die anderen bands

Meine erste Begeg­nung mit KALTFRONT war das Logo der Band auf einem Arbeits­schuh. Liest sich komisch, ist aber wahr. 1988 hatte ein Mit-Berufsschüler der Berufs­schule „Rudi Arndt“ in Berlin das Kaltfront-Logo auf einen seiner Schuhe gesprayt. Sah toll aus.

Kaltfront wurden 1986 in Dresden gegrün­det und erspiel­ten sich in der DDR-Punkszene einen großen Bekannt­heits­grad. Nach einer Auszeit in den Nachwen­de­jah­ren kam es 2005 zur Reunion. Gerade ist wieder ein neues Album erschie­nen, es trägt den Titel „Wenn es dunkel wird“. Kaltfront liefern auch hier wieder ihren gewohnt tollen Wavepunk ab – atmosphä­risch, dunkel und gut produ­ziert. Der einzige Punkt, der mich ein bißchen stört, sind die vielen Neuein­spie­lun­gen altbe­kann­ter Hits. Aber vielleicht bringt die Zukunft der Band mit verjüng­ter Beset­zung ja wieder mehr neue Songs zutage… Dennoch: Rundum eine empfeh­lens­werte Platte. Eine schöne Rezen­sion – der ich mich vollin­halt­lich anschlie­ßen kann – gibt es auf bierschinken.net. Vielen Dank an Stephan von Rundling für die (genutzte) Chance auf eine Testpressung!


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Mein erster Kontakt mit Die Art muß im Jahr 1989 statt­ge­fun­den haben. Die Band spielte in der Magde­bur­ger Hypar­schale und nach dem Konzert kaufe ich mir für staat­li­che 35,- Mark der DDR ihre Musik­kas­sette Dry. Das Tape lief bei mir in den folgen­den Monaten und Jahren hoch und runter, ich hab’s bis heute. Bereits vor dem Gig im Jahr 1989 hatte ich posta­li­schen Kontakt zu Sänger Makarios – so lief das damals ohne Telefon und Inter­net. Auch mit Tatjana von Die Firma habe ich zwei, drei Briefe ausge­tauscht. Das es im Westen nicht anders lief, zeigt dieser schöne Eintrag auf Something I learned today. Inklu­sive handschrift­li­cher Antwort von Bela B. Sehr schön.

Doch zurück zu Die Art. Ihr letztes regulä­res Album aus dem Jahr 2014 ist nach mehre­ren „So-lala-Alben“ wieder sehr gut geraten. Wir hören Love Shiner:


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Wer sich in der subkul­tu­rel­len Musik­szene der krepie­ren­den DDR bewegte, kam an Kaltfront kaum vorbei. Die Band aus Dresden existierte von 1986 bis 1990 und später wieder ab 2005. Kaltfront hatten einen enormen Output an Kasset­ten (aka „Tapes“), dem einzi­gen verläß­li­chen – wenn auch teuren – Medium in der DDR. Auf Rundling ist dieser Tage eine Compi­la­tion namens „Holiday im Niemands­land“ erschie­nen, die enige Aufnah­men aus der Zeit von 1987 bis 1990 versam­melt. Kaltfront haben mir von den sogenann­ten „anderen Bands“ immer beson­ders gefal­len, kombi­nier­ten sie doch intel­li­gente Texte mit tollen Melodien. Auch waren sie weit vom auch in der DDR verbrei­ten Rotz- und Schram­mel­punk entfernt. Die Compi­la­tion kann ich wärms­tens empfeh­len, sie ist unter anderem auch bei F13 erhältlich.

