Musik

Der Hesse reitet wieder

von Torsten am 23. April 2014 · 0 Kommentare

in Musik

Das neue Werk von Großmeister Marcel Bontempi. Wie alle Veröf­fent­li­chungen des fleißigen Hessen erneut ein stimmiges Gesamt­paket aus tollen Songs und fantas­ti­schem Artwork. Da hau ich doch gern mal einen Euro raus, wenn eine Platte mit soviel Leiden­schaft und Liebe zum Detail gemacht wurde. Die 7" gibt's seit heute bei Squoodge Records. Bontempi, umtriebig wie eh und je, veröf­fent­licht übrigens im Herbst eine LP mit seiner neuen Forma­tion namens Dr. Bontempi's Snake Oil Company.

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Größer!

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Da isse nun. Endlich. Meine heißer­sehn­teste Veröf­fent­li­chung des Jahres: R.E.M. Unplugged 1991 & 2001 als Vierfach-Vinyl-Box. Ich verlor vor ein paar Tagen schon einige Worte darüber. Bezahlt habe ich sport­liche 55,00 EUR, was aber für eine Vierfach-LP auch in Ordnung geht. Dann lieber eine Woche bei trocken Brot und Marga­rine, als auf diese Box verzichten. Die Preise bei eBay steigen bereits in schwin­del­er­re­gende Höhen. So macht der Record Store Day für den normalen Musik­hörer und -konsu­menten irgendwie keinen Sinn mehr. Alles Speku­lanten, Halsab­schneider und Hallo­dris. Ich gestehe, von der ein oder anderen Veröf­fent­lich­tung auch schon mal zwei Exemplare bestellt zu haben. Das rechnet sich beson­ders bei Bestel­lungen aus dem Ausland um die oft horrenden Porto­kosten wieder reinzu­be­kommen. Beson­ders ehren­haft ist es aber natür­lich nicht.

Zu den Details: Es gibt angeb­lich 2.500 Kopien. Laut Rhino Press Release auf Clear Vinyl, meine aber sind kohlra­ben­schwarz. Es ist eine Standard­pres­sung, dürften 140 g sein. Die Sound­qua­lität ist nicht wesent­lich besser als die alten, bereits legal oder halblegal erhält­li­chen Mitschnitte der Unplugged-Gigs. Remas­tered hat also offenbar niemand. Die Songs sind großartig, aber die kannte ich ohnehin alle schon. Die bisher unver­öf­fent­lichten Stücke runden das Paket ab. Alles in allem eine tolle Veröf­fent­li­chung, ich bin saufroh, eine abbekommen zu haben.


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… sähen ihre Cover vielleicht so aus:


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Es muß 1984/85 gewesen sein. Wahrschein­lich lief People Are People in "Der Club" auf NDR2. Wobei ich mich auch noch an Shake The Disease erinnere, gerade aber nicht ohne nachzu­schlagen weiß, welcher der beiden Titel eher veröf­fent­licht wurde. Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhun­derts jeden­falls, keimte das zarte Pflänz­chen meiner Liebe zu Depeche Mode. Ich erinnere mich weiterhin an die AMIGA-Best-Of-LP The Singles 1981-1985 (bis heute in meinem Platten­schrank), gekauft in Frau Knakes Krämer­laden meines Heimat­dorfes. Und die 500 Besuche vorher, in denen ich jeweils nach der Platte fragte. Ich erinnere mich an die italie­ni­sche Pressung von Black Celebra­tion, gekauft 1988 auf dem Schwarz­markt vor dem Berliner Ostbahnhof für 80,- Mark der DDR (… und bis heute in meinem Platten­schrank). Eine enorme Summe, wenn man bedenkt, daß meine monat­li­chen Einkünfte zu der Zeit bei 120,- Mark lagen. Ich erinnere mich an die Musik­kas­sette zu Music For The Masses von 1989, zu Weihnachten oder zum Geburstag von der Westver­wandt­schaft bekommen und - natür­lich! - bis heute in meinem Kasset­ten­schrank… ;-) Und ich erinnere mich an But Not Tonight, eine der besten B-Seiten aller Zeiten, die mich bei jedem Hören bis heute sofort an die Zeit der späten Achtziger erinnert. Depeche Mode waren immer eine fantas­ti­sche Band und worauf ich eigent­lich hinaus will, ist:

Das nieder­län­di­sche Label Music On Vinyl veröffentlicht(e) alle Depeche Mode-Alben neu. Im Februar begann man mit Some Great Reward, Music For The Masses und Songs Of Faith And Devotion. Im März folgten A Broken Frame, Ultra, Construc­tion Time Again und Violator und im Mai endet man mit Speak And Spell, Exciter, Playing The Angel und Sounds Of The Universe. Alle Alben kommen als audio­phile 180 g-Pressung, mit Gatefold-Cover, Repro­duk­tionen des origi­nalen Artworks und Liner Notes von Mute-Chef Daniel Miller.

