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Monat: Februar 2008

Zum Teufel mit Zumwinkel

Rund fünf Millio­nen Euro hat der Bundes­nach­rich­ten­dienst nach SPIEGEL-Informationen für Daten über Steuer­sün­der in Liech­ten­stein gezahlt. Bundes­fi­nanz­mi­nis­ter Stein­brück war persön­lich in die Trans­ak­tion einge­weiht. Ich rufe: Bravo BND, fein gemacht.

Ich meine, daß die 5 Millio­nen Euro über Steuer­rück­for­de­run­gen, Bußgel­der und Geldstra­fen wieder reinge­holt werden sollten. Dem BND jetzt vorzu­wer­fen, er habe unwirt­schaft­lich gehan­delt, ist Blödsinn. Aller­dings nur, wenn man jetzt unsere lieben Steuer­ver­mei­der tatsäch­lich verfolgt und zur Rechen­schaft zieht. Und genau danach sieht’s ja gerade aus.

Allein Klaus Zumwin­kel soll über eine Million Euro hinter­zo­gen haben, mehr als tausend Namen von verdäch­ti­gen Leistungs­trä­gern der bundes­deut­schen Gesell­schaft liegen der Staats­an­walt­schaft vor. Laut SPIEGEL soll von diesen Mitglie­dern der deutschen Elite nach konser­va­ti­ven Schät­zun­gen insge­samt mindes­tens 300 Millio­nen Euro am deutschen Fiskus vorbei­ge­schleust worden sein, nach anderen Angaben bis zu vier Milli­ar­den Euro.

Die Linke moniert, die Angele­gen­heit läge nicht in der Zustän­dig­keit des BND. Hallo? Jemand zuhause??? Habt ihr eure Liebe zum Kapital entdeckt? Aufgabe des BND ist unter anderem die Aufklä­rung und Bekämp­fung organi­sier­ter Krimi­na­li­tät. Organi­sierte Krimi­na­li­tät ist die „von Gewinn- oder Macht­stre­ben bestimmte planmä­ßige Begehung von Straf­ta­ten, die einzeln oder in ihrer Gesamt­heit von erheb­li­cher Bedeu­tung sind, wenn mehr als zwei Betei­ligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeits­tei­lig zusammenwirken.“

Tatbe­stand erfüllt.

Das Vermö­gen der Verbre­cher resozia­li­sie­ren und ab in den Knast mit denen.
Und wehe ich höre nochmal ein Wort über die „HartzIV-Betrüger“…

Arcade Fire in Paris

Hier ausgeliehen:

Abt. ‚Innova­tion‘ und so: Die Concerts A Emporter des franzö­si­schen Video-Blogs Le Blogo­t­hè­que haben mittler­weile schon Kult-Status und es sind nicht nur kleine und unbekannte Szene-Bands, die ihre kurzen Unplugged-Sets an ungewöhn­li­chen Orten in Paris spielen. Da gibt es Aufnah­men der Cold War Kids im Schul­bus, Neil Hastead von Mojave 3 im Fenster eines pittoresk-französischen Altbaus, The Divine Comedy an einer Straßen­ecke und The Hidden Cameras am Canal Saint Martin. Es ist schön, diese Videos zu sehen, unabhän­gig von den immer tollen Neu-Interpretationen und Umdich­tun­gen, sie zeigen vor allem, dass die Indie-Szene tatsäch­lich noch zu funktio­nie­ren scheint, egal, wie oft ihr Tod angesichts kommer­zi­el­len Erfolgs noch herbei­ge­re­det wird. So ist es beson­ders schön, dass eines der beein­dru­ckends­ten Dokumente der Reihe nun ausge­rech­net Arcade Fire zeigt. Da steckt die komplette Band, inklu­sive Bläsern und vielen Strei­chern, also in durch­aus monumen­ta­ler Beset­zung, eng gepresst im Aufzug des Pariser Clubs Olympia und spielt eine wunder­schöne Version vom neuen Track Neon Bible, bevor sich schließ­lich die Türen öffnen und eine überwäl­tigte Menschen­menge im Foyer den Klassi­ker Wake Up feiert. Atmosphä­risch unglaub­lich dicht und leiden­schaft­lich einge­fan­gen hat das Ereig­nis Vincent Moon. Großar­ti­ges Dokument einer großen, einer ganz großen Band.

Ben Lee vs. Against Me!

Der austra­li­sche Songwri­ter Ben Lee hat der ameri­ka­ni­schen Punkband Against Me! einen feinen Dienst erwie­sen: Er hat deren Songs gecovert. Nicht einen, nicht zwei, nicht drei, nein, gleich ein ganzes Album. Und zwar das großar­tige „New Wave“ aus dem letzten Jahr. Die Songs gibt es für lau zum Download. Prädi­kat: absolut hörenswert.

folder.jpg WHY I COVERED THE ENTIRE „AGAINST ME!“ ALBUM „NEW WAVE“ A couple of weeks ago I downloa­ded the new „Against Me!“ album „New Wave“. I didnt really know too much about this band but had been reading lots of good things about it, and my friend Tegan sings on it. I like to keep myself up to date with whats going on musically in the world, so I checked it out. I fell in love with the album. Really. Like, could­n’t stop listening to it. As heavy and gnarly as it sounds at times, it is unmistaka­bly a pop master­piece. Listening to it on the way to Austra­lia, I wonde­red to myself how these songs would sound acousti­cally. A couple of days later I was on a flight from Sydney to Melbourne and had the thought „I’d love to cover this album.“ The whole thing. Begin­ning to end. So I did. Anyway, here are the results. If you already know the origi­nal album, I hope these record­ings shed a diffe­rent light on it. If you don’t know „Against Me!“ and like what you hear, go check them out. Nic Johns is the unspo­ken hero of this tale. He recor­ded, produ­ced and mixed it and basically made my dream a reality. Hats off to him. Hope you guys dig it. Enjoy. Ben

Was macht eigentlich … Bodo Parittke?

