The Smith Street Band

Wir waren neulich beim Konzert meiner famosen Lieblings-Australier The Smith Street Band im about blank in Berlin. Tolle Band, tolles Konzert, tolle Lohkäh­schänn. Was nicht ganz so toll war, war die Tatsa­che, dass ich am nächs­ten Tag Frühdienst hatte. Aber das ging auch irgend­wie. Gefühlte 50% des Publi­kums waren Exil-Australier, man hat offen­bar eine gut vernetzte Kommm­ju­nitieh. Die Vorband The Bennies waren live ganz unter­halt­sam, zuhause würde ich ihren Cross­over aus Reggae, Punk und dezen­ten Disco-Einsprengseln aber eher nicht aufle­gen. Der Merch­stand gab für mich nicht viel her, die Smithies-Platten hab ich alle im Schrank. So hab ich mir eine herrli­che, total bescheu­ert ausse­hende Mütze gekauft, die mir sicher im Winter gute Dienste leisten wird. Haben die in Austra­lien überhaupt Winter?! Hier ein schönes Video, das ich scham­los bei Insta­gram geklaut habe:



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Wil Wagner wirkt gehetzt

by Torsten on 19. April 2017 · 0 comments

in Musik

An dieser Stelle seit länge­rer Zeit mal wieder eine Musik­emp­feh­lung. Das neue Album der The Smith Street Band „More Scared Of You Than You Are Of Me“ ist am 7. April offizi­ell erschienen.

Ich hatte nach „Throw Me In The River“, das auch schon wieder 2 12 Jahre zurück­liegt, die höchs­ten Erwar­tun­gen und ich wurde nicht enttäuscht. Das neue Album bietet erneut eine furiose Achter­bahn­fahrt der Gefühle. Wil Wagner wird von „seiner“ Band durch das Album gehetzt; man könnte es auch anders­rum sehen. Ich bin ein schlech­ter Musik­kri­ti­ker und misera­bel im Beschrei­ben von Musik. Deshalb kann ich nur feststel­len, das ich von diesem Album ebenso geflasht bin, wie ich es vom Vorgän­ger war. Hoch-emotionaler Punkrock auf einem hervor­ra­gen­den spiel­tech­ni­schen Niveau, berüh­rend, mitrei­ßend und aufpeit­schend. Schön, daß es sowas heute überhaupt noch gibt.

Kleiner Wermuts­trop­fen: Ich konnte mich wieder nicht zurück­hal­ten und habe insge­samt drei verschie­dene Pressun­gen gekauft. Zum einen die deutsche Deluxe-Ausgabe auf Uncle M Music (limitiert auf 100 Exemplare, mit wunder­schö­nem einge­kleb­tem 16-seitigen Booklet im Vollfor­mat), die auf 150 Exemplare limitierte Pink Splat­ter UK-Version auf Specia­list Subject Records und die austra­li­sche Pressung auf Poison City Records (exklu­sive Farbe, 400 Exemplare). Alle Platten sehen toll aus und sind super aufge­macht, doch jetzt kommt das große ABER: Sie klingen scheiße und sind minder­wer­tig gepresst. Es ist ja grund­sätz­lich ein Problem, das die heutige Ferti­gungs­qua­li­tät mit der Massen­pro­duk­tion der 70er und 80er Jahre längst nicht mehr mithal­ten kann; aber was in diesem Fall abgelie­fert wurde, ist wirklich besorg­nis­er­re­gend: Alle Pressung sind „off-centre“ (also nicht exakt mittig gelocht), die Platten haben einen mehr oder weniger starken Höhen­schlag und allge­mein herrscht ein hohes Niveau an Rauschen und Neben­ge­räu­schen. Das hab ich so krass noch nicht erlebt und sollte für die Zukunft keine Schule machen. Ich bin kein audio­phi­ler Voodoo­on­kel, aber was in diesem Falle an Quali­tät abgelie­fert wurde, ist wirklich unter­ir­disch. Und sehr schade. 🙁

Nichts­des­to­trotz: Ein großar­ti­ges Album, das berührt wie nur wenig heutzu­tage. Toll, daß Punkrock im Jahr 2017 noch so begeis­tern kann.

Ein sehr schönes und inter­es­san­tes Track-By-Track-Interview gibt’s bei Uproxx..


