Wende

Erxle­ben im April 1990. Wer’s kennt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Wer’s nicht kennt, kann sich kaum vorstel­len, wie es dort heute aussieht. Einfach mal an der Abfahrt Bornstedt von der A2 runter auf die B1 fahren und in Helmstedt-Ost wieder drauf. Dann kommt der Inter­es­sierte durch Erxleben…

Die Fotos habe ich von der Seite Europeana 1989 ausge­lie­hen. Die nachfol­gen­den Infos über diese Seite stammen von track­tate: „Auf der Platt­form europeana 1989, initi­iert von der Deutschen Kinema­thek, dem Museum für Film und Fernse­hen, können Menschen aus ganz Europa ihre Geschich­ten, Fotos und Dokumente posten, die sie mit dem politi­schen Umbruch 1989 in ganz Europa verbin­den. So soll ein einzig­ar­ti­ges bebil­der­tes kollek­ti­ves Gedächt­nis entste­hen. Dass 1989 weniger ein Moment, sondern vielmehr der Fixpunkt eines Prozes­ses ist und als solcher demzu­folge eine Vor- und eine Nachge­schichte hat, wird auf den Fotos, die User bis dato online gestellt haben, sehr schön deutlich…“

Tolle Bilder dabei, unter anderem auch vom Grenz­über­gang in Marien­born. Sollte man gesehen haben!

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Verfal­lene Fabrik­hal­len, leere Produk­ti­ons­stät­ten: Die Volks­ei­ge­nen Betriebe waren für viele Ostdeut­sche die letzte Konstante in der DDR. Manche Fabri­ken stehen noch und verfal­len. Der Fotograf Maix Maier hat die Ruinen besucht und nach dem Moment gesucht, in dem der Ort seine Geschichte preis­gibt und vom Leben und Arbei­ten jener Zeit berich­ten. (Text: Zeit Online)

Aus seiner Arbeit ist ein Bildband entstan­den, der auf ungewöhn­li­che Weise Geschichte erzählt. „Die verges­se­nen Orte der Arbeit“ ist im Mittel­deut­schen Verlag erschie­nen. Hier eine kleine Auswahl, ein paar mehr Bilder gibt’s bei Zeit Online.


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Ein Video aus der Landes­haupt­stadt Magde­burg, aufge­nom­men 1990. Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern. Erinnern an eine Stadt, deren ruinö­ses Grau inzwi­schen durch die Glitzer­fas­sa­den von City Carré, Allee-Center & Co. aufge­hübscht wurde. Erstaun­lich, wie schnell die Zeit vergeht und erstaun­li­cher, was sich in gut 20 Jahren so alles ändern kann. Man könnte fast wehmü­tig werden, erinnern die grauen Bilder doch auch an die eigene graue Jugend zwischen Gulag und Stahlbeton… 😉



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Heute nur der kurze Hinweis auf ein sehr lesens­wer­tes Inter­view in der ZEIT von heute.„Roberto Yáñez Betan­court y Honecker spricht über seinen Großva­ter Erich Honecker, den frühe­ren DDR-Staatschef – und geht auf Distanz zu Großmut­ter Margot.“

© Foto: Zeit Online

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Carlo Tambo­rini macht die Haare schön. Das tat er schon vor Hunder­ten von Jahren und tut es bis heute. Auf MDR.de berich­tet der Meister der flinken Schere vom letzten Haarschnitt für DDR-Mark:

Ungeach­tet seines klang­vol­len Namens ist Carlo Tambo­rini vor 20 Jahren kein Star-Coiffeur. Dennoch stehen die Menschen im Sommer 1990 Schlange vor dem Salon des Magde­bur­ger Herren­fri­seurs in der Lübecker Straße. Es ist der 30. Juni, der letzte Tag vor der Währungs­union. Die Menschen im Osten wissen: Am nächs­ten Tag werden sie nicht nur die harte D-Mark, sondern auch härtere Preise haben. Mit einem Herren-Haarschnitt für 1,50 Ost-Mark ist es dann vorbei. Zahlrei­che Ostdeut­sche nutzen die letzte Gelegen­heit, ihren Kopf zum Schnäppchen-Preis in Fasson bringen zu lassen. Allein vor dem Salon Tambo­rini in der Magde­bur­ger Neustadt stehen an diesem Sonnabend Hunderte Männer gedul­dig an. Der Friseur­meis­ter erinnert sich: „Diese Leute wollten alle noch für DDR-Geld die Haare geschnit­ten haben, weil’s immer rumging: Wenn wir Westen werden, müssen wir mehr bezah­len. Deshalb sind sie alle vorher nochmal gekommen.“

Die ganze Geschichte gibt es hier.

© Foto: Carlo Tambo­rini himself/MDR

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by Torsten on 3. April 2010 · 8 comments

in Kraut und Rüben, Politik

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