web analytics

Punk


© einestages/Spiegel Online

Heute vor 30 Jahren fand der Überfall auf das Konzert von Element Of Crime und Die Firma in der Zions­kir­che in Berlin statt. Ich erinnere mich noch an die (rudimen­täre) Bericht­erstat­tung in der DDR-Presse und den folgen­den Prozeß. Zwei inter­es­sante Artikel zum Thema halten eines­ta­ges und das BStU Stasi-Unterlagen-Archiv bereit.

{ 0 comments }

Wil Wagner wirkt gehetzt

by Torsten on 19. April 2017 · 0 comments

in Musik

An dieser Stelle seit länge­rer Zeit mal wieder eine Musik­emp­feh­lung. Das neue Album der The Smith Street Band „More Scared Of You Than You Are Of Me“ ist am 7. April offizi­ell erschie­nen.

Ich hatte nach „Throw Me In The River“, das auch schon wieder 2 12 Jahre zurück­liegt, die höchs­ten Erwar­tun­gen und ich wurde nicht enttäuscht. Das neue Album bietet erneut eine furiose Achter­bahn­fahrt der Gefühle. Wil Wagner wird von „seiner“ Band durch das Album gehetzt; man könnte es auch anders­rum sehen. Ich bin ein schlech­ter Musik­kri­ti­ker und misera­bel im Beschrei­ben von Musik. Deshalb kann ich nur feststel­len, das ich von diesem Album ebenso geflasht bin, wie ich es vom Vorgän­ger war. Hoch-emotionaler Punkrock auf einem hervor­ra­gen­den spiel­tech­ni­schen Niveau, berüh­rend, mitrei­ßend und aufpeit­schend. Schön, daß es sowas heute überhaupt noch gibt.

Kleiner Wermuts­trop­fen: Ich konnte mich wieder nicht zurück­hal­ten und habe insge­samt drei verschie­dene Pressun­gen gekauft. Zum einen die deutsche Deluxe-Ausgabe auf Uncle M Music (limitiert auf 100 Exemplare, mit wunder­schö­nem einge­kleb­tem 16-seitigen Booklet im Vollfor­mat), die auf 150 Exemplare limitierte Pink Splat­ter UK-Version auf Specia­list Subject Records und die austra­li­sche Pressung auf Poison City Records (exklu­sive Farbe, 400 Exemplare). Alle Platten sehen toll aus und sind super aufge­macht, doch jetzt kommt das große ABER: Sie klingen scheiße und sind minder­wer­tig gepresst. Es ist ja grund­sätz­lich ein Problem, das die heutige Ferti­gungs­qua­li­tät mit der Massen­pro­duk­tion der 70er und 80er Jahre längst nicht mehr mithal­ten kann; aber was in diesem Fall abgelie­fert wurde, ist wirklich besorg­nis­er­re­gend: Alle Pressung sind „off-centre“ (also nicht exakt mittig gelocht), die Platten haben einen mehr oder weniger starken Höhen­schlag und allge­mein herrscht ein hohes Niveau an Rauschen und Neben­ge­räu­schen. Das hab ich so krass noch nicht erlebt und sollte für die Zukunft keine Schule machen. Ich bin kein audio­phi­ler Voodoo­on­kel, aber was in diesem Falle an Quali­tät abgelie­fert wurde, ist wirklich unter­ir­disch. Und sehr schade. 🙁

Nichts­des­to­trotz: Ein großar­ti­ges Album, das berührt wie nur wenig heutzu­tage. Toll, daß Punkrock im Jahr 2017 noch so begeis­tern kann.

Ein sehr schönes und inter­es­san­tes Track-By-Track-Interview gibt’s bei Uproxx..


{ 0 comments }

Der dumme August

by Torsten on 15. März 2016 · 0 comments

in Musik

„Der dumme August“ geht auf die Antike zurück, der Centun­cu­lus („hundert Fleck“) trieb auf römischen Märkten und öffent­li­chen Plätzen seine derben Späße. Er trat in einem bunten Kostüm auf, Hose und Jacke waren aus vielen Fetzen zusam­men­ge­flickt, seine komische Wirkung wurde dadurch gestei­gert, dass er ohne Schuhe und ohne Haare auftrat. Er besaß damit schon jenen Kahlkopf, der zu einem Erken­nungs­merk­mal des heuti­gen als „inkom­pe­tent“ bezeich­ne­ten Clowns gehört, ebenso wie die überdi­men­sio­nier­ten absatz­lo­sen Schuhe, die seinen komischen Gang bewir­ken. Die Gestik, Mimik und Körper­hal­tung dieser Figur ist reduziert: Seine ganze Erschei­nung kündigt ein Schei­tern an. (Wikipe­dia)

Der dumme August sind auch eine Poppunk­band aus Köln. Gefun­den hat sich die Band im Jahre 2012 und vier Jahre hat es bis zum selbst­be­ti­tel­ten Debüt­al­bum gedau­ert. Und das ist recht formi­da­bel geraten und beinhal­tet Songs über die wichti­gen Dinge des Lebens: Tristesse, Liebe, wie sie ist und wie sie sein könnte, Küssen, Schei­tern. Der Tonfall ist dabei so lakonisch wie der musika­li­sche Vortrag sonnig. Der dumme August nimmt sich dabei selbst nicht so wichtig – eine Eigen­art, die ich an Bands seit jeher schätze. Erwähnt seien noch – für Namedrop­ping und ungefähre Schub­la­di­sie­rung – vorhe­rige Mitglied­schaf­ten in illus­tren Bands wie Knochen­fa­brik, Super­nichts, Angelika Express, Lili und Kommando Peter­mann.