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Kein Album wird von mir sehnsüch­ti­ger erwar­tet, als das neue Werk der The Smith Street Band. Seit Mitter­nacht gibt’s neue Infos dazu: Die Platte wird More scared of you than you are of me heißen und erscheint am 7. April. Das Album erscheint erstmals auf dem bandei­ge­nem Label Poolhouse Records. Außer­dem gibt es wieder Varian­ten von Uncle M, Specia­list Subject Records und SideO­ne­Dummy. Die auf 100 Exemplare limitierte Deluxe-LP auf letzt­ge­nann­tem Label ist schon ausver­kauft, bei Uncle M für Europa dürfte das ähnlich schnell gehen. Also ranhal­ten. Einen ersten Eindruck vom Album gibt’s hier:


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Death to the Lads!

by Torsten on 9. November 2016 · 0 comments

in Musik

Ein wunder­schö­nes neues Video meiner Lieblings­aus­tra­lier The Smith Street Band. Die Haupt­dar­stel­le­rin­nen sind die Mütter der Bandmit­glie­der. Famose Idee, wie ich finde. Das neue Album kommt Anfang 2017 und zwar auf dem frisch gegrün­de­ten bandei­ge­nen Label namens Pool House Records. Außer­dem gibt’s wieder konti­nen­tale Ausga­ben auf SideO­ne­Dummy Records (US), Specia­list Subject Records (UK) and Uncle M (EUR). Das wird also wieder ein teures Frühjahr, wenn man alle Pressun­gen im Regal haben möchte… 😉


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Surrender

by Torsten on 22. Dezember 2014 · 4 comments

in Kraut und Rüben, Musik

Die letzten Tage des Jahres mit einem der Hits des Jahres meines Album des Jahres: The Smith Street Band betre­ten unsere kleine Showbühne mit ihrer schmis­si­gen Volks­weise namens Surren­der. Was die letzten Tage und das abgelau­fene Jahr angeht: Mir reicht’s. Ich bin alle. Ich gehe auf dem Zahnfleisch. Ich brauche eine Pause. Jeden Tag diese gottver­ma­le­deite Pende­lei von 120 km zur Arbeit und zurück… für nix. Oder für nicht allzu viel. Irgend­wie muß man den Tag ja rumbe­kom­men. Dazu dieses blöde Wetter. Immer Wind. Kein Tages­licht. Das bricht mich maximal an. Immer­hin konnte ich mich wieder aufraf­fen, mehr zu bloggen. Wobei bloggen angesichts der Dominanz von Facebook und Twitter ja praktisch schon anachro­nis­tisch ist. Gestern noch an der Speer­spitze der Postmo­derne; heute schon ein alter Zausel der die Werke und Wege der Jugend™ nicht mehr versteht. Oder verste­hen will. Ich neige dazu, den Überblick zu verlie­ren. Überall PEGIDA. Auch so’n Scheiß den keiner braucht. Wobei man den Dödels da unten aus dem Tal der Ahnungs­lo­sen trotz­dem unrecht tut, wenn man sie verdammt und ignoriert. Das wurde viel zu lange gemacht und jetzt hammwa den Salat. Die herrschende Klasse hat sich vom Volk entfernt und umgekehrt. Die subjek­tive Wahrneh­mung der Verhält­nisse hat mit der objek­ti­ven nichts mehr zu tun. Erst die Aluhut-Spacken von den Montags­de­mos, jetzt die Klein­geis­ter aus dem Südos­ten der Republik. Was kommt als nächs­tes, was bringt uns 2015? Wer weiß noch, wo der Stein der Weisen liegt? Und warum wird hier eigent­lich kein Gebäck gereicht?!


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In diesem Jahr sogar mal pünkt­lich: Eine kleine Übersicht über meine persön­li­chen Lieblings­al­ben des Jahres 2014. Wie immer gilt auch in diesem Jahr: Das Album muß nicht zwangs­läu­fig im letzten Jahr veröf­fent­licht worden sein; als Krite­rium gilt ausschließ­lich die persön­li­che Entde­ckung der entspre­chen­den Platte in 2014. Es kann also durch­aus ein Live-Album von Walther von der Vogel­weide aus dem Jahre 1695 sein… Die Nennung der Album erfolgt ohne Rang, Album des Jahres ist trotz­dem ganz klar das letzte in dieser Liste. Ein paar zu rügende Tonträ­ger finden sich am Ende des Artikels.

