Kaltfront

Meine erste Begegnung mit KALTFRONT war das Logo der Band auf einem Arbeitsschuh. Liest sich komisch, ist aber wahr. 1988 hatte ein Mit-Berufsschüler der Berufsschule „Rudi Arndt“ in Berlin das Kaltfront-Logo auf einen seiner Schuhe gesprayt. Sah toll aus.

Kaltfront wurden 1986 in Dresden gegründet und erspielten sich in der DDR-Punkszene einen großen Bekanntheitsgrad. Nach einer Auszeit in den Nachwendejahren kam es 2005 zur Reunion. Gerade ist wieder ein neues Album erschienen, es trägt den Titel „Wenn es dunkel wird“. Kaltfront liefern auch hier wieder ihren gewohnt tollen Wavepunk ab – atmosphärisch, dunkel und gut produziert. Der einzige Punkt, der mich ein bißchen stört, sind die vielen Neueinspielungen altbekannter Hits. Aber vielleicht bringt die Zukunft der Band mit verjüngter Besetzung ja wieder mehr neue Songs zutage… Dennoch: Rundum eine empfehlenswerte Platte. Eine schöne Rezension – der ich mich vollinhaltlich anschließen kann – gibt es auf bierschinken.net. Vielen Dank an Stephan von Rundling für die (genutzte) Chance auf eine Testpressung!


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Kaltfront / Crazy Horst

by Torsten on 6. Juli 2015 · 0 comments

in Musik

Wer sich in der subkulturellen Musikszene der krepierenden DDR bewegte, kam an Kaltfront kaum vorbei. Die Band aus Dresden existierte von 1986 bis 1990 und später wieder ab 2005. Kaltfront hatten einen enormen Output an Kassetten (aka „Tapes“), dem einzigen verläßlichen – wenn auch teuren – Medium in der DDR. Auf Rundling ist dieser Tage eine Compilation namens „Holiday im Niemandsland“ erschienen, die enige Aufnahmen aus der Zeit von 1987 bis 1990 versammelt. Kaltfront haben mir von den sogenannten „anderen Bands“ immer besonders gefallen, kombinierten sie doch intelligente Texte mit tollen Melodien. Auch waren sie weit vom auch in der DDR verbreiten Rotz- und Schrammelpunk entfernt. Die Compilation kann ich wärmstens empfehlen, sie ist unter anderem auch bei F13 erhältlich.

Passend dazu hat Rundling das alte 91er-Tape von Crazy Horst wiederveröffentlicht. Crazy Horst war ein Spaßprojekt aus Kaltfront- und Paranoia-Mitgliedern. Man covert sich ausschließlich durch Songs von Neil Young und tut dies mit einer sehr leidenschaftlichen Garage Punk-Attitüde. Stellt sich die Frage, wer Crazy Horse braucht, wenn er Crazy Horst haben kann… Die Platte erschien in Kleinauflage im von 100 Exemplaren in 100% DIY-Artwork und ist beinahe ausverkauft. Wer eine haben will, sollte also nicht zulange warten…


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