Passend dazu hat Rundling das alte 91er-Tape von Crazy Horst wieder­ver­öf­fent­licht. Crazy Horst war ein Spaßpro­jekt aus Kaltfront- und Paranoia-Mitgliedern. Man covert sich ausschließ­lich durch Songs von Neil Young und tut dies mit einer sehr leiden­schaft­li­chen Garage Punk-Attitüde. Stellt sich die Frage, wer Crazy Horse braucht, wenn er Crazy Horst haben kann… Die Platte erschien in Klein­auf­lage im von 100 Exempla­ren in 100% DIY-Artwork und ist beinahe ausver­kauft. Wer eine haben will, sollte also nicht zulange warten…


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Die Art – Success

by Torsten on 16. Dezember 2014 · 0 comments

in Musik

Die neue Scheibe der Die Art hab ich mir nur auf Verdacht und alter Verbun­den­heit* gekauft. Irgendwo war die Rede davon, die Band würde an Funeral Enter­tain­ment anknüp­fen. Da es sich dabei um mein Lieblings­al­bum der späten Die Art handelt, war ich neugie­rig gewor­den. Skeptisch blieb ich trotz­dem, ging mir doch die Zweit- und Dritt­ver­wen­dung der eigenen Songs durch die Band schon länger auf die Ketten. Die x-te Veröf­fent­li­chung von alten Hits und das Neuein­spie­len aka Selbst­co­vern fand ich auch sehr überflüs­sig. Success liegt nun auf dem Platten­tel­ler und dreht sich seit Tagen eifrig. Die Platte hat mich sehr positiv überrascht. Es ist ein tolles Album gewor­den, sogar eines der wenigen, wo die B-Seite die A-Seite um Längen schlägt. Es sind einige kleine Perlen mit an Bord, so zum Beispiel der Love Shiner. Wer sich beeilt, bekommt beim Major Label noch eine der auf 99 Exemplare limitier­ten und handnum­me­rier­ten Platten ab…

*Kassette Dry am 9. Februar 1990 von der Band nach dem Konzert in der Magde­bur­ger Hypar­schale gekauft. 35 Mark der DDR. 😉



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Ja, Ja, Ja

by Torsten on 17. Dezember 2013 · 1 comment

in Kraut und Rüben, Musik

Ich dachte, ich würde weitge­hend alles Video­ma­te­rial zur subkul­tu­rel­len Ostju­gend kennen, aber das hier war auch mir neu: Die Skepti­ker mit einer Art von offizi­el­lem Video zu „Ja, Ja, Ja“. Wer mehr zur Entste­hungs­ge­schichte verra­ten kann … ich wäre brennend interessiert!



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flüstern & SCHREIEN läuft mal wieder im Fernse­hen – nämlich am morgi­gen Diens­tag, ab 20.15 auf zdfkul­tur.

„Dieter Schumann und Jochen Wisotzki beglei­te­ten Bands wie „Silly“, „Feeling B“, „Chico­ree“ und „Sandow“ auf ihren Tourneen durch die DDR. Die Underground-Gruppen sind im Konzert zu sehen, im Kontakt mit ihrem Publi­kum. Im Gespräch mit den Fans erfährt Schumann von ihren Sehnsüch­ten, sich ohne Einschrän­kun­gen kleiden und bewegen zu dürfen, zu wider­spre­chen und nicht gleich als staats­feind­lich abgestem­pelt zu werden, nur weil man an die Stelle von Arbeit und politi­scher Organi­sa­tion andere Inter­es­sen stellt.

Rockmu­sik als Rebel­lion gegen ein einge­eng­tes Leben, abseits von FDJ-Liedern und blauen Blusen. Bis heute hat der Dokumen­tar­film „Flüstern und Schreien“ seine eigene Fange­meinde. Dabei war er nur durch das Genre Musik­film überhaupt geneh­mi­gungs­fä­hig. Heikle Szenen wurden hitzig disku­tiert, blieben aber im Film. Nach seiner Premiere im Oktober 1988 ging der Film dann quasi mit den Bands auf Tour und entwi­ckelte sich so zum Kulthit. Im Jahr des Mauer­falls lief er auf der Berlinale.“

Gleich im Anschluß gibt es Schräge Zeit, auch dafür eine absolute Guck-Empfehlung.

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