CoverAgainst Me! – Trans­gen­der Dyspho­ria Blues /// Aus Tom Gabel ist Laura Jane Grace gewor­den und damit beschäf­tigt sich dieses Album haupt­säch­lich. Feine Platte, musika­lisch wie textlich. Nach den eher rocki­gen Tönen der Vorgän­ger­al­ben (alles was nach „New Wave“ kam), gibt’s hier wieder ordent­li­chen Punkrock mitten auf die Zwölf. Laura Jane Grace ist immer noch eine der besten Songschrei­be­rin­nen im Punk, das beweist die große Hitdichte dieser Platte. Ich hatte ein bißchen Probleme, das Album als Album einzu­ord­nen, es wirkt über weite Strecken eher wie eine Sammlung von Singles. Was die Songs aber nicht schlech­ter macht. Beste Momente: Wenn in Black Me Out gespuckt, gegei­fert und gewütet wird. So geht Weltschmerz in erwachsen.

CoverSchrapp­mes­ser – Schlacht­rufe Stimmungs­hits /// Punkrock in Deutsch­land ist vieles gewor­den. Vor allem langwei­lig. Die ewigglei­chen Dackelblut- und Turbostaat-Klone schleu­dern ihre (post-)pubertären Weishei­ten verklau­su­liert unters Volk. Es herrscht eine gewisse Art von konser­va­ti­vem Starr­sinn: Alle sind für die gleichen guten Sachen und gegen die gleichen schlech­ten Dinge. Provo­ka­tion findet kaum noch statt. Man ist sich einig, hat sich einge­rich­tet und beschäf­tigt sich ansons­ten viel mit sich selbst und seinen Gedan­ken. Ich könnte jetzt x Bands nennen, aber ich will a) nieman­den dissen, und weiß b) daß das hier eh kaum jemand lesen wird. Schrapp­mes­ser jeden­falls – um zum Album zurück­zu­kom­men – sind anders. Ganz anders. Schrapp­mes­ser bringen dem Punkrock den Humor zurück. Und was für welchen! Punkrock mit platt­deut­schen Einspreng­seln, jeder Menge Genre-Zitate und Songti­teln für die Ewigkeit: „Half Besuo­pen Is Wechsch­mä­ten Geld“, „Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Krümmer Absägen, Cuppi­ni­len­ker, Refrain“. Und die B-Seite erst: 20 Minuten lang Bauernhof-Geräusche. Da muß man erstmal drauf kommen. Ich hab mich lange nicht so sehr mit einer Platte vergnügt, wie mit diesem Album. Beste Momente: „Ich muß hier nur zwei Dinge halten: Ein Bier und Schnauze. Ich wachs mit meiner Aufgabe und meiner Plauze…“

CoverLeslie Clio – Gladys /// Ein zugege­be­ner­ma­ßen weiter Sprung von Schrapp­mes­ser zu Leslie Clio. Da liegen ganze Konti­nente dazwi­schen. Leslie Clio macht Pop. Souli­gen Pop. Von vielen wird sie als die deutsche Amy Winehouse bezeich­net. Dieser Vergleich hinkt aller­dings meiner beschei­de­nen Meinung nach; spielte doch uns Amy (Der Herr sei ihrer Seele gnädig…) in ihrer ganz eigenen Liga. Frau Clio jeden­falls hat ein paar richtig starke Songs am Start. Die sind zwar radio­kom­pa­ti­bel – Stich­wort: I Couldn’t Care Less -, aber dennoch nicht aalglatt produ­ziert. Pop mit Anspruch gewis­ser­ma­ßen. Oder einfach nur Pop. Ich muß mich ja nicht dafür recht­fer­ti­gen, daß ich ein Temporär-Popper bin, soweit kommt’s noch! Beste Momente: Die Hits sind gut auf der Platte verteilt: Told You So (A1), Sister Sun Brother Moon (A5), God No More (B3)

CoverDie Fantas­ti­schen Vier – Rekord /// Wir bleiben beim Pop. Oder beim Hip Hop. Aber wohl doch eher beim Pop, denn bei echten Hip-Hop-Fans dürften die Fantas wohl lange unten durch bzw. zu sehr in Richtung Popmu­sik marschiert sein. Was mich an dieser Band immer wieder faszi­niert, sind die stellen­weise großar­ti­gen Texte. Auch Rekord hat in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten; kommt aller­dings nicht ganz an Alben wie Fornika heran. Insge­samt aller­dings „lebt“ das Album auf einem sehr hohem Niveau – es gibt nur wenige Ausfälle (Disco ist einer). Egal also, ob man das Kind nun Hip Hop-Horst oder Pop-Peter nennt – was bleibt, ist fantas­tisch produ­zierte Musik mit teilweise wirklich starken Texten. Auch erwäh­nens­wert: Die Produk­tion und der Klang sind fantas­tisch, da waren Profis am Werk. Außer­dem: Fanta 4-Platten gibt’s immer zum fairen Kurs, in diesem Fall für 2LP + CD ganze 18,99 €. Das macht auch nicht jede Kapelle, die in der Pop-Bundesliga spielt… Beste Momente: Die gesamte A- und B-Seite bieten anspruchs­volle Unter­hal­tung auf hohem Niveau. Und ganz hinten wird’s mit „Das Spiel ist aus, aus, aus!“ heiter bis dramatisch.

