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Schallplatten

Propagandhi – Victory Lap

by Torsten on 14. Februar 2018 · 0 comments

in Musik

Propa­gan­dhi spielen seit Jahren im Punk/Hardcore dank dem unfass­ba­ren Songwri­ting in einer eigenen Liga. Da wartet man auch gerne 5 Jahre auf ein Album. „Victory Lap“ ist eine fantas­ti­sche Platte gewor­den. Todd Kowal­ski der ja schon auf den letzten Alben einige Songs als Leadsän­ger beisteu­erte, verar­bei­tete die Trauer um seinen Vater in „When All Your Fears Collide” und dem überra­gen­den „Nigredo“ – letzte­rer definitv eines der Höhepunkte des Albums. Die Songs des neuen Albums sind fast durch­gän­gig schnell und rockig aller­dings wird das Gaspe­dal etwas weniger druch­ge­tre­ten als noch auf „Failed States“. Man setzt wieder auf etwas eingän­gi­gere Melodien. Das sehr trashig begin­nende „Lower Order (A Good Laugh)“ oder „Cop Just Of Frame“ sind ein gutes Beispiel dafür.

Die Songs sind teilweise recht komplex, was das Album auch für die nächs­ten Wochen und Monate spannend machen wird – man wird immer wieder neue Dinge darauf entde­cken. Wertung: 910 Börde­kar­tof­feln!

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Groppendorf Mods

by Torsten on 12. Februar 2018 · 0 comments

in Kraut und Rüben

Ich dachte ja lange, Punk wäre tot. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal die Sleaford Mods hörte. Die perfekte Platte für einen Montag­nach­mit­tag.

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Gewin­nen!

Ich habe aufge­räumt. Alle Peppone-Tonträger sind sortiert, inven­tu­ri­siert (Hallo S.!), und katalo­gi­siert. Zu Weihnach­ten veran­stal­ten wir drüben auf Facebook gerade ein ordent­li­ches Gewinn­spiel, in dem es jede Menge LPs, CDs, ein Shirt und einen Sack Kartof­fel abzustau­ben gibt. Wer mitma­chen möchte, aber kein Facebook nutzt, kann sich natür­lich auch hier melden…


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Der Novem­ber brachte ein Monster hervor und sein Name ist „Low In High School“. 5 gute Songs und 7 viel weniger gute – darauf läßt sich das neue Morrissey-Album wunder­bar herun­ter­bre­chen. Ich wußte nach den ersten Durch­läu­fen nicht mehr, ob ich lieber in Tränen ausbre­chen oder kopfschüt­telnd die Dorfstraße herun­ter­lau­fen sollte. Dazu das jetzt schon „legen­däre“ Inter­view im SPIEGEL von letzter Woche; es fällt in Zeiten wie diesen nicht leicht, nicht am Meister zu zweifeln. Aber seine ganzen kruden Aussa­gen zum Weltge­sche­hen mal außen vor gelas­sen – wir widmen uns den Songs in der Einzel­kri­tik, verlie­ren einige Worte zum Album allge­mein und schlie­ßen mit den techni­schen Details. Los geht’s:

© Ein Scheiß­foto, aber ich hatte gerade nichts besse­res…

My Love, I’d Do Anything for You
Ein breit­bei­nig rocken­der, maßlos aufge­pimp­ter Krawall­bro­cken zum Auftakt. Da wollte jemand viel, für meinen Geschmack ein bißchen zuviel. Erinnert an die Eröff­nung auf „Years Of Refusal“, die mit „Something Is Squee­zing My Skull“ ähnlich rabiat ausfiel. Die ersten Zeilen des Albums lauten also „Teach your kids to recognize and despise all the propa­ganda, filte­red down by the dead echelons mainstream media“. Ich bin ja ein großer Freund des Alleshin­ter­fra­gens, aber das hier klingt mir dann doch eine Spur zu sehr nach „Lügen­presse“. Da war der Meister früher weniger eindeu­tig und ließ immer Raum für Inter­pre­ta­tio­nen. Hier klingt’s textlich genauso krawal­lig wie es das musika­lisch tut. 610

I Wish You Lonely
Schon besser, es klingt wieder nach Morris­sey. Viel mehr fällt mir dazu aller­dings auch nicht ein. 710

Jacky’s Only Happy When She’s Up on the Stage
Noch besser. Morris­sey strei­tet ja hartnä­ckig ab, das es sich bei diesem Song um eine Analo­gie auf den Brexit handelt. Was hanebü­chen ist, denn der Zusam­men­hang ist offen­sicht­lich; es passt einfach alles. Eine schöne Nummer, weniger brachial als die ersten beiden, einer der Höhepunkte des Albums. 810

