Musik

Es muß 1984/85 gewesen sein. Wahrschein­lich lief People Are People in "Der Club" auf NDR2. Wobei ich mich auch noch an Shake The Disease erinnere, gerade aber nicht ohne nachzu­schlagen weiß, welcher der beiden Titel eher veröf­fent­licht wurde. Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhun­derts jeden­falls, keimte das zarte Pflänz­chen meiner Liebe zu Depeche Mode. Ich erinnere mich weiterhin an die AMIGA-Best-Of-LP The Singles 1981-1985 (bis heute in meinem Platten­schrank), gekauft in Frau Knakes Krämer­laden meines Heimat­dorfes. Und die 500 Besuche vorher, in denen ich jeweils nach der Platte fragte. Ich erinnere mich an die italie­ni­sche Pressung von Black Celebra­tion, gekauft 1988 auf dem Schwarz­markt vor dem Berliner Ostbahnhof für 80,- Mark der DDR (… und bis heute in meinem Platten­schrank). Eine enorme Summe, wenn man bedenkt, daß meine monat­li­chen Einkünfte zu der Zeit bei 120,- Mark lagen. Ich erinnere mich an die Musik­kas­sette zu Music For The Masses von 1989, zu Weihnachten oder zum Geburstag von der Westver­wandt­schaft bekommen und - natür­lich! - bis heute in meinem Kasset­ten­schrank… ;-) Und ich erinnere mich an But Not Tonight, eine der besten B-Seiten aller Zeiten, die mich bei jedem Hören bis heute sofort an die Zeit der späten Achtziger erinnert. Depeche Mode waren immer eine fantas­ti­sche Band und worauf ich eigent­lich hinaus will, ist:

Das nieder­län­di­sche Label Music On Vinyl veröffentlicht(e) alle Depeche Mode-Alben neu. Im Februar begann man mit Some Great Reward, Music For The Masses und Songs Of Faith And Devotion. Im März folgten A Broken Frame, Ultra, Construc­tion Time Again und Violator und im Mai endet man mit Speak And Spell, Exciter, Playing The Angel und Sounds Of The Universe. Alle Alben kommen als audio­phile 180 g-Pressung, mit Gatefold-Cover, Repro­duk­tionen des origi­nalen Artworks und Liner Notes von Mute-Chef Daniel Miller.

Ich hab mir Songs Of Faith And Devotion und Ultra gegönnt, die beide mit ca. 25 EUR recht teuer waren. Nach Music For The Masses hab ich die Band Anfang der 90er ein wenig aus den Augen verloren, von den Single-Hits im Radio mal abgesehen. Das war ein Fehler, den Ultra und Songs… sind großar­tige Alben mit exzel­lenten Songs und klingen einfach saugut. Der recht hohe Preis ist bei dieser Press­qua­lität und dem fantas­ti­schen Maste­ring absolut gerecht­fer­tigt. Gut inves­tiertes Geld - wer auch nur ansatz­weise an der Band inter­es­siert ist, sollte bei diesen Neuer­schei­nungen zuschlagen.

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Alle Jahre wieder, genauer am 3. Samstag eines jeden schönen Monats April heißt es wieder: RECORD STORE DAY! Der Platten­la­den­tach findet seit 2008 oder sowas statt und wurde ursprüng­lich initi­iert, um kleinen Platten­läden in Zeiten von Online­handel und Absatz­pro­blemen der Musik­in­dus­trie ein wenig Unter­stüt­zung zu leisten. An und für sich also eine tolle Sache. Leider scheint mir persön­lich die ursprüng­liche Inten­tion etwas verwäs­sert, was aber nicht die Schuld der Begründer des RSD ist. Es ist einfach so, daß in jedem Jahr viele überteu­erte Platten auf den Markt geworfen werfen, deren Veröf­fent­li­chungs­gründe oft wegen mangelnder (musik­his­to­ri­scher) Relevanz oder immer noch erhält­li­cher Altauf­lagen schwer nachvoll­ziehbar sind. Außerdem wird ein Großteil der Veröf­fent­li­chung von Händlern oder Privat­leuten anschei­nend nur deshalb erworben, um Stunden später zu Phanta­sie­preisen auf eBay oder Discogs aufzutauchen.

Wie auch immer, nichts­des­to­trotz bleibt der RSD eine gute Sache, treibt er doch Heerscharen von nerdigen Zuhau­se­blei­bern mal wieder in die Platten­läden. Die Liste der Veröf­fent­lich­tungen in diesem Jahr ist für meinen Geschmack wenig ergiebig. Genau­ge­nommen reizt mich eigent­lich nur eine einzige Veröf­fent­li­chung, aber die hat es in sich:

R.E.M. veröf­fent­li­chen ein Vierfach-Album, beste­hend aus den MTV-Unplugged-Sessions von 1991 und 2001. Was die Veröf­fent­li­chung so beson­ders macht, ist die Tatsache, daß erstmals zusätz­liche (alle?) Songs aus den beiden Sessions veröf­fent­licht werden. Die jetzt veröf­fent­lichten Tracks waren meines Wissens nicht mal auf Bootlegs oder in omninösen Inter­net­quellen zu finden – stellen also durchaus eine kleine Sensa­tion dar. Auch wenn man bedenkt, daß der Mitschnitt zum ersten Mal in hoffent­lich exzel­lenter Audio­qua­lität zu haben sein wird. Beson­ders das 1991er Unplugged hat es mir hierbei angetan. Die Band in ihrer mit Abstand besten Phase, kurz nach "Out Of Time" und kurz vor dem epochalen "Automatic For The People". Das 91er Unplugged übt auf viele Leute da draußen und auch auf mich eine beson­dere Faszi­na­tion aus … there's some kind of magic going on there, wie die Angel­sachsen sagen. Ich hoffe also sehr, ein Exemplar ergat­tern zu können und wünschen allen Musik­nerds einen seligen RSD.



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Die nicht ganz erstge­meinte Wieder­be­le­bung eines vielleicht längst totge­rit­tenen Pferdes. Der letzte Song ist immerhin 11 Monate her. Weiter geht's mit den besten Songs für einen Freitagabend:

Schrapp­messer - "Auf alles reimt sich Saufen, zum Beispiel auf Bier"

Alle Sonntagmorgen-Songs als kosten­loser on-demand-Free-Filesharing-Hokuspokus zum unver­bind­li­chen Reinhören, Reinschauen und Reinsetzen hier!



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Ja, Ja, Ja

von Torsten am 17. Dezember 2013 · 1 Kommentar

in Kraut und Rüben, Musik

Ich dachte, ich würde weitge­hend alles Video­ma­te­rial zur subkul­tu­rellen Ostju­gend kennen, aber das hier war auch mir neu: Die Skeptiker mit einer Art von offizi­ellem Video zu "Ja, Ja, Ja". Wer mehr zur Entste­hungs­ge­schichte verraten kann … ich wäre brennend interessiert!



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Aus der Kategorie "Songs, die eine (gute!) Punkband irgend­wann mal covern sollte":
Vicky Leandros - "Tell Me"




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Destination Paradise

von Torsten am 30. November 2013 · 0 Kommentare

in Musik

Immer wieder fragen mich Menschen in Fußgän­ger­zonen: "Gütiger Herr Börde­baron, welches ist das beste Pop-Album der frühen neunziger Jahre?" Immer wieder antworte ich dann: "'Desti­na­tion Paradise' von Fischer-Z." Homogen, voller Hits, toll produ­ziert, ohne einen einzigen schwa­chen Song und tragisch unter­schätzt. Für mich neben "Automatic For The People" von R.E.M. das beste Album der frühen Neunziger.



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