CoverY’akoto – Moody Blues /// Eine wirklich große Platte. Ich hatte Y’akotos Vorgän­ger Babyblues hier auch schon gebüh­rend abgefei­ert. Moody Blues steht dem Erstling in nichts nach. Die Platte wirkt ein bißchen runder und erwach­se­ner, was mich zuerst irritiert hat. Nach 8 bis 38 Durch­läu­fen aber, hab ich auch dieses zweite Album liebge­won­nen. (Retro-)Soul, Blues und Pop auf inter­na­tio­na­lem Niveau von einer Frau mit einer unglaub­li­chen Stimme. Moody Blues deckt vieles ab: Es gibt beschwingte Tanzflä­chen­fül­ler wie Save You oder Perfect Timing, tiefgrün­dige und berüh­rende Balla­den wie Mother And Son oder den schum­me­ri­gen Blues Forget. Wenn die Frau auf diesem Niveau weiter­macht, liegt ein erfolg­rei­cher Weg vor ihr… Einzi­ges Ärger­nis: Es gibt keinen mp3-Code zum Album. Und die Deluxe-CD hat einige Songs und Mixes mehr. Ich war tatsäch­lich gezwun­gen, nochmal 10 € für die mp3-Version rauszu­wer­fen… was tut man nicht alles … Beste Momente: Der Bass in Save You. Alter, Du musst diesen Bass fühlen!!!!1ELF

CoverDie Art – Success /// Was ist schwarz und kommt aus Leipzig? Der alte Herr Makarios! Haha, was für ein dummer Witz zum Einstieg. So unwit­zig wie die neue Scheibe der Die Art. Ich hätt’s den alten Herren ja ehrlich gesagt gar nicht mehr zugetraut. Aber sie haben mich dann doch gekriegt. Ein überra­schend poppig-waviges Album mit wenigen Ausflü­gen in den Rock. Insge­samt sehr ausge­wo­gen, ausba­lan­ciert und mit einigen Hits am Start. Ich hätte wirklich nicht gedacht, das nach den eher durch­wach­se­nen Alben der letzten Jahre nochmal sowas inter­es­san­tes dabei rauskommt. Feine Sache! Beste Momente: Love Shiner ist ein Knaller.

CoverThe Smith Street Band – Throw Me In The River /// Alter, was für eine emotio­nale Achter­bahn­fahrt. The Smith Street Band schmei­ßen dich in ihren rosti­gen Van, dann liest dir Wil Wagner seine Geschich­ten vor und als Sound­track dazu bekommst du Punkrock auf die Ohren. Am Ende der Fahrt schmei­ßen sie dich unver­sehrt aus dem Auto und glaub mir, dann hast du einiges zu erzäh­len… Lange hat mich Musik nicht mehr so berührt, wie es dieses Album geschafft hat. Eigent­lich müßte ich längst aus dem Alter raus sein, aber die Texte haben mich wirklich gepackt. Und die Musik erst: Diese jungspun­di­gen Austra­lier zaubern mit einer unglaub­li­chen Lässig­keit Melodien aus dem Ärmel … da wird mir ganz warm ums Herz. Ich weiß nicht, ob es schwer war, dieses Album zu schrei­ben. Aber es klingt so, als wäre es ganz einfach gewesen. Und ist trotz­dem so komplex. Ein Wunder­werk! Beste Momente: Der Opener, der Schluß­ak­kord und all die Momente dazwischen.

Zu rügende Tonträ­ger 2014:
Element Of CrimeLieblings­far­ben und Tiere (Das hatten wir alles schon mal in besser, Herr Regener!)
Hello Safer­ideThe Fox, The Hunter And Hello Safer­ide (Das hatten wir alles schon mal in beschwing­ter, Frau Norlin!)
Morris­seyWorld Peace Is None Of Your Business (Das kann unmög­lich Ihr Ernst sein, Herr Morris­sey?!)


Das soll’s auch schon gewesen sein. Für sachdien­li­che Hinweise sind wie immer Kommen­tare sehr gern gesehen! Auf ein musika­lisch hochwer­ti­ges 2015!

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