Home Is a Question Mark
… gleich gefolgt vom absolu­ten Höhepunkt des Albums. Ein wunder­schö­ner Song. Aller­dings klingen die Strei­cher ein wenig synthe­tisch. Es gibt übrigens einen übrig­ge­blie­be­nen Titel aus den Quarry-Sessions von 2004 und der heißt … taaada­aaaa! … „Home Is A Question Mark“. Die Songwriter-Credits zu dieser Version verwei­sen aller­dings auf das aktuelle Bandmit­glied Mando Lopez statt auf Alain Whyte, der für einen Großteil der Quarry-Songs die Co-Writer-Credits hält. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… bei der Klasse der Nummer würde es mich nicht wundern, wenn sie tatsäch­lich ein Überbleib­sel aus Quarry-Zeiten ist. Nur Alain Whyte wird’s genau wissen… 910

Spent the Day in Bed
Die Vorab-Single, die mich schon zweifelnd zurück­ließ. Hier zeigen sich erstma­lig die Tingel­tan­gel­te­den­zen, auf die wir im weite­ren Verlauf des Albums noch öfter stoßen werden. Früher hätte sich der Text zum Song wie eine schöne Verwei­ge­rungs­hymne gelesen; in Zeiten wie diesen klabaustert er schon an der Grenze zur eingangs erwähn­ten Lügen­presse dahin. Musika­lisch ganz nett, ganz entspannt, tut nicht weiter weh, ist aller­dings auch nicht schlecht. Wobei mich die „No Bus, No Boss, No Rain, No Train“-Zeilen in ihrer infan­ti­len Billig­rei­mig­keit fürch­ter­lich an „Ill In Sevill … Gaga In Malaga“ aus dem Bullfigh­ter auf „World Peace Is None Of Your Business“ erinnern. 710

I Bury the Living
Die guten Momente des Albums sind hier bereits vorbei. Ab jetzt wird’s wirr. In diesem Song versucht sich Morris­sey an einer Nick Cave-schen Variante zum Thema Milita­ris­mus, Krieg, Solda­ten­le­ben. Bis 5:17 min funktio­niert das einiger­ma­ßen, dann kommt der grauen­hafte „It’s funny how the War goes on without our John!“-Teil, den ich einfach nur schreck­lich finde. 510

In Your Lap
Eine uninspierte Ballade zum Arabi­schen Frühling, vorge­tra­gen am alten Klimper­kla­vier von Johan­nes Heesters. 210

The Girl from Tel-Aviv Who Wouldn’t Kneel
Ich hatte nach den ersten live darge­bo­te­nen neuen Songs den Eindruck, das Album würde in Richtung ChaChaCha-Arab-Pop-Flamenco-Weltmusik gehen. Dieser Titel bestä­tigt meine Einschät­zung. Erneut furcht­ba­res Geklim­per auf dem Klavier. 410

All the Young People Must Fall in Love
Jetzt sind wir wieder bei den vorhin erwähn­ten Tingel­tan­gel­ten­den­zen. Ein rundum misslun­ge­ner Song, mit viel Tamtam, Handclaps und einem schreck­li­chen Refrain. Weil mir der Teil bis zum ersten Chorus gefällt, vergebe ich 210 Punkte.

When You Open Your Legs
… und weiter geht’s mit „Songwri­ting nach Zahlen“, so kommt mir die Veran­stal­tung hier nämlich langsam vor. Dieser Song klingt wie die Kopie der Kopie von einem mittel­mä­ßi­gen Morrissey-Song – „Songwri­ting nach Zahlen“ eben. Das ist mir erstma­lig bei „Ringlea­der Of The Tormen­tors“ aufge­fal­len, auch dort waren viele Songs nur schlechte Kopien von alten Morrissey-Songs. Komplett überflüs­sige Nummer. 110

Who Will Protect Us from the Police?
Es geht wieder ein wenig aufwärts. Bei den ersten Durch­läu­fen hat mir dieser Song überhaupt nix gegeben, inzwi­schen ist er einiger­ma­ßen hörbar. Dennoch will mir partout nicht viel dazu einfal­len. 510

Israel
Eine rundum mißlun­gene Schmon­zette. Ich habe keine Meinung zum Konflikt zwischen Israel und Paläs­tina; nur für den Fall, das mir jemand unter­stel­len möchte, dass ich den Song deshalb nicht mag. 110

Das macht insge­samt nach Adam, dem Riesen, 57 Punkte; was wiederum in der Gesamt­wer­tung 4.75÷10 Punkten macht. Ein mittel­mä­ßi­ges Album. 6 oder 7 Songs als EP hätten für mich gereicht, der Rest ist überflüs­si­ges und enttäu­schen­des Füll- und Blend­werk.

