Y'akoto

Y’akoto – Mermaid Blues

by Torsten on 20. Januar 2017 · 0 comments

in Musik

Wunder­schön. Y’akotos neues Album Mermaid Blues kommt am 31. März. <3

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Je älter ich werde, desto souli­ger wird der Sound­track meines Lebens. Inter­es­sier­ten seien die beiden Y’akoto-Alben Babyblues und Moody Blues empfoh­len. Von letzte­rem stammt dieser Single-Hit.


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In diesem Jahr sogar mal pünkt­lich: Eine kleine Übersicht über meine persön­li­chen Lieblings­al­ben des Jahres 2014. Wie immer gilt auch in diesem Jahr: Das Album muß nicht zwangs­läu­fig im letzten Jahr veröf­fent­licht worden sein; als Krite­rium gilt ausschließ­lich die persön­li­che Entde­ckung der entspre­chen­den Platte in 2014. Es kann also durch­aus ein Live-Album von Walther von der Vogel­weide aus dem Jahre 1695 sein… Die Nennung der Album erfolgt ohne Rang, Album des Jahres ist trotz­dem ganz klar das letzte in dieser Liste. Ein paar zu rügende Tonträ­ger finden sich am Ende des Artikels.

CoverAgainst Me! – Trans­gen­der Dyspho­ria Blues /// Aus Tom Gabel ist Laura Jane Grace gewor­den und damit beschäf­tigt sich dieses Album haupt­säch­lich. Feine Platte, musika­lisch wie textlich. Nach den eher rocki­gen Tönen der Vorgän­ger­al­ben (alles was nach „New Wave“ kam), gibt’s hier wieder ordent­li­chen Punkrock mitten auf die Zwölf. Laura Jane Grace ist immer noch eine der besten Songschrei­be­rin­nen im Punk, das beweist die große Hitdichte dieser Platte. Ich hatte ein bißchen Probleme, das Album als Album einzu­ord­nen, es wirkt über weite Strecken eher wie eine Sammlung von Singles. Was die Songs aber nicht schlech­ter macht. Beste Momente: Wenn in Black Me Out gespuckt, gegei­fert und gewütet wird. So geht Weltschmerz in erwachsen.

CoverSchrapp­mes­ser – Schlacht­rufe Stimmungs­hits /// Punkrock in Deutsch­land ist vieles gewor­den. Vor allem langwei­lig. Die ewigglei­chen Dackelblut- und Turbostaat-Klone schleu­dern ihre (post-)pubertären Weishei­ten verklau­su­liert unters Volk. Es herrscht eine gewisse Art von konser­va­ti­vem Starr­sinn: Alle sind für die gleichen guten Sachen und gegen die gleichen schlech­ten Dinge. Provo­ka­tion findet kaum noch statt. Man ist sich einig, hat sich einge­rich­tet und beschäf­tigt sich ansons­ten viel mit sich selbst und seinen Gedan­ken. Ich könnte jetzt x Bands nennen, aber ich will a) nieman­den dissen, und weiß b) daß das hier eh kaum jemand lesen wird. Schrapp­mes­ser jeden­falls – um zum Album zurück­zu­kom­men – sind anders. Ganz anders. Schrapp­mes­ser bringen dem Punkrock den Humor zurück. Und was für welchen! Punkrock mit platt­deut­schen Einspreng­seln, jeder Menge Genre-Zitate und Songti­teln für die Ewigkeit: „Half Besuo­pen Is Wechsch­mä­ten Geld“, „Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Krümmer Absägen, Cuppi­ni­len­ker, Refrain“. Und die B-Seite erst: 20 Minuten lang Bauernhof-Geräusche. Da muß man erstmal drauf kommen. Ich hab mich lange nicht so sehr mit einer Platte vergnügt, wie mit diesem Album. Beste Momente: „Ich muß hier nur zwei Dinge halten: Ein Bier und Schnauze. Ich wachs mit meiner Aufgabe und meiner Plauze…“

CoverLeslie Clio – Gladys /// Ein zugege­be­ner­ma­ßen weiter Sprung von Schrapp­mes­ser zu Leslie Clio. Da liegen ganze Konti­nente dazwi­schen. Leslie Clio macht Pop. Souli­gen Pop. Von vielen wird sie als die deutsche Amy Winehouse bezeich­net. Dieser Vergleich hinkt aller­dings meiner beschei­de­nen Meinung nach; spielte doch uns Amy (Der Herr sei ihrer Seele gnädig…) in ihrer ganz eigenen Liga. Frau Clio jeden­falls hat ein paar richtig starke Songs am Start. Die sind zwar radio­kom­pa­ti­bel – Stich­wort: I Couldn’t Care Less -, aber dennoch nicht aalglatt produ­ziert. Pop mit Anspruch gewis­ser­ma­ßen. Oder einfach nur Pop. Ich muß mich ja nicht dafür recht­fer­ti­gen, daß ich ein Temporär-Popper bin, soweit kommt’s noch! Beste Momente: Die Hits sind gut auf der Platte verteilt: Told You So (A1), Sister Sun Brother Moon (A5), God No More (B3)

