straßen­ecke und The Hidden Cameras am Canal Saint Martin. Es ist schön, diese Videos zu sehen, unabhän­gig von den immer tollen Neu-Interpretationen und Umdich­tun­gen, sie zeigen vor allem, dass die Indie-Szene tatsäch­lich noch zu funktio­nie­ren scheint, egal, wie oft ihr Tod angesichts kommer­zi­el­len Erfolgs noch herbei­ge­re­det wird. So ist es beson­ders schön, dass eines der beein­dru­ckends­ten Dokumente der Reihe nun ausge­rech­net Arcade Fire zeigt. Da steckt die komplette Band, inklu­sive Bläsern und vielen Strei­chern, also in durch­aus monumen­ta­ler Beset­zung, eng gepresst im Aufzug des Pariser Clubs Olympia und spielt eine wunder­schöne Version vom neuen Track Neon Bible, bevor sich schließ­lich die Türen öffnen und eine überwäl­tigte Menschen­menge im Foyer den Klassi­ker Wake Up feiert. Atmosphä­risch unglaub­lich dicht und leiden­schaft­lich einge­fan­gen hat das Ereig­nis Vincent Moon. Großar­ti­ges Dokument einer großen, einer ganz großen Band.

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Ben Lee vs. Against Me!

by Torsten on 18. Februar 2008 · 0 comments

in Musik

Der austra­li­sche Songwri­ter Ben Lee hat der ameri­ka­ni­schen Punkband Against Me! einen feinen Dienst erwie­sen: Er hat deren Songs gecovert. Nicht einen, nicht zwei, nicht drei, nein, gleich ein ganzes Album. Und zwar das großar­tige „New Wave“ aus dem letzten Jahr. Die Songs gibt es für lau zum Download. Prädi­kat: absolut hörens­wert.

folder.jpg WHY I COVERED THE ENTIRE „AGAINST ME!“ ALBUM „NEW WAVE“ A couple of weeks ago I downloa­ded the new „Against Me!“ album „New Wave“. I didnt really know too much about this band but had been reading lots of good things about it, and my friend Tegan sings on it. I like to keep myself up to date with whats going on musically in the world, so I checked it out. I fell in love with the album. Really. Like, couldn’t stop listen­ing to it. As heavy and gnarly as it sounds at times, it is unmistaka­bly a pop master­piece. Listen­ing to it on the way to Austra­lia, I wonde­red to myself how these songs would sound acousti­cally. A couple of days later I was on a flight from Sydney to Melbourne and had the thought „I’d love to cover this album.“ The whole thing. Begin­ning to end. So I did. Anyway, here are the results. If you already know the origi­nal album, I hope these record­ings shed a diffe­rent light on it. If you don’t know „Against Me!“ and like what you hear, go check them out. Nic Johns is the unspo­ken hero of this tale. He recor­ded, produ­ced and mixed it and basically made my dream a reality. Hats off to him. Hope you guys dig it. Enjoy. Ben

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Bodo Parittke, freischaf­fen­der Stahl­schmirg­ler aus Sindel­fin­gen gelangte 1987 als Erfin­der der „Boden­lo­sen Frech­heit“ zu Weltruhm. Was macht Bodo Parittke heute? Die Börde­be­hörde fragte nach …

Herr Parittke, Ihre Erfin­dung im Jahre 1987 hat Ihr Leben verän­dert. Wie geht es Ihnen heute?
Es geht mir gut, ich habe mein Auskom­men. Nach Erfin­dung der Frech­heit lief der Absatz auch ganz gut, zahllose Bestel­lun­gen aus halb Schwa­ben trudel­ten bei mir ein. Dann lief es ab 1988 etwas ruhiger, aber von den Lizenz­ver­käu­fen in alle Welt kann ich sehr gut leben. So haben beispiels­weise die Chine­sen die „Boden­lose Frech­heit“ gleich mit dem Erwei­te­rungs­mo­dul „Auch noch große Fresse dazu?!“ gekauft. Sie produ­zie­ren alles in einer riesi­gen Minima­nu­fak­tur in Panti­kai.

