Der dumme August

Der dumme August

by Torsten on 15. März 2016 · 0 comments

in Musik

„Der dumme August“ geht auf die Antike zurück, der Centun­cu­lus („hundert Fleck“) trieb auf römischen Märkten und öffent­li­chen Plätzen seine derben Späße. Er trat in einem bunten Kostüm auf, Hose und Jacke waren aus vielen Fetzen zusam­men­ge­flickt, seine komische Wirkung wurde dadurch gestei­gert, dass er ohne Schuhe und ohne Haare auftrat. Er besaß damit schon jenen Kahlkopf, der zu einem Erken­nungs­merk­mal des heuti­gen als „inkom­pe­tent“ bezeich­ne­ten Clowns gehört, ebenso wie die überdi­men­sio­nier­ten absatz­lo­sen Schuhe, die seinen komischen Gang bewir­ken. Die Gestik, Mimik und Körper­hal­tung dieser Figur ist reduziert: Seine ganze Erschei­nung kündigt ein Schei­tern an. (Wikipe­dia)

Der dumme August sind auch eine Poppunk­band aus Köln. Gefun­den hat sich die Band im Jahre 2012 und vier Jahre hat es bis zum selbst­be­ti­tel­ten Debüt­al­bum gedau­ert. Und das ist recht formi­da­bel geraten und beinhal­tet Songs über die wichti­gen Dinge des Lebens: Tristesse, Liebe, wie sie ist und wie sie sein könnte, Küssen, Schei­tern. Der Tonfall ist dabei so lakonisch wie der musika­li­sche Vortrag sonnig. Der dumme August nimmt sich dabei selbst nicht so wichtig – eine Eigen­art, die ich an Bands seit jeher schätze. Erwähnt seien noch – für Namedrop­ping und ungefähre Schub­la­di­sie­rung – vorhe­rige Mitglied­schaf­ten in illus­tren Bands wie Knochen­fa­brik, Super­nichts, Angelika Express, Lili und Kommando Petermann.

Die Platte lohnt sich und ist hier käuflich zu erwer­ben. Eine kurze, aber sehr schöne Kritik gibt es beim Blueprint Fanzine, die in diesem wunder­ba­ren Schluß­satz gipfelt: „Das Schöne dabei ist, dass die Songs zwar einer­seits ein wenig wie aus der Zeit gefal­len wirken, sie aber dennoch eine gewisse Wohlfühl­at­mo­sphäre erzeu­gen. Lieder wie „Deine beste Freun­din“ oder „Hey Sven“ zu hören, fühlt sich ungefähr so an, wie im rusti­ka­len Eichen-Ambiente einer verrauch­ten Eckkneipe zu sitzen und Holsten Edel aus einer Biertulpe zu trinken, während andere gegen­über in der Hipster-Kneipe an ihrem Indian Pale Ale nippen. Und das ist letzt­end­lich das Schöne an dieser Platte: Sie versucht nicht auf Krampf modern oder spekta­ku­lär zu klingen, sondern lässt statt­des­sen lieber den Charme vergan­ge­ner Tage aufle­ben. Muss ja auch mal sein.“


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