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The Smiths

Hier sollte ein länge­rer Text stehen, in dem das letzte Woche erschie­nene Box Set zum epocha­len The Queen Is Dead-Album der The Smiths aus dem Jahre 1986 gnaden­los abgefei­ert wird, aber dann kam mir laut.de mit einer treffen­den Rezen­sion zuvor. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Album gehört habe. Ich kann es vom ersten bis zum letzten Wort mitsin­gen. Und das trotz der Tatsa­che, dass Stran­ge­ways, here we come eigent­lich mein Lieblings­al­bum der die das The Smiths ist. Also nur eine kurze Zusam­men­fas­sung: Großar­ti­ges Remas­te­ring, großar­tige Pressung, schöne Aufma­chung des Box Sets. Die Demos (lt. aktuel­ler Wortmel­dung vom damali­gen Hauspro­du­zen­ten Stephen Street eigent­lich keine Demos, sondern „Rough Mixes“) sind eine echte Berei­che­rung und die Live-LP ein netter Bonus (auch wenn es nur 13 von 19 gespiel­ten Tracks sind). Und eine kleine Ergän­zung zum laut.de-Artikel: Das im Text erwähnte und auf dem Front­co­ver der kommen­den Morrissey-Platte prangende „Axe The Monar­chy!“ findet sich in den Runout Grooves der LPs als „Cuts? Axe The Monar­chy!“ wieder. Ein netter Finger­zeig, wie ich finde. Mit knapp 80 € in der Vinyl­ver­sion ist das Box Set alles andere als preis­wert, aber jeden Cent wert. Kaufen!

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Alles Gute zum 30sten!

by Torsten on 28. September 2017 · 0 comments

in Musik

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Happy Birth­day und alles Gute zum 30sten, liebe Stran­ge­ways, here we come. Für mich das beste Album der die das The Smiths und auch grund­sätz­lich eines der tolls­ten Alben aller Zeiten. Für Inter­es­sierte: Im Bild die jewei­li­gen deutschen Erstauf­la­gen, schwar­zes und dunkel­graues Vinyl, goldfar­bene CD. Heute vor 30 Jahren ist übrigens auch Music for the masses von Depeche Mode erschie­nen – ganz andere Baustelle, aber nicht minder gut!


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Photo by JONATHAN SMITH / Rex Features (14188d)
IAN BRADY
MOORS MURDERER, BRITAIN – 1966

Ian Brady ist tot. An dieser Stelle kein trauri­ges RIP, sondern eher ein hinter­her­ge­ru­fe­nes „Schmor in der Hölle, kranker Mann!“.

Kaum ein anderer Krimi­nal­fall hat Großbri­tan­nien so erschüt­tert wie der der „Moormör­der“. Fünf Kinder hatte Ian Brady zusam­men mit seiner Kompli­zin Myra Hindley († 2002) vor mehr als einem halben Jahrhun­dert sexuell missbraucht, gefol­tert und dann bestia­lisch umgebracht.

Vier der Leichen wurden in einem Moor in Nordeng­land entdeckt. Das Versteck der fünften Leiche gab er bis zu seinen letzten Atemzü­gen nicht preis – Ian Brady starb am Montag­abend im Alter von 79 Jahren in der psych­ia­tri­schen Hochsi­cher­heits­kli­nik Ashworth bei Liver­pool.

1963 begann das Paar mit seiner Mordse­rie. Ihr erstes Opfer war die 16-jährige Pauline Reade. Hindley sprach sie mit der Bitte an, ob das Mädchen ihr helfen könne; sie habe ihren Handschuh verlo­ren. Mit der Aussicht auf Finder­lohn lockte sie Reade in das bei Manches­ter gelegene Saddle­worth Moor und überwäl­tigte sie dann gemein­sam mit Brady. In ihrer gemein­sa­men Wohnung missbrauch­ten und ermor­de­ten sie das Mädchen.

Auch die anderen Opfer des Paars, John Kilbride (12), Keith Bennett (12), Lesley Ann Downey (10) und Edward Evans (17), wurden meist von Hindley angespro­chen. An der Stelle, an der sie Kilbri­des Leiche verscharrt hatten, posierte Hindley für ein Foto mit ihrem Schoß­hund; dieses Foto führte die Polizei später zum Fundort im Saddle­worth Moor.

Der engli­sche Wikipedia-Eintrag zu den Moorm­or­den ist sehr umfang­reich und lesens­wert. Der Song Suffer Little Child­ren der The Smiths ist den Opfern Bradys und Hindleys gewid­met.

Lesley-Anne, with your pretty white beads
Oh John, you’ll never be a man
And you’ll never see your home again
Oh Manches­ter, so much to answer for


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Im Januar tauchte auf morrissey-solo.com ein Beitrag auf, der sich mit einer in Ungarn aufge­tauch­ten Neuver­öf­fent­li­chung von The Queen Is Dead befasste. Kurz zuvor tauch­ten die ersten Exemplare auf Discogs auf und wechsel­ten für knapp 100,- € den Besit­zer. Der einzige Verkäu­fer war ein Ungar, die Tonträ­ger kamen aus Ungarn und tauch­ten ebenso auf einer ungari­schen Media Markt-Seite auf. Seither rätselt die Fange­meinde, ob es sich um ein Bootleg, also eine inoffi­zi­elle Veröf­fent­li­chung, oder einen regulä­ren Tonträ­ger handelt, der – aus welchen Gründen auch immer – in extrem gerin­ger Stück­zahl für einen extrem kurzen Zeitraum in nur einem Land der Welt auftauchte.

