Musik

Jag talar inte svenska

by Torsten on 10. Mai 2017 · 0 comments

in Musik

Jag talar inte svenska – ich spreche kein Schwedisch. Bin aber trotzdem seit langem Fan des Schaffens von Annika Norlin, die mit ihren Bands Hello Saferide und Säkert! seit Jahren die schwedische Indie-Pop-Szene unsicher macht. Gerade ist mit Djäggdjur ein fantastisches neues Album von Säkert! erschienen. Dummerweise verstehe ich von den Texten so gut wie nichts, was mich aber nicht von der Einschätzung „Fantastisches Pop-Album, wie es so nur aus Skandinavien kommen kann“ abhält. Die gute alte nordische Harmonielehre – irgendwie haben die Herr- und Damschaften da oben im Norden den Pop mit der Muttermilch aufgesogen. Wer den vermeintlichen simplen und eingängigen Pop von ABBA mal in seine perfekt arrangierten Einzelteile zerlegt hat, weiß wovon ich rede.

Hiermit also wieder mal eine wärmste Hörempfehlung für Säkert!s neuestes Werk. Auch die alten Alben – es gibt eins in englischer Sprache – und alle Hello Saferide-Sachen (durchweg englisch) sind mehr als empfehlenswert.

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Eine meiner Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen geht wie folgt: Wir schreiben das Jahr 1984. Mein Bruder und ich sitzen auf der Ladefläche eines froschgrünen Multicar der LPG (T) Uthmöden. Mein Vater sitzt am Steuer, gemeinsam haben wir vermutlich irgendwas zur Müllkippe (Fuchsberg! Aschenkuhle! Insider!) gefahren. Wir sitzen also gutgelaunt auf der Pritsche des Mini-LKWs und singen lauthals „1, 2, 3 – alle fahr’n vorbei. Ich bleib hier, hier gefällt es mir!“ vor uns hin. Sonst ist nix weiter passiert, wir sangen nur und hatten gute Laune.

Vor Jahren fiel mir diese Episode wieder ein. Ab und an hab ich in den letzten Jahren Google angeworfen und mit dem Search-String „1, 2, 3, alle fahr(e)n vorbei“ erfolglos nach Song und Interpret gesucht. Irgendwann ließ ich in einem Moment der Erleuchtung die Zahlen weg und stieß so relativ schnell auf den Text zu Dialogs „963“. Und schlagartig fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Es hieß gar nicht „1, 2, 3, alle fahr’n vorbei…“ sondern „9, 6, 3, alle fahr’n vorbei…“. Mit diesem neuen Wissen ausgerüstet war es nun nur noch ein Katzensprung bis zu einer Aufnahme auf Youtube und weiter zum Erwerb des zugehörigen Albums 963.

Dialog stammten aus Crimmitschau. 963(0) war zu DDR-Zeiten die Postleitzahl von Crimmitschau und ist der Titel der ersten Dialog-Platte bei Amiga. Die Platte bietet den typischen DDR-Rock und ist nicht weiter auffällig; weder positiv noch negativ.  Der Text zu 963 stammt von Burkhard Lasch, einem der meistbeschäftigsten DDR-Rock-Texter und sinniert über die Liebe, die Liebe zur Kleinstadt und die Liebe zu Crimmitschau. Eine Hymne auf die Provinz, gewissermaßen. Was mich und meinen Bruder im Jahre 1984 allerdings nicht sonderlich interessiert hat; wir waren wohl mehr vom kindgerechten Refrain angetan… Hier gut zu hören:

Dialog fielen mir später nochmal mit Denke daran auf, einem friedensbewegten Anti-Atombomben-Song mit ebenso pathetischem wie einprägsamen „Das große Karthago führte drei Kriege…“-Intro.

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Im Januar tauchte auf morrissey-solo.com ein Beitrag auf, der sich mit einer in Ungarn aufgetauchten Neuveröffentlichung von The Queen Is Dead befasste. Kurz zuvor tauchten die ersten Exemplare auf Discogs auf und wechselten für knapp 100,- € den Besitzer. Der einzige Verkäufer war ein Ungar, die Tonträger kamen aus Ungarn und tauchten ebenso auf einer ungarischen Media Markt-Seite auf. Seither rätselt die Fangemeinde, ob es sich um ein Bootleg, also eine inoffizielle Veröffentlichung, oder einen regulären Tonträger handelt, der – aus welchen Gründen auch immer – in extrem geringer Stückzahl für einen extrem kurzen Zeitraum in nur einem Land der Welt auftauchte.

Bei der Betrachtung der jüngsten The Smiths-Veröffentlichung zum Record Store Day 2017, nämlich der Single zu The Boy With The Thorn In His Side fielen mir frappierende Ähnlichkeiten zu der im Januar aufgetauchten 12″ auf. Meiner Meinung nach sind die Indizien eindeutig: Die aufgetauchte 12″ ist ein offizielles Release, das wohl eines Tages in dieser oder veränderter Form das Licht der Welt erblicken wird.

Schaut man sich die Typo genauer an, sind folgende Gemeinsamkeiten auffällig: Zum einen die identische Nennung der Bandmitglieder im identischen Font Bodoni auf der Rückseite. Zum anderen die Labels, die sich extrem ähnlich sehen. Das fängt bei dem 45er-Logo an, die Fonts sind identisch und sogar die Fonts der Katalognummern sind in beiden Fällen eine Futura Bold.

Jeweils links die mysteriöse 12″ aus Ungarn, jeweils rechts die offizielle 7″ zum Record Store Day:

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RSD flippers are scum!

by Torsten on 24. April 2017 · 0 comments

in Musik

Jedes Jahr das gleiche traurige Bild: Massen von Verkäufern machen Massen von Geld mit dem Verkauf von Record Store Day-Editions. Da bin ich fast schon froh, nicht am RSD unterwegs gewesen sein zu können. Die einzige Platte die mich interessiert hat (The Cure – Acoustic Hits), habe ich gerade online bei hhv.de für 28,99 € bestellt. Bei Discogs ab 60,00 € zu haben, bei eBay ab 75,00 € … 🙁 An dem Tag, an dem sich diese Scheiß Geldmacher und diese Scheiß Hipster aus unserem Hobby („Allein mit unsern Platten in den Zimmern eingesperrt…“) verpissen, mache ich zur Feier des Tages eine Pulle Pepsi-Cola auf… SCUM!!!

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Noch mehr Heavy Metal

by Torsten on 1. März 2017 · 0 comments

in Musik

Ich bin ja kein Freund von Heavy Metal. Vor meinem geistigen Auge erscheinen beim Gedanken an Heavy Metal immer Spandex-Hosen tragende Haarverbrecher, die von Fantasywelten, Elfen oder schauerlichen Schlachten mit mehreren Hundert Toten singen. Am schlimmsten finde ich persönlich Black Metal, zu dem ich keinerlei Zugang finde. Sinnfreies Gegrunze mit Double-Bass-Geballer. Absolut nicht meine Baustelle. Schlimm auch dieser männerbündende Macho-Blödsinn, der sich durch viele Spielarten des Metal zieht. Was ich am Metal gut finde, ist die Virtuosität, mit der die Herren (sic!) zu Werke gehen. Wer einmal versucht hat, 3 Akkorde auf der Gitarre fehlerfrei und zusammenhängend zu spielen, wird ahnen, wovon ich rede, wenn er sich das nachfolgende Video ansieht. Auch lobenswert: Die Komplexität des Songwritings. Sonst allerdings gibt’s am Metal nicht viel zu loben, vor allem nicht das unsympathische Gesicht von Lars Ulrich, der – ginge es nach mir – nur hinter einer spanischen Wand spielen dürfte.


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Lost Heimweh

by Torsten on 28. Februar 2017 · 0 comments

in Kraut und Rüben, Musik

Gestern Lost Heimweh gesehen und für sehr gut befunden. Unbedingte Guck-Empfehlung. Ich hatte ja schon fast vergessen, wie gut Pascow sind. Die Anschaffung lohnt auch abseits des Filmes; gibt es doch ein schönes Fotobuch und eine 10″ mit Coverversionen von Pascow-Songs dazu. Fun Facts: Joachim Hiller vom Ox sieht inzwischen aus wie Benny Hill. Der Mechenbier kann anstrengend sein. Außerdem war er 2011 Teilnehmer bei Das perfekte Dinner, wie ich grad zufällig herausfand.

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