Ich hab mir Songs Of Faith And Devotion und Ultra gegönnt, die beide mit ca. 25 EUR recht teuer waren. Nach Music For The Masses hab ich die Band Anfang der 90er ein wenig aus den Augen verloren, von den Single-Hits im Radio mal abgesehen. Das war ein Fehler, den Ultra und Songs… sind großar­tige Alben mit exzel­lenten Songs und klingen einfach saugut. Der recht hohe Preis ist bei dieser Press­qua­lität und dem fantas­ti­schen Maste­ring absolut gerecht­fer­tigt. Gut inves­tiertes Geld - wer auch nur ansatz­weise an der Band inter­es­siert ist, sollte bei diesen Neuer­schei­nungen zuschlagen.

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Alle Jahre wieder, genauer am 3. Samstag eines jeden schönen Monats April heißt es wieder: RECORD STORE DAY! Der Platten­la­den­tach findet seit 2008 oder sowas statt und wurde ursprüng­lich initi­iert, um kleinen Platten­läden in Zeiten von Online­handel und Absatz­pro­blemen der Musik­in­dus­trie ein wenig Unter­stüt­zung zu leisten. An und für sich also eine tolle Sache. Leider scheint mir persön­lich die ursprüng­liche Inten­tion etwas verwäs­sert, was aber nicht die Schuld der Begründer des RSD ist. Es ist einfach so, daß in jedem Jahr viele überteu­erte Platten auf den Markt geworfen werfen, deren Veröf­fent­li­chungs­gründe oft wegen mangelnder (musik­his­to­ri­scher) Relevanz oder immer noch erhält­li­cher Altauf­lagen schwer nachvoll­ziehbar sind. Außerdem wird ein Großteil der Veröf­fent­li­chung von Händlern oder Privat­leuten anschei­nend nur deshalb erworben, um Stunden später zu Phanta­sie­preisen auf eBay oder Discogs aufzutauchen.

Wie auch immer, nichts­des­to­trotz bleibt der RSD eine gute Sache, treibt er doch Heerscharen von nerdigen Zuhau­se­blei­bern mal wieder in die Platten­läden. Die Liste der Veröf­fent­lich­tungen in diesem Jahr ist für meinen Geschmack wenig ergiebig. Genau­ge­nommen reizt mich eigent­lich nur eine einzige Veröf­fent­li­chung, aber die hat es in sich:

R.E.M. veröf­fent­li­chen ein Vierfach-Album, beste­hend aus den MTV-Unplugged-Sessions von 1991 und 2001. Was die Veröf­fent­li­chung so beson­ders macht, ist die Tatsache, daß erstmals zusätz­liche (alle?) Songs aus den beiden Sessions veröf­fent­licht werden. Die jetzt veröf­fent­lichten Tracks waren meines Wissens nicht mal auf Bootlegs oder in omninösen Inter­net­quellen zu finden – stellen also durchaus eine kleine Sensa­tion dar. Auch wenn man bedenkt, daß der Mitschnitt zum ersten Mal in hoffent­lich exzel­lenter Audio­qua­lität zu haben sein wird. Beson­ders das 1991er Unplugged hat es mir hierbei angetan. Die Band in ihrer mit Abstand besten Phase, kurz nach "Out Of Time" und kurz vor dem epochalen "Automatic For The People". Das 91er Unplugged übt auf viele Leute da draußen und auch auf mich eine beson­dere Faszi­na­tion aus … there's some kind of magic going on there, wie die Angel­sachsen sagen. Ich hoffe also sehr, ein Exemplar ergat­tern zu können und wünschen allen Musik­nerds einen seligen RSD.



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Die nicht ganz erstge­meinte Wieder­be­le­bung eines vielleicht längst totge­rit­tenen Pferdes. Der letzte Song ist immerhin 11 Monate her. Weiter geht's mit den besten Songs für einen Freitagabend:

Schrapp­messer - "Auf alles reimt sich Saufen, zum Beispiel auf Bier"

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