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DDR


© einestages/Spiegel Online

Heute vor 30 Jahren fand der Überfall auf das Konzert von Element Of Crime und Die Firma in der Zions­kir­che in Berlin statt. Ich erinnere mich noch an die (rudimen­täre) Bericht­erstat­tung in der DDR-Presse und den folgen­den Prozeß. Zwei inter­es­sante Artikel zum Thema halten eines­ta­ges und das BStU Stasi-Unterlagen-Archiv bereit.

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Leipzig im Herbst

by Torsten on 9. Oktober 2017 · 0 comments

in Fundsachen, Politik

Ein sehens­wer­ter Dokumen­tar­film von Andreas Vogt aus dem Jahr 1990. Läßt sich leider nicht einbet­ten, hier geht’s zum Film.

Herbst ’89, die Ereig­nisse auf den Straßen in Leipzig überstür­zen sich. Und doch sind nur wenige Dokumen­tar­fil­mer in diesen entschei­den­den Tagen mit der Kamera dabei. „Leipzig im Herbst“ war die erste und ist die wohl umfas­sendste Dokumen­ta­tion der Ereig­nisse. Im Film kommen Demons­tran­ten, Polizis­ten, Wehrpflich­tige, Pasto­ren, Arbei­ter und Funktio­näre zu Wort, es zeigen sich Erbit­te­rung, Angst und Hoffnung, und jene gefähr­li­che Zuspit­zung der Lage, als fast jeder mit Gewalt rechnete.

Neben der revolu­tio­nä­ren Masse auf den Straßen werden die verschie­de­nen Menschen sicht­bar – auf beiden Seiten. Revolu­tion in Deutsch­land zwischen Erbit­te­rung und Hoffnung – ausge­tra­gen zwischen Dienst­schluss und Schla­fens­zeit.


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Kleines Update zu diesem Artikel. Die zugelas­se­nen Disco­the­ken des Kreises Haldens­le­ben, Stand 1989. Wer mit Onkel Erich nicht glück­lich wird, geht zur Disko mit Jens oder engagiert die Musi mit Udo. Was soll’s dachte sich die Hitbou­tique und ging zum Top Dance in den Musik­la­den…


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Meine erste Begeg­nung mit KALTFRONT war das Logo der Band auf einem Arbeits­schuh. Liest sich komisch, ist aber wahr. 1988 hatte ein Mit-Berufsschüler der Berufs­schule „Rudi Arndt“ in Berlin das Kaltfront-Logo auf einen seiner Schuhe gesprayt. Sah toll aus.

Kaltfront wurden 1986 in Dresden gegrün­det und erspiel­ten sich in der DDR-Punkszene einen großen Bekannt­heits­grad. Nach einer Auszeit in den Nachwen­de­jah­ren kam es 2005 zur Reunion. Gerade ist wieder ein neues Album erschie­nen, es trägt den Titel „Wenn es dunkel wird“. Kaltfront liefern auch hier wieder ihren gewohnt tollen Wavepunk ab – atmosphä­risch, dunkel und gut produ­ziert. Der einzige Punkt, der mich ein bißchen stört, sind die vielen Neuein­spie­lun­gen altbe­kann­ter Hits. Aber vielleicht bringt die Zukunft der Band mit verjüng­ter Beset­zung ja wieder mehr neue Songs zutage… Dennoch: Rundum eine empfeh­lens­werte Platte. Eine schöne Rezen­sion – der ich mich vollin­halt­lich anschlie­ßen kann – gibt es auf bierschinken.net. Vielen Dank an Stephan von Rundling für die (genutzte) Chance auf eine Testpres­sung!


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Eine meiner Kindheits- bzw. Jugend­er­in­ne­run­gen geht wie folgt: Wir schrei­ben das Jahr 1984. Mein Bruder und ich sitzen auf der Ladeflä­che eines frosch­grü­nen Multi­car der LPG (T) Uthmö­den. Mein Vater sitzt am Steuer, gemein­sam haben wir vermut­lich irgend­was zur Müllkippe (Fuchs­berg! Aschen­kuhle! Insider!) gefah­ren. Wir sitzen also gutge­launt auf der Pritsche des Mini-LKWs und singen lauthals „1, 2, 3 – alle fahr’n vorbei. Ich bleib hier, hier gefällt es mir!“ vor uns hin. Sonst ist nix weiter passiert, wir sangen nur und hatten gute Laune.

Vor Jahren fiel mir diese Episode wieder ein. Ab und an hab ich in den letzten Jahren Google angewor­fen und mit dem Search-String „1, 2, 3, alle fahr(e)n vorbei“ erfolg­los nach Song und Inter­pret gesucht. Irgend­wann ließ ich in einem Moment der Erleuch­tung die Zahlen weg und stieß so relativ schnell auf den Text zu Dialogs „963“. Und schlag­ar­tig fiel es mir wie Schup­pen aus den Haaren: Es hieß gar nicht „1, 2, 3, alle fahr’n vorbei…“ sondern „9, 6, 3, alle fahr’n vorbei…“. Mit diesem neuen Wissen ausge­rüs­tet war es nun nur noch ein Katzen­sprung bis zu einer Aufnahme auf Youtube und weiter zum Erwerb des zugehö­ri­gen Albums 963.

Dialog stamm­ten aus Crimmit­schau. 963(0) war zu DDR-Zeiten die Postleit­zahl von Crimmit­schau und ist der Titel der ersten Dialog-Platte bei Amiga. Die Platte bietet den typischen DDR-Rock und ist nicht weiter auffäl­lig; weder positiv noch negativ.  Der Text zu 963 stammt von Burkhard Lasch, einem der meist­be­schäf­tigs­ten DDR-Rock-Texter und sinniert über die Liebe, die Liebe zur Klein­stadt und die Liebe zu Crimmit­schau. Eine Hymne auf die Provinz, gewis­ser­ma­ßen. Was mich und meinen Bruder im Jahre 1984 aller­dings nicht sonder­lich inter­es­siert hat; wir waren wohl mehr vom kindge­rech­ten Refrain angetan… Hier gut zu hören:

Dialog fielen mir später nochmal mit Denke daran auf, einem friedens­be­weg­ten Anti-Atombomben-Song mit ebenso pathe­ti­schem wie einpräg­sa­men „Das große Karthago führte drei Kriege…“-Intro.

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Am kommen­den Diens­tag, dem 9. Mai, ist der Überfall an den Elbter­ras­sen in Magdeburg-Cracau genau 25 Jahre her. Torsten Lamprecht starb zwei Tage später an den Folgen des Angriffs.

Für mich persön­lich stellt dieser Tag bis heute eine Zäsur dar. Seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben oder Tod, das weiß jeder, der erlebt hat, was für ein gewalt­tä­ti­ges und rassis­ti­sches Drecks­loch das Magde­burg der 90er Jahre war. Ich möchte mich dazu nicht weiter auslas­sen, sondern lieber auf die Gedenk­ver­an­stal­tung am Diens­tag, dem 9. Mai 2016 um 16.00 Uhr hinwei­sen. Die Mahnwa­che findet am Torsten-Lamprecht Weg/Ecke Brücke am Wasser­fall statt. Der Veran­stal­tungs­ort befin­det sich in unmit­tel­ba­rer Nähe der ehema­li­gen „Elbter­ras­sen“.

Darüber hinaus findet am Mittwoch, den 17. Mai 2016 um 19.30 Uhr eine Diskus­si­ons­runde unter dem Motto „„Torsten Lamprecht ist tot!“ – Die Stadt­ge­sell­schaft und die Erinne­rungs­kul­tur an die rechte Gewalt der Neunzi­ger Jahre“ statt. Die Veran­stal­tung läuft unter dem Leitsatz

1992: Angriff auf die „Elbter­ras­sen“ und Tod von Torsten Lamprecht, 1994: „Himmel­fahrts­kra­walle“, 1997: tödli­cher Angriff auf Frank Böttcher: Die Neunzi­ger Jahre waren ein Jahrzehnt massi­ver rechter Gewalt. Wir wollen in der Veran­stal­tung zurück­schauen auf diese Zeit zurück- und davon ausge­hend auf heute schauen: Was hat sich in der Magde­bur­ger Stadt­ge­sell­schaft im Umgang mit rechter Gewalt seitdem verän­dert? Was müsste noch getan werden?

und findet in der Feuer­wa­che, Halber­städ­ter Straße 140, statt.

Organi­siert werden beide Veran­stal­tun­gen vom Bündnis gegen Rechts Magde­burg.

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