CoverDie Fantas­ti­schen Vier – Rekord /// Wir bleiben beim Pop. Oder beim Hip Hop. Aber wohl doch eher beim Pop, denn bei echten Hip-Hop-Fans dürften die Fantas wohl lange unten durch bzw. zu sehr in Richtung Popmu­sik marschiert sein. Was mich an dieser Band immer wieder faszi­niert, sind die stellen­weise großar­ti­gen Texte. Auch Rekord hat in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten; kommt aller­dings nicht ganz an Alben wie Fornika heran. Insge­samt aller­dings „lebt“ das Album auf einem sehr hohem Niveau – es gibt nur wenige Ausfälle (Disco ist einer). Egal also, ob man das Kind nun Hip Hop-Horst oder Pop-Peter nennt – was bleibt, ist fantas­tisch produ­zierte Musik mit teilweise wirklich starken Texten. Auch erwäh­nens­wert: Die Produk­tion und der Klang sind fantas­tisch, da waren Profis am Werk. Außer­dem: Fanta 4-Platten gibt’s immer zum fairen Kurs, in diesem Fall für 2LP + CD ganze 18,99 €. Das macht auch nicht jede Kapelle, die in der Pop-Bundesliga spielt… Beste Momente: Die gesamte A- und B-Seite bieten anspruchs­volle Unter­hal­tung auf hohem Niveau. Und ganz hinten wird’s mit „Das Spiel ist aus, aus, aus!“ heiter bis dramatisch.

CoverY’akoto – Moody Blues /// Eine wirklich große Platte. Ich hatte Y’akotos Vorgän­ger Babyblues hier auch schon gebüh­rend abgefei­ert. Moody Blues steht dem Erstling in nichts nach. Die Platte wirkt ein bißchen runder und erwach­se­ner, was mich zuerst irritiert hat. Nach 8 bis 38 Durch­läu­fen aber, hab ich auch dieses zweite Album liebge­won­nen. (Retro-)Soul, Blues und Pop auf inter­na­tio­na­lem Niveau von einer Frau mit einer unglaub­li­chen Stimme. Moody Blues deckt vieles ab: Es gibt beschwingte Tanzflä­chen­fül­ler wie Save You oder Perfect Timing, tiefgrün­dige und berüh­rende Balla­den wie Mother And Son oder den schum­me­ri­gen Blues Forget. Wenn die Frau auf diesem Niveau weiter­macht, liegt ein erfolg­rei­cher Weg vor ihr… Einzi­ges Ärger­nis: Es gibt keinen mp3-Code zum Album. Und die Deluxe-CD hat einige Songs und Mixes mehr. Ich war tatsäch­lich gezwun­gen, nochmal 10 € für die mp3-Version rauszu­wer­fen… was tut man nicht alles … Beste Momente: Der Bass in Save You. Alter, Du musst diesen Bass fühlen!!!!1ELF

CoverDie Art – Success /// Was ist schwarz und kommt aus Leipzig? Der alte Herr Makarios! Haha, was für ein dummer Witz zum Einstieg. So unwit­zig wie die neue Scheibe der Die Art. Ich hätt’s den alten Herren ja ehrlich gesagt gar nicht mehr zugetraut. Aber sie haben mich dann doch gekriegt. Ein überra­schend poppig-waviges Album mit wenigen Ausflü­gen in den Rock. Insge­samt sehr ausge­wo­gen, ausba­lan­ciert und mit einigen Hits am Start. Ich hätte wirklich nicht gedacht, das nach den eher durch­wach­se­nen Alben der letzten Jahre nochmal sowas inter­es­san­tes dabei rauskommt. Feine Sache! Beste Momente: Love Shiner ist ein Knaller.