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Bodo Parittke, freischaf­fen­der Stahl­schmirg­ler aus Sindel­fin­gen gelangte 1987 als Erfin­der der „Boden­lo­sen Frech­heit“ zu Weltruhm. Was macht Bodo Parittke heute? Die Börde­be­hörde fragte nach …

Herr Parittke, Ihre Erfin­dung im Jahre 1987 hat Ihr Leben verän­dert. Wie geht es Ihnen heute?
Es geht mir gut, ich habe mein Auskom­men. Nach Erfin­dung der Frech­heit lief der Absatz auch ganz gut, zahllose Bestel­lun­gen aus halb Schwa­ben trudel­ten bei mir ein. Dann lief es ab 1988 etwas ruhiger, aber von den Lizenz­ver­käu­fen in alle Welt kann ich sehr gut leben. So haben beispiels­weise die Chine­sen die „Boden­lose Frech­heit“ gleich mit dem Erwei­te­rungs­mo­dul „Auch noch große Fresse dazu?!“ gekauft. Sie produ­zie­ren alles in einer riesi­gen Minima­nu­fak­tur in Pantikai.

China – ein hervor­ra­gen­des Stich­wort. Halb Asien liegt in inzwi­schen zu Füßen, Sie umweht die Aura eines Popstars. Woran liegt’s?
Das kann ich mir selbst nicht so richtig erklä­ren. Muß mit meinem fantas­ti­schen Ausse­hen oder meinem beinahe überir­di­schen Charisma zusammenhängen.

„Beschei­den­heit ist eine Zier, Parittke ist ein Egotier!“ Schon mal gehört?
Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen. Soll das ein Inter­view werden oder eine Anklage?

Parittke, Sie …?
… ‚Herr Parittke‘ bitte!

Herr Parittke, neben der boden­lo­sen Frech­heit und den entspre­chen­den Zusatz­mo­du­len machten Sie auch durch Ihr sehr engagier­tes und umfang­rei­ches Kultur­spon­so­ring auf sich aufmerk­sam. Was machen die Projekte heute?
Nun, ich stecke mein Geld noch immer in jede Menge lohnens­wer­ter Projekte. So habe ich gerade im letzten Jahr die „Stiftung wider besse­ren Wissens“ aus der Taufe gehoben. Dort beschäf­tigt man sich mit metapho­ri­schen Disso­nan­zen im inner­städ­ti­schen Urban­kol­leg. Jüngs­tes Kind der Stiftung ist der dreijäh­rige Thomas, er wird bald vier.

1992 kündig­ten Sie vollmun­dig eine neue „bahnbre­chende Erfin­dung im Bereich Küchen­zu­be­hör“ an. Was ist aus dem Projekt geworden?
Ein Eimer. Genauer gesagt, ein Küchen­ei­mer. 10 l fassend, rot.

Ähem, ein Eimer? Gibt es sowas nicht schon? Ich kann mich erinnern, im Keller meiner Großmutter sowas gesehen zu haben?!
Unmög­lich, ist ganz neu.

Ähem, gut. Was steht für die Zukunft an, welche neuen Projekte haben Sie geplant?
Ich werde mich in den nächs­ten Jahren verstärkt in der Erfin­dung neuer Gebrauchs­gü­ter verwirk­li­chen. So stehen umfang­rei­che Großpro­jekte an. Über diese kann ich natür­lich noch nicht offen reden, aber seien Sie versi­chert: die Begriffe Motor, Regen­schirm und Brille werden in ein paar Jahren in aller Munde sein.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihre Zukunft, Sie Leuchte!
Danke, ebenso.

Im Tanzwahn mit Florian

Sein aller­bes­ter Freund ist die Ziehharmonika.

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Meine aller­bes­ten Freunde sind meine beiden Tanzschuhe aus Stahl­be­ton. Immer wenn ich der vielen „alter­na­ti­ven“ Klänge überdrüs­sig bin, gehe ich in den Keller und hole die zentner­schwe­ren Ungetüme mit meinem Taschen­ga­bel­stap­ler herauf. Ein befreun­de­ter Beton­gie­ßer aus Porta Westfa­lica hat sie dereinst unter größten Mühen handge­töp­fert; eine befreun­dete Eisen­bie­ge­rin aus Oberur­sel zusätz­lich mit gefloch­te­nen Stahl­stre­ben verstärkt. So schlüpfe ich dann in meine liebge­won­ne­nen Muster­bot­ten, lege meine Lieblings-Single vom Silbe­rei­sen­flo­rian auf und tanze, tanze, tanze die ganze Nacht lang den Stepp­tanz der Glückseligkeit!

Aber nur, wenn ich morgens nicht so früh raus muß.

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