Die Platte lohnt sich und ist hier käuflich zu erwer­ben. Eine kurze, aber sehr schöne Kritik gibt es beim Blueprint Fanzine, die in diesem wunder­ba­ren Schluß­satz gipfelt: „Das Schöne dabei ist, dass die Songs zwar einer­seits ein wenig wie aus der Zeit gefal­len wirken, sie aber dennoch eine gewisse Wohlfühl­at­mo­sphäre erzeu­gen. Lieder wie „Deine beste Freun­din“ oder „Hey Sven“ zu hören, fühlt sich ungefähr so an, wie im rusti­ka­len Eichen-Ambiente einer verrauch­ten Eckkneipe zu sitzen und Holsten Edel aus einer Biertulpe zu trinken, während andere gegen­über in der Hipster-Kneipe an ihrem Indian Pale Ale nippen. Und das ist letzt­end­lich das Schöne an dieser Platte: Sie versucht nicht auf Krampf modern oder spekta­ku­lär zu klingen, sondern lässt statt­des­sen lieber den Charme vergan­ge­ner Tage aufle­ben. Muss ja auch mal sein.“


{ 0 comments }

II. Liga, EA80, 1981

by Torsten on 24. Februar 2016 · 0 comments

in Musik

II. Liga (auch 2. Liga) aus Mönchen­glad­bach waren eine Punkband mit zartem Durch­schnitts­al­ter von gerade mal 12 Jahren. Aktuell gibt es eine Neuver­öf­fent­li­chung mit einigen Songs. Zum einen die für Rondo im Jahre 1981 gemach­ten Aufnah­men, die nie offizi­ell erschie­nen sind. Zum anderen einen Großteil der Songs, die auf einer Split­kas­sette mit EA80 ebenfalls im Jahr 1981 aufge­nom­men wurden.

Das Bandinfo hab ich von der alten Rondoton-Seite geklaut:

„2. Liga waren:
Mario Bocks – Gitarre,
Marcus Hardelauf – Gesang;
Holger Zander – Bass (aller­dings nicht bei den Aufnah­men);
Martin Kircher – Bass (bei den Aufnah­men und Gesang bei „Jungen und
Technik“)
und Dirk Moll – Trommel.
Gegrün­det haben wir uns 1980, hatten unseren ersten Auftritt beim
Unter­stu­fen­fest unserer gemein­sa­men Schule NGM, auf der auch alle
Mitglie­der von EA80 waren, durch die wir auch animiert wurden eine Band
zu gründen und immer als Vorband mit ihnen auftra­ten.
Ausnahme war der
Gig mit ÖSTRO 430 und ZK (siehe Fotos).

 Unser Durschnitts­al­ter lag bei
12.
1983 haben wir uns wegen Perspek­tiv­lo­sig­keit und zu hohen Alters
aufge­löst.

Weiter­hin musizie­ren noch:

Mario bei Kidbox,
Martin bei EA80 und The Devil in Miss Jones, und
ich bei Rooster Burns and The Stetson Revol­ting.
Die Suche nach weite­ren Aufnah­men blieb bisher leider erfolg­los.
Dirk Moll, 2008“

Die A-Seite ist voll mit Uffa-Uffta-Charme und sehr gut hörbar. Die B-Seite ist ob der miesen Sound­qua­li­tät eher was für Komplet­tis­ten, aller­dings auch ganz unter­halt­sam… Die Platte gibt (bzw. gab es) beim umtrie­bi­gen Label Was soll das? Schall­plat­ten.

{ 0 comments }

Machs nach Deinem Leben

by Torsten on 1. Februar 2016 · 1 comment

in Musik

Aus aktuel­lem Anlaß.

Sonne küßt den Boden
Seine Augen werden klar
Die Hände sind gefal­tet
sein Gebot macht ihn ganz wach
Für wen
Von was
Liebe deinen nächs­ten wie dich selbst

Er ordnet dann die Decken
die Laken liegen glatt
Er geht hinaus in seine Welt
ein Herr hat es gemacht

Er lebt mit der Gewiss­heit der Himmel nimmt ihn an
auf Erden kann er Scheiße baun – solange er noch lebt

Christ du alter Irrtum
Deine Beine sind zu kurz
und Gott wird es nicht richten können
Denk dir etwas anderes aus

Er zahlte 50 Jahre lang Bankno­ten an das Haus
– wo zu vollen Stunden Glocken schrien
an der Frot ein langes Kreuz

Machs nach deinem Leben ist mir doch scheiß­egal
Ihr Chris­ten seid doch viel zu nett oder ihr seid zu burtal
Machs nach deinem Leben kommt mir als Punk ganz recht
dann brauch ich dein Gebet nicht hörn und niemals dein Gesicht zu sehn

{ 1 comment }

Mein erster Kontakt mit Die Art muß im Jahr 1989 statt­ge­fun­den haben. Die Band spielte in der Magde­bur­ger Hypar­schale und nach dem Konzert kaufe ich mir für staat­li­che 35,- Mark der DDR ihre Musik­kas­sette Dry. Das Tape lief bei mir in den folgen­den Monaten und Jahren hoch und runter, ich hab’s bis heute. Bereits vor dem Gig im Jahr 1989 hatte ich posta­li­schen Kontakt zu Sänger Makarios – so lief das damals ohne Telefon und Inter­net. Auch mit Tatjana von Die Firma habe ich zwei, drei Briefe ausge­tauscht. Das es im Westen nicht anders lief, zeigt dieser schöne Eintrag auf Something I learned today. Inklu­sive handschrift­li­cher Antwort von Bela B. Sehr schön.

Doch zurück zu Die Art. Ihr letztes regulä­res Album aus dem Jahr 2014 ist nach mehre­ren „So-lala-Alben“ wieder sehr gut geraten. Wir hören Love Shiner:


{ 1 comment }