CoverThe Smith Street Band – Throw Me In The River /// Alter, was für eine emotio­nale Achter­bahn­fahrt. The Smith Street Band schmei­ßen dich in ihren rosti­gen Van, dann liest dir Wil Wagner seine Geschich­ten vor und als Sound­track dazu bekommst du Punkrock auf die Ohren. Am Ende der Fahrt schmei­ßen sie dich unver­sehrt aus dem Auto und glaub mir, dann hast du einiges zu erzäh­len… Lange hat mich Musik nicht mehr so berührt, wie es dieses Album geschafft hat. Eigent­lich müßte ich längst aus dem Alter raus sein, aber die Texte haben mich wirklich gepackt. Und die Musik erst: Diese jungspun­di­gen Austra­lier zaubern mit einer unglaub­li­chen Lässig­keit Melodien aus dem Ärmel … da wird mir ganz warm ums Herz. Ich weiß nicht, ob es schwer war, dieses Album zu schrei­ben. Aber es klingt so, als wäre es ganz einfach gewesen. Und ist trotz­dem so komplex. Ein Wunder­werk! Beste Momente: Der Opener, der Schluß­ak­kord und all die Momente dazwischen.

Zu rügende Tonträ­ger 2014:
Element Of CrimeLieblings­far­ben und Tiere (Das hatten wir alles schon mal in besser, Herr Regener!)
Hello Safer­ideThe Fox, The Hunter And Hello Safer­ide (Das hatten wir alles schon mal in beschwing­ter, Frau Norlin!)
Morris­seyWorld Peace Is None Of Your Business (Das kann unmög­lich Ihr Ernst sein, Herr Morris­sey?!)


Das soll’s auch schon gewesen sein. Für sachdien­li­che Hinweise sind wie immer Kommen­tare sehr gern gesehen! Auf ein musika­lisch hochwer­ti­ges 2015!

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Lieblingsplatten 2012

by Torsten on 4. Dezember 2012 · 4 comments

in Musik

Eine kleine Übersicht über meine persön­li­chen Lieblings­al­ben des Jahres 2012. Wie immer gilt auch in diesem Jahr: Das Album muß nicht zwangs­läu­fig im letzten Jahr veröf­fent­licht worden sein; als Krite­rium gilt ausschließ­lich die persön­li­che Entde­ckung der entspre­chen­den Platte in 2012. Es kann sich also durch­aus um ein Album aus dem Jahre 1695 handeln…

CoverJohn K. Samson – Provin­cial /// John Krist­jan Samson dürfte den meisten als Sänger der famosen Weakert­hans bekannt sein. Neben der Tätig­keit in seiner Haupt­band ist er seit Jahren auch solo aktiv. Mit Provin­cial hat er es dann auch tatsäch­lich zum ersten Soloal­bum geschafft. Provin­cial ist sowas wie eine Rundreise durch seine kanadi­sche Heimat. Wer die Weakert­hans liebt, ist mit dieser Platte sehr gut beraten, denn die Ähnlich­kei­ten zum Sound der Haupt­band sind unüber­hör­bar. Ein bisschen reduzier­ter eben, aber dennoch sehr schön, komplex und fantas­tisch arran­giert. Beste Momente: Das hymnen­hafte Longi­tu­di­nal Centre.

CoverFucked Up – David Comes To Life /// Fucked Up sind sowas wie die nerdi­gen Muster­schü­ler des Punkrock. Während ihre Hardcore-Klassenkameraden sich damit begnüg­ten, mit drei Akkor­den, Phrasen und geball­ten Fäusten zu jonglie­ren, trainier­ten Fucked Up lieber Klampfe und Geist. Gefühlte 300 Singles auf obsku­ren Minila­bels, die Verto­nung der chine­si­schen Tierkreis­zei­chen in Überlänge und der brimbo­ri­sche Vorgän­ger „The Chemi­stry Of Common Life“ ließen nicht ansatz­weise erahnen, wohin die Reise gehen würde. Fucked Up wagten alles. Und sie schaff­ten alles. Eine 80-minütige Rockoper über einen engli­schen Fabrik­ar­bei­ter hätte ganz sicher niemand erwar­tet. „David Comes To Life“ ist aller­feins­tes Kopfkino. „Hello my name is David, your name is Veronica, let’s be together, let’s fall in love.“ Beste Momente: Viele. Beson­ders die Ouver­türe und der anschlie­ßende Start mit Queen Of Hearts.

