Magdeburg überrascht mit Katzengold

Vor ein paar Wochen stieß ich bei der Google-Suche nach dem „Magde­burg­er Dialekt“ zufäl­lig auf den eben­so unter­halt­samen wie zutr­e­f­fend­en Stu­pide­dia-Ein­trag zu Magde­burg. Der ist natür­lich iro­nisch über­spitzt, trifft aber in sein­er Bösar­tigkeit mit­ten ins Mark des Machte­bur­jers. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Umso schön­er, daß Magde­burg trotz sein­er hohen Dep­pen­dichte gele­gentlich auch pos­i­tiv über­raschen kann.

Zum Beispiel mit Katzen­gold.

Laut Eige­naus­sage „eine junge Magde­burg­er Band, welche sich gegen Ende des Jahres 2006 formiert hat.“ Die Gold­katzen beze­ich­nen ihre Musik selb­st als „elek­tro-akustis­chen Indie-Pop“. Das trifft es soweit auch ganz gut, ich würde als Ref­eren­zen vielle­icht noch die üblichen Deutsch­pop-Verdächti­gen Wir sind Helden, Rosen­stolz oder Klee hinzufü­gen. Das ist nicht abw­er­tend gemeint, Katzen­gold über­raschen tat­säch­lich mit recht anspruchsvoller Pop­musik. Sie wer­den sich­er nicht meine neue Lieblings­band wer­den, aber für zwis­chen­durch (oder zum Beispiel am Son­ntag­mor­gen) ist ihr Indie-Pop doch mehr als angenehm.

Das Beste: Die Katzen­gold-Songs sind legal und kosten­los auf der Home­page der Band erhältlich.

Um die Kurve zum Anfang diesen Artikels zu bekom­men, rate ich jedem (gebür­tigem) Magde­burg­er an ein­er einiger­maßen kor­rek­ten hochdeutschen Aussprache zu arbeit­en. Zumin­d­est wen ihm (oder ihr) ein Mikro unter die Nase gehal­ten wird. Nichts ist schlim­mer, als Radio-oder TV-Reporta­gen vom Bre­it­en Weg, direkt vorm Karstadt.
Unter uns kön­nen wir ja weit­er jedes „g“ zu einem „j“ machen, auch wenn der Machte­bur­jer Dialekt wirk­lich janz furcht­bar klingt.

6 Kommentare zu „Magdeburg überrascht mit Katzengold“

  1. Na, bei euch scheint es ja genau­so zu zuge­hen wie bei uns. Außer das der Dialekt hier noch 3 mal blöder ist. Naja, dafür sind wir ja die reichen Süd­deutschen das heißt hier kann man dop­pelt so viel saufen um das dann zu kompensieren. :mrgreen:

    Oft wenn ich hier durch die Stadt laufe rat­tert mein Hirn Mantra­gle­ich „You are the rea­son i hate peo­ple, you are the rea­son.…“. Geht das noch jemand so oder muß ich nur Angst vor mir selb­st haben? 

    Grüße

    Mar­cus

  2. Oh, ich bin nicht allein mit dem Gefühl! Du mußt also keine Angst vor Dir selb­st haben, son­dern vielle­icht lieber dankbar sein. Dankbar für den schmalen Grat, der uns vom Amok­laufen tren­nt. 😯

  3. Jule wäscht sich nie

    Warum schä­men sich eigentlich alle für ihren Dialekt. Ich finde eine sprach­liche fär­bung hat etwas sehr char­mantes und schönes..müssen alle hochdeutsch reden? wie lang­weilig ist das denn? seit stolz auf Sach­sen- Anhalt denn es stirbt aus.

  4. Den Glauben, das die regionale Sprach­fär­bung char­mant und schön klingt, würdest Du nach einem Besuch hier sofort ver­lieren. :mrgreen: Dialekt allein mag ja auszuhal­ten sein, wenn die zuge­höri­gen Men­schen nett und sym­pa­thisch wären. Aber die Kom­bi­na­tion aus Dialekt und dem Dasein als Hack­fresse macht die ganze Sache nochmals deut­lich unerträglich­er. Ein Teufelskreis!

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