Bei der Betrach­tung der jüngs­ten The Smiths-Veröf­fent­li­chung zum Record Store Day 2017, nämlich der Single zu The Boy With The Thorn In His Side fielen mir frappie­rende Ähnlich­kei­ten zu der im Januar aufge­tauch­ten 12″ auf. Meiner Meinung nach sind die Indizien eindeu­tig: Die aufge­tauchte 12″ ist ein offizi­el­les Release, das wohl eines Tages in dieser oder verän­der­ter Form das Licht der Welt erbli­cken wird.

Schaut man sich die Typo genauer an, sind folgende Gemein­sam­kei­ten auffäl­lig: Zum einen die identi­sche Nennung der Bandmit­glie­der im identi­schen Font Bodoni auf der Rückseite. Zum anderen die Labels, die sich extrem ähnlich sehen. Das fängt bei dem 45er-Logo an, die Fonts sind identisch und sogar die Fonts der Katalo­gnum­mern sind in beiden Fällen eine Futura Bold.

Jeweils links die myste­riöse 12″ aus Ungarn, jeweils rechts die offizi­elle 7″ zum Record Store Day:

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The Smiths sind schon immer meine absolute Lieblings­band. Von jeher faszi­niert mich beson­ders ihr frühes­tes Schaf­fen. Ihr Debüt­al­bum hat tolle Songs, die aber von John Porter in einen eher seich­ten Sound geklei­det wurden. Als Alter­na­tive empfeh­len sich die Troy Tate-Sessions, von denen hier die Rede sein wird:

Die ersten Aufnah­men für das Debüt­al­bum „The Smiths“ fanden im Sommer 1983 unter der Regie von Produ­zent Troy Tate statt. Unzufrie­den mit der Arbeit des Produ­zen­ten, heuer­ten The Smiths Tates Kolle­gen John Porter an, um die Aufnah­men für das Album zu beenden. Porters Arbeit wurde als erste gleich­na­mige LP schlu­ßend­lich im Jahre 1984 veröf­fent­licht.

Die offizi­ell unver­öf­fent­lich­ten Aufnah­men unter Tates Fitti­chen kursier­ten jahre­lang auf verschie­de­nen Bootlegs. Die Songs stammen allesamt von Tapes und sind Monitor-Mixe, das heißt, keiner der Songs wurde jemals komplett abgemischt. Ebenso sind die Gesangs­parts von Morris­sey nur sogenannte „Guide Record­ings“. Tate arbei­tete zuerst am Funda­ment der Songs und Morris­sey sang jeweils eine Gesangs­li­nie dafür ein. Später kamen die Overdubs für die Gitarre von Johnny Marr dazu. Dann sollte der Gesang bearbei­tet werden, just in diesem Moment fand jedoch der Rauswurf von Troy Tate statt.

Unter Tates Regie wurden folgende Songs aufge­nom­men: „The Hand That Rocks The Cradle“, „You’ve Got Every­thing Now“, „These Things Take Time“, „What Diffe­rence Does It Make?“, „Reel Around The Fountain“, „Hand In Glove“, „Handsome Devil“, „Wonder­ful Woman“, „I Don’t Owe You Anything“, „Suffer Little Child­ren“, „Misera­ble Lie“, „Accept Yours­elf“, „Pretty Girls Make Grave“ und „Jeane“.

Im Netz kursie­ren im wesent­li­chen zwei oder drei verschie­dene Takes der einzel­nen Songs, unter­teilt in Sets Tate1 bis Tate3. Die entspre­chen­den Downloads lassen sich leicht über jede Suchma­schine finden. 😉 

In diesem Zusam­men­hang inter­es­sant ist auch das legen­däre „The Pablo Cuckoo Tape“. Ein Demo aus dem Probe­raum mit neun oder oben genann­ten Songs, die für Troy Tate als Arbeits­grund­lage aufge­nom­men wurden. Die Aufnah­men tauch­ten im März 2013 im Netz auf und sind inzwi­schen auch auf Vinyl erhält­lich.

Weiter­füh­rende und detail­lierte Infos zu allen Tate-Aufnahmen gibt es bei passionsjustlikemine.com.


 

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© Nalinee Darmrong

Ich habe vollkom­men verges­sen, der toten Königin zum 30. zu gratu­lie­ren. Deshalb hiermit nachträg­lich und ganz offizi­ell nur die besten Wünsche zum Thron­ju­bi­läum: Am 16. Juni 1986 erschien „The Queen is dead“, das Überal­bum der Smiths, da sind sich Kriti­ker und Fans einig. Nur ich tanze ein wenig aus der Reihe, denn mir persön­lich ist das Album schon beinahe zu perfekt, genau­ge­nom­men unheim­lich perfekt. Deshalb höre ich lieber „Stran­ge­ways, here we come“, möchte die tote Königin aber dennoch nicht schlecht­re­den: Ein großar­ti­ges Stück Musik(geschichte), das mich Ende der Achtziger/Anfang der Neunzi­ger unzäh­lige Stunden auf dem Walkman beglei­tet hat.


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