CoverWe Are Augus­ti­nes – Rise Ye Sunken Ships /// Rise Ye Sunken Ships ist ein super­bes Rock’n’Roll Album mit einer Riesen­por­tion Herzblut und Leiden­schaft. Durch­zo­gen von einem ständi­gen Auf und Ab, hilflos und ermun­ternd, jedoch niemals weiner­lich depres­siv, schip­pert das Album der drei Herren durch die raue See ameri­ka­ni­scher Befind­lich­kei­ten und erinnert mich damit an die ganz alten R.E.M. oder auch die Counting Crows. Beste Momente: Philadel­phia (The City of Brotherly Love)

CoverThe Wedding Present – Valen­tina /// David Gedges Ausflüge mit Ciner­ama oder den jünge­ren Wedding Present-Alben wie El Rey konnten mich nicht wirklich mitrei­ßen. Doch jetzt ist der Zucker­pop wieder dem Rock gewichen, oder wird vielmehr perfekt von ihm ergänzt. Valen­tina ist ein durch­wegs rundes Album, das textlich und musika­lisch überzeugt und mit einer nahezu perfek­ten Produk­tion aufwar­tet. An die frische Ausdrucks­kraft von George Best oder Bizarro kommt es dennoch nicht heran. Aber es wären ja auch nicht The Wedding Present, wenn sich plötz­lich alle einig wären. Beste Momente: He’s Tarzan and you’re Jane … don’t come crying to me!

CoverDigger Barnes – Every Story True /// Staubige Landstra­ßen, verlas­sene Tankstel­len, nächt­li­che Autofahr­ten, stetige Unruhe und das Verlan­gen zu Reisen: Das sind die vorherr­schen­den Themen von Digger Barnes aus Hamburg und er liefert auf seinem zweiten Album den perfek­ten Sound­track dazu. Immer schön zurück­ge­lehnt, nie hektisch agierend, fährt der Hambur­ger vor allem mit Gitarre, Banjo und Besen­schlag­zeug durch neun relaxte Americana-Songs, die ihre Stärke vor allem durch Reduziert­heit und Abwesen­heit von überfäl­li­gem Füllma­te­rial entwi­ckeln. Beste Momente: Das Album wirkt wie aus einem Guß, Pure As Gold ist großes Kino.

CoverTiny Ghosts – Another Poison Wine /// Die Tiny Ghosts sind wahrschein­lich die mit größtem Unrecht unbekann­teste Band des Landes. Muß wahrschein­lich an der fehlen­den Werbung und dem fehlen­den großen Label liegen. An den Songs jeden­falls liegt’s auf keinen Fall, denn die Lieder auf Another Poison Wine sind ganz große Kunst. Alternative- oder College Rock, irgendwo zwischen The Cure, alten R.E.M., den Lemon­heads und Hüsker Dü. In einer gerech­te­ren Welt würden die Tiny Ghosts in Dauer­ro­ta­tion auf radio­eins laufen und die vorde­ren Plätze in allen Indie-Charts belegen. Wobei ich jetzt gar nicht genau weiß, ob mir das so recht wäre… 😉 Beste Momente: Auf Birdland wäre Peter Buck stolz.

CoverY’akoto – Babyblues /// Vorab sei gesagt, daß ich keiner­lei funda­men­tierte Kennt­nisse im Genre Soul besitze. Auch sind meine Tonträ­ger in diesem Bereich arg begrenzt und doch schafft es ab und an jemand, sich in meiner Seelen­samm­lung einzureihen.
Als Tochter eines Ghana­ers und einer Deutschen wurde Jenni­fer Yaa Akoto Kieck von klein auf zur Kosmo­po­li­tin erzogen. Geboren in Hamburg, aufge­wach­sen in Ghana und mit Zwischen­stopps in Kamerun, Togo und dem Tschad, ist die gute Frau mittler­weile wieder in Hamburg und Paris gelan­det. Diese Weltläu­fig­keit hört man ihrem Debüt­al­bum Babyblues aller­dings nicht an, was ein Kompli­ment ist. Denn statt kosmo­po­li­ti­scher Belie­big­keit höre ich hier besten Oldschool-Soul im Newschool-Gewand. Die Songs sind durch die Bank weg zwar eingän­gig, aller­dings trotz­dem anspruchs­voll, komplex arran­giert und fantas­tisch produ­ziert. Außer­dem ist Frau Y’akoto mit einer göttli­chen Stimme geseg­net. Beste Momente: Der Abgesang auf eine verflos­sene Liebe in Babyblues.

CoverKeine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen – Postse­xu­ell /// Über diese Band hab ich schon soviele Worte verlo­ren, daß ich es kurz machen möchte: Wavepunk­beat­wha­te­ver mit hervor­ra­gen­den Texten. Haarscharf auf dem schma­len Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Tut ein gutes Werk und kauft euch das Album! Beste Momente: Das unfaß­bare Leb so, daß es alle wissen wollen und das nicht minder exzel­lente und schreck­lich traurige Hallo, Leben, Aus.






Das soll’s auch schon gewesen sein. Für sachdien­li­che Hinweise sind wie immer Kommen­tare sehr gern gesehen!



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