Zu den eingangs erwähn­ten techni­schen Details noch ein paar Anmer­kun­gen: Ich habe mir die LP zweimal gekauft. Einmal die „limitierte“ LP in grün und die reguläre Pressung in trans­pa­ren­tem Vinyl. Die Laufzeit beträgt ca. 27 Minuten je Seite, was viel zu lang ist. Bekannt­lich nimmt die Sound­qua­li­tät von Vinyl ab einer Laufzeit von ca. 20 Minuten je Seite (12″, 33 13 RPM) drama­tisch ab. So auch bei diesen Pressun­gen, die voller Clicks und Pops sind, und außer­dem extrem leise. Auch das ist der Physik und dem aufgrund der übermä­ßi­gen Laufzeit gerin­gen Rillen­ab­stand geschul­det. „Low In High School“ hätte als Doppel-LP erschei­nen müssen. Vergleicht man die LPs mit der CD-Pressung, fällt ein deutlich druck­vol­ler und basslas­ti­ger Sound auf letzte­rer auf. Die Aufma­chung ist ordent­lich: Solides Gatefold (über das Cover­mo­tiv lässt sich treff­lich strei­ten), bedruckte Innen­hül­len, insge­samt ein schönes Layout; auch wenn die Typo sehr nach Hamburg-Mannheimer Reloa­ded aussieht. Das Album ist außer­dem in vier weite­ren Farben sowie als 7″-Box erschie­nen. Die habe ich mir aller­dings gespart… gut so, denn letzt­end­lich zählt die Musik und nicht das Medium.

Wie es mit Morris­sey weiter­geht, steht in den Sternen. Ich wünsche mir irgend­wann nochmal ein richtig gutes Album, mit richtig gutem Songwri­ting der alten Mozza-Schule. Ob es jemals soweit kommen wird, ist im Moment mehr als fraglich. Außer­dem wünsche ich mir, das sich unsere alte Manchester-Gurke mit Kommen­ta­ren zum Weltge­sche­hen ein wenig zurück­hält und einfach das macht, was er am besten kann bzw. konnte: Tolle Songs mit tollen Texten schrei­ben und jene mit seinem einzig­ar­ten Schmelz in der Stimme vortra­gen. Ich geh‘ jetzt Viva Hate, You Are The Quarry oder sogar Bona Drag hören und erinnere mich an tollere Zeiten… 😉

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Spent The Day In Bed

by Torsten on 30. Oktober 2017 · 0 comments

in Musik

Bettchen

Frisch aus England: Morris­seys „Spent The Day In Bed“. Noch achtzehn Mal schla­fen, heißa, dann kommt das neue Album! Ach, wäre ich heute nur im Bette geblie­ben; ich bin müde, wie ein untrai­nier­ter Brathahn nach einer Alpen­über­que­rung. Gute Nacht!


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Hier sollte ein länge­rer Text stehen, in dem das letzte Woche erschie­nene Box Set zum epocha­len The Queen Is Dead-Album der The Smiths aus dem Jahre 1986 gnaden­los abgefei­ert wird, aber dann kam mir laut.de mit einer treffen­den Rezen­sion zuvor. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Album gehört habe. Ich kann es vom ersten bis zum letzten Wort mitsin­gen. Und das trotz der Tatsa­che, dass Stran­ge­ways, here we come eigent­lich mein Lieblings­al­bum der die das The Smiths ist. Also nur eine kurze Zusam­men­fas­sung: Großar­ti­ges Remas­te­ring, großar­tige Pressung, schöne Aufma­chung des Box Sets. Die Demos (lt. aktuel­ler Wortmel­dung vom damali­gen Hauspro­du­zen­ten Stephen Street eigent­lich keine Demos, sondern „Rough Mixes“) sind eine echte Berei­che­rung und die Live-LP ein netter Bonus (auch wenn es nur 13 von 19 gespiel­ten Tracks sind). Und eine kleine Ergän­zung zum laut.de-Artikel: Das im Text erwähnte und auf dem Front­co­ver der kommen­den Morrissey-Platte prangende „Axe The Monar­chy!“ findet sich in den Runout Grooves der LPs als „Cuts? Axe The Monar­chy!“ wieder. Ein netter Finger­zeig, wie ich finde. Mit knapp 80 € in der Vinyl­ver­sion ist das Box Set alles andere als preis­wert, aber jeden Cent wert. Kaufen!

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