China – ein hervor­ra­gen­des Stich­wort. Halb Asien liegt in inzwi­schen zu Füßen, Sie umweht die Aura eines Popstars. Woran liegt’s?
Das kann ich mir selbst nicht so richtig erklä­ren. Muß mit meinem fantas­ti­schen Ausse­hen oder meinem beinahe überir­di­schen Charisma zusam­men­hän­gen.

„Beschei­den­heit ist eine Zier, Parittke ist ein Egotier!“ Schon mal gehört?
Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen. Soll das ein Inter­view werden oder eine Anklage?

Parittke, Sie …?
… ‚Herr Parittke‘ bitte!

Herr Parittke, neben der boden­lo­sen Frech­heit und den entspre­chen­den Zusatz­mo­du­len machten Sie auch durch Ihr sehr engagier­tes und umfang­rei­ches Kultur­spon­so­ring auf sich aufmerk­sam. Was machen die Projekte heute?
Nun, ich stecke mein Geld noch immer in jede Menge lohnens­wer­ter Projekte. So habe ich gerade im letzten Jahr die „Stiftung wider besse­ren Wissens“ aus der Taufe gehoben. Dort beschäf­tigt man sich mit metapho­ri­schen Disso­nan­zen im inner­städ­ti­schen Urban­kol­leg. Jüngs­tes Kind der Stiftung ist der dreijäh­rige Thomas, er wird bald vier.

1992 kündig­ten Sie vollmun­dig eine neue „bahnbre­chende Erfin­dung im Bereich Küchen­zu­be­hör“ an. Was ist aus dem Projekt gewor­den?
Ein Eimer. Genauer gesagt, ein Küchen­ei­mer. 10 l fassend, rot.

Ähem, ein Eimer? Gibt es sowas nicht schon? Ich kann mich erinnern, im Keller meiner Großmut­ter sowas gesehen zu haben?!
Unmög­lich, ist ganz neu.

Ähem, gut. Was steht für die Zukunft an, welche neuen Projekte haben Sie geplant?
Ich werde mich in den nächs­ten Jahren verstärkt in der Erfin­dung neuer Gebrauchs­gü­ter verwirk­li­chen. So stehen umfang­rei­che Großpro­jekte an. Über diese kann ich natür­lich noch nicht offen reden, aber seien Sie versi­chert: die Begriffe Motor, Regen­schirm und Brille werden in ein paar Jahren in aller Munde sein.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihre Zukunft, Sie Leuchte!
Danke, ebenso.

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Im Tanzwahn mit Florian

by Torsten on 14. Februar 2008 · 0 comments

in Fundsachen

Sein aller­bes­ter Freund ist die Ziehhar­mo­nika.

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Meine aller­bes­ten Freunde sind meine beiden Tanzschuhe aus Stahl­be­ton. Immer wenn ich der vielen „alter­na­ti­ven“ Klänge überdrüs­sig bin, gehe ich in den Keller und hole die zentner­schwe­ren Ungetüme mit meinem Taschen­ga­bel­stap­ler herauf. Ein befreun­de­ter Beton­gie­ßer aus Porta Westfa­lica hat sie dereinst unter größten Mühen handge­töp­fert; eine befreun­dete Eisen­bie­ge­rin aus Oberur­sel zusätz­lich mit gefloch­te­nen Stahl­stre­ben verstärkt. So schlüpfe ich dann in meine liebge­won­ne­nen Muster­bot­ten, lege meine Lieblings-Single vom Silbe­rei­sen­flo­rian auf und tanze, tanze, tanze die ganze Nacht lang den Stepp­tanz der Glück­se­lig­keit!

Aber nur, wenn ich morgens nicht so früh raus muß.

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