Margaret Rutherford



Ein TV-Tipp zum Wochen­ende. Den Text habe ich ausnahms­weise komplett ausge­lie­hen, weil er alles sagt, was auch ich gesagt hätte … Sonntag, 21.40 Uhr, arte!

Was soll aus einem kleinen Mädchen werden, dessen Mutter sich erhängt und dessen Vater fast sein ganzes Leben in der Psych­ia­trie verbrin­gen muss, nachdem er den eigenen Vater mit einem Nacht­topf erschla­gen hat? Antwort: ein Weltstar, der ganze Genera­tio­nen begeis­tert und zum Lachen bringt.

Dass aber Marga­ret Ruther­fords Weg zu ihrer Parade­rolle als komische Amateur­de­tek­ti­vin Miss Marple steinig und lang war, zeigt eine neue gelun­gene Doku.

Alte Klassen­bü­cher tauchen auf. Sie dokumen­tie­ren die vielen Fehlzei­ten der jungen Marga­ret, nachdem ihr Vater angekün­digt hatte, sie nach seiner Entlas­sung zu sich holen. Das geschah zwar nie, aber die stete Angst vor dem kranken Killer und vor der manischen Depres­sion, die sie von ihm geerbt haben könnte, beglei­tete Ruther­ford ihr Leben lang. Nach langen Jahren als Klavier­leh­re­rin und Laien­dar­stel­le­rin gelangte sie erst mit 33 Jahren an ein profes­sio­nel­les Theater, feierte ihren ersten Filmer­folg – „Geister­ko­mö­die“ (1945) – mit 53 und trat erstmals mit 69 als Miss Marple in Erscheinung.

In vielen Zeitzeu­gen­in­ter­views offen­bart sich Ruther­fords großes Herz für Exzen­trik und Außen­sei­ter­tum. So hätten sie und ihr Mann Strin­ger Davis tagsüber geschla­fen, sich aber jede Nacht zu Eiern mit Speck und Wackel­pud­ding getrof­fen. Einen Mann, der sich als jorda­ni­scher Prinz vorstellte, ließen sie bei sich wohnen. Dass der sich als briti­scher Antiqui­tä­ten­hö­ker heraus­stellte, störte die beiden nicht. Die Prinzen­ge­schichte war einfach zu amüsant. „Die beiden lebten in ihrem eigenen Peter-Pan-Land“, erinnert sich eine Freundin.

„Die Englän­der haben eine hohe Toleranz für exzen­tri­sche Leute, die werden dort regel­recht geliebt“, erklärt Andrew Davies, einer der Autoren der Doku. Scheint zu stimmen: Fünf Jahre bevor Marga­ret Ruther­ford 1972 starb, erhielt sie im Bucking­ham Palace den Titel „Dame of the British Empire“, die höchste Auszeich­nung des König­reichs. (Quelle)

Die wahre Miss Marple
SO 17.6. Arte 21.40 Uhr

Update:


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