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Mauer

Leipzig im Herbst

by Torsten on 9. Oktober 2017 · 0 comments

in Fundsachen, Politik

Ein sehens­wer­ter Dokumen­tar­film von Andreas Vogt aus dem Jahr 1990. Läßt sich leider nicht einbet­ten, hier geht’s zum Film.

Herbst ’89, die Ereig­nisse auf den Straßen in Leipzig überstür­zen sich. Und doch sind nur wenige Dokumen­tar­fil­mer in diesen entschei­den­den Tagen mit der Kamera dabei. „Leipzig im Herbst“ war die erste und ist die wohl umfas­sendste Dokumen­ta­tion der Ereig­nisse. Im Film kommen Demons­tran­ten, Polizis­ten, Wehrpflich­tige, Pasto­ren, Arbei­ter und Funktio­näre zu Wort, es zeigen sich Erbit­te­rung, Angst und Hoffnung, und jene gefähr­li­che Zuspit­zung der Lage, als fast jeder mit Gewalt rechnete.

Neben der revolu­tio­nä­ren Masse auf den Straßen werden die verschie­de­nen Menschen sicht­bar – auf beiden Seiten. Revolu­tion in Deutsch­land zwischen Erbit­te­rung und Hoffnung – ausge­tra­gen zwischen Dienst­schluss und Schlafenszeit. 


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Ein Video aus der Landes­haupt­stadt Magde­burg, aufge­nom­men 1990. Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern. Erinnern an eine Stadt, deren ruinö­ses Grau inzwi­schen durch die Glitzer­fas­sa­den von City Carré, Allee-Center & Co. aufge­hübscht wurde. Erstaun­lich, wie schnell die Zeit vergeht und erstaun­li­cher, was sich in gut 20 Jahren so alles ändern kann. Man könnte fast wehmü­tig werden, erinnern die grauen Bilder doch auch an die eigene graue Jugend zwischen Gulag und Stahlbeton… 😉



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Im August jährt sich der Bau der Berli­ner Mauer zum 50. Mal. Mit dem monströ­sen Bauwerk verbin­den sich ungezählte mensch­li­che Dramen. An sie erinnert der MDR mit einer TV-Doku und dem Webpro­jekt „Geheim­sa­che Mauer“. Die gleich­na­mige Dokumen­ta­tion läuft am Diens­tag in der ARD, läßt sich jetzt aber bereits auf arte.tv ansehen. Weitere Infos gibt’s auf der inter­ak­ti­ven Website www.geheimsache-mauer.de.



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Helmut Kohl, 86, ist seit 60 Jahren verheiratet und wohnt seit 1994 mit seiner Frau in Wolfen-Nord. © Foto Hanfgarn & Ufer Filmproduktion

Helmut Kohl, 86, ist seit 60 Jahren verhei­ra­tet und wohnt seit 1994 mit seiner Frau in Wolfen-Nord. © Foto Hanfgarn & Ufer Filmproduktion

Helmut Kohl hat Deutsch­land die Einheit gebracht. Was aber hat die Einheit Helmut Kohl gebracht? In Deutsch­land gibt es eine Reihe von Männern, die den Namen Helmut Kohl tragen. Zum Beispiel in Wolfen: Helmut Kohl hat alles von damals verlo­ren, aber es hätte auch noch schlim­mer kommen können. Der DDR-Rentner nimmt Abschied von seiner alten Heimat. Oder in Crimmit­schau: Für Helmut Kohl ist es seit der Wende nicht schlecht, aber früher war alles besser. Der Gastwirt hat zwar das System gewech­selt, die Haltung aber nicht. Helmut Kohl in Lorscheid meint: Alles ist ok in Deutsch­land, aber eigent­lich könnte alles besser sein. Der fleis­sige Westler fühlt sich um die Früchte seiner Arbeit betro­gen. Anders der Duisbur­ger Helmut Kohl: Im Leben hat er alles gemeis­tert, nur im anderen Deutsch­land lief zuletzt was schief. Der Archi­tekt, recht­schaf­fen, edel und gut, verliert im Osten sein Gesicht. Und dann nach Heidel­berg: Noch findet Helmut Kohl alles gut, aber bald wird es schlimm enden mit Deutsch­land. Der deutscher Pole sieht Jugend und Auslän­der sein gelieb­tes Vater­land ruinie­ren. (Quelle)

Von Helmut Kohl, Helmut Kohl, Helmut Kohl, Helmut Kohl und natür­lich Helmut Kohl erzählt der Dokumen­tar­film Kennzei­chen Kohl. In Sachsen-Anhalt findet sich leider kein einzi­ges Kino, das den Film zeigen kann oder will. Wie es in den anderen Bundes­län­dern aussieht, erfährt man auf der Website zum Film.



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Vor ziemlich genau 20 Jahren erreichte die damalige D-Mark die damalige DDR. Unter­wegs auf den Spuren westdeut­scher (Markt-) Erobe­rer in der DDR im Jahr 1990 zeigt sich der Sender Phoenix in dieser Dokumen­ta­tion: Banken und Versi­che­run­gen, Fleisch­ket­ten und Lebens­mit­tel­gros­sis­ten, Kaffee- und Zigaretten-Konzerne ebenso wie Rheum­a­de­cken­ver­käu­fer sind am Start, um den neuen unver­hoff­ten Markt von poten­zi­el­len 17 Millio­nen Konsu­men­ten unter sich aufzu­tei­len. Mit glitzern­den Verpa­ckun­gen, verfüh­re­ri­schen Lockan­ge­bo­ten und kleinen Geschen­ken versu­chen westli­che Unter­neh­mer, sich durch schnelle Verträge Markt­an­teile langfris­tig zu sichern. Angesichts dieser Maßnah­men solida­risch zu sein und auch nach heimi­scher (DDR)-Ware Ausschau zu halten, ist für die staunend und abwar­tend daste­hen­den DDR-Bürger nicht leicht.

Prädi­kat: Beson­ders sehens­wert. Die Doku läßt sich leider nicht einbet­ten, deshalb nachfol­gend die Links zu allen fünf Teilen. Ansehen!

Teil 1 | 2 | 3 | 4 | 5 auf Youtube

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Zum Abschluß unserer kleinen behörd­li­chen Bericht­erstat­tung zum Thema Mauer­fall hat unser Dokumen­ta­ti­ons­team heute einen Spazier­gang über die Gedenk­stätte Deutsche Teilung Marien­born unter­nom­men und dabei zwei bis drei Fotos geschossen.

Keine 20 km entfernt, liegt die deutsche Geschichte quasi vor der Haustür: Marien­born war Synonym für eine Grenze, die nicht nur Deutsche von Deutschen trennte, sondern Europa, die Welt in zwei sich feind­lich gegen­über­ste­hende militä­risch – politi­sche Macht­blö­cke, in zwei konkur­rie­rende Wirtschafts­sys­teme, in zwei philo­so­phi­sche – ideolo­gi­sche Systeme und Inter­es­sen­sphä­ren spaltete. Die am 1.Juli 1945 errich­tete Alliierte Kontroll­stelle entwi­ckelte sich im verlauf des kalten Krieges zur größten und bedeu­tends­ten Grenz­über­gangs­stelle an der ehema­li­gen inner­deut­schen Grenze. Allein von 1985 – 1989 wurden hier 34,6 Millio­nen Reisende abgefer­tigt. Etwa 1000 Menschen arbei­te­ten auf der GÜSt in den Berei­chen Passkon­trolle und Zoll, bei den Grenz­trup­pen und als Zivilbeschäftigte.

Mit der Öffnung der Grenze am 9. Novem­ber 1989 konnten DDR- Bürger die GÜSt Marien­born unein­ge­schränkt passie­ren. Mit Inkraft­tre­ten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozial­union zwischen der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land und der Deutschen Demokra­ti­schen Republik wurden die Kontrol­len auf der GÜSt Marien­born am 30. Juni 1990 um 24.00 Uhr – auf den Tag genau nach 45 Jahren – eingestellt.

Am 13. August 1996 eröff­nete der damalige Minis­ter­prä­si­dent Dr. Reinhard Höppner die Gedenk­stätte Deutsche Teilung Marien­born als Gedenk­stätte im Aufbau. Für Besuche­rIn­nen sind unter anderem die Funkti­ons­ein­hei­ten Passkon­trolle, PKW- Einreise und die Kontroll­ga­rage – Ausreise geöffnet.

Wir empfeh­len einen Besuch ausdrück­lich. Vor allem bei so nebli­gem und nasskal­tem Wetter wie heute, das verstärkt den trost­lo­sen und abschre­cken­den Eindruck ungemein.

Zur Homepage der Gedenk­stätte Deutsche